Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Udo Bermbach

Blühendes Leid

Politik und Gesellschaft in Richard Wagners Musikdramen

Cover: Blühendes Leid

J. B. Metzler Verlag, Stuttgart 2003
ISBN-10 3476018474
ISBN-13 9783476018472
Gebunden, 363 Seiten, 39,95 EUR

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Klappentext

Neuinterpretation der politischen Bezüge in Wagners Werken. Kaum ein Künstler der Moderne hat so entschieden auf dem Zusammenhang von Politik, Gesellschaft und Kunst bestanden wie Richard Wagner und sein Werk daher eingehend kommentiert. Vor dem Hintergrund von Wagners Theoretischen Schriften spürt der Autor in dessen Werken - von den frühen Opern bis zum "Parsifal" - politischen und gesellschaftlichen Inhalten nach und erläutert den zeitgenössischen Kontext. Auch die immer wieder gestellte Frage nach dem Antisemitismus in Wagners großen Musikdramen wird beantwortet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2004

Ein "hochanregendes Buch", lobt Gerhard R. Koch, hat Udo Bermbach hier vorgelegt, von dem der Rezensent sagt, dass kaum ein anderer Wagner-Exeget sich "so sehr der politischen Implikationen" von Wagners Werk angenommen habe. In diesem Buch nun erscheint Wagners Entwicklung, erfährt man, als die eines "wenig beirrbaren anarchistischen Umstürzlers", dessen immense ästhetische Strategien und Resultate "stets auf grundlegende Veränderungen von mensch wie Gesellschaft zielen". Dabei, schränkt Koch sein Lob ein, müsse man dem Autor nicht "in allen Punkten" folgen, doch die von Bermbach beigebrachten und "oft genug frappierenden" Zitate sprächen dennoch für sich. Auch Bermbachs sehr weitgehende Verteidigung Wagners gegen den Antisemitismus-Vorwurf geht für den Rezensenten in Ordnung, da Bermbach zugleich einräume, dass ein antisemitisches Umfeld "in seinen mörderischen Vorurteilen sehr wohl bedient" worden sei.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.01.2004

Für Ernst Lichtenhahn schreibt Udo Bermbach als Politologe - der er ja ist - über Wagners Werk. Er zitiert eine Äußerung Bermbachs, wonach die Selbstwahrnehmung eines Künstlers auch Entscheidendes über sein Werk besage. Bermbach war Berater bei Jürgen Flimms "Ring"-Inszenierung in Bayreuth, was man dieser auch anmerke, führt Lichtenhahn weiter aus. Anders als andere Autoren betone Bermbach in seinen Essays, dass Wagner die in seinem Werk immer wieder herbeigerufene "Erlösung" nicht aus dem Christentum ersehnte, sondern aus der Kunst selbst. Auch "Lohengrin" und die "Meistersinger" interpretiere Bermbach in erster Linie als politische Werke, in der Wagners Kunstreligion ebenfalls in "sozialistische und anarchistische Konzepte einer unpolitischen Vergemeinschaft" münde.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.07.2003

Eine "enorm konzentrierte" kunstpolitologische Abhandlung sieht Rezensent Wolfgang Schreiber in Udo Bermbachs Deutung von Richard Wagners Musikdramen. Der Politologe und Wagner-Experte lege systematisch die soziale und politische Dimension in Wagners Opern und Musikdramen frei, angefangen bei den Jugendwerken "Feen" und "Liebesverbot" über "Rienzi" bis zu den großen Werken der Reife, die den Bayreuther Festspielkanon ausmachen, berichtet Schreiber. Ausgehend von Wagners Absage an das "reine Kunstwerk" zeige Bermbach, dass Wagners Musikdramen und Opern "vollgesogen" mit den politischen, gesellschaftlichen und sozialen Problemen der Moderne sind. Überzeugend findet Schreiber auch Bermbachs Auseinandersetzung mit der "nicht abschließbaren Diskussion" um das Problem des Antisemitismus in Wagners Werken. Bermbach referiere die Positionen und fasse die Diskussion zusammen. Schreiber hebt hervor, dass Bermbach zwar Spuren von Wagners Antisemitismus in den Texten, den Regieanweisungen und den Partituren sieht, aber keine Belege für einen substanziellen Antisemitismus von Wagners Werken selbst.

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