Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Mit zum Teil farbigen Abbildungen. Keine Geste hat mehr Unheil angerichtet als diese. Kein anderes politisches Regime der Welt hat je eine Grußformel so radikal zur Nivellierung gesellschaftlicher Unterschiede und zum Umbau einer Gesellschaft eingesetzt wie der Nationalsozialismus. Dem italienischen Duce-Gruß entlehnt (und damit eine gewaltige Debatte über sein "Deutschsein" oder nicht "Nichtdeutschsein" auslösend), wurde der "deutsche Gruß" zum Wahrzeichen des Hitlerfaschismus - und schied die Geister. Denn anhand des Grußes wurde bald klar erkennbar, wer wie zum Faschismus stand - auf der Straße, im Büro, im Freundeskreis und auch zu Hause.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.11.2005
Beeindruckt zeigt sich Rezensent Micha Brumlik von Tilman Allerts Studie über den "deutschen Gruß", die er zum Überzeugendsten zählt, was die verstehende Soziologie in den letzten Jahren präsentiert hat. Er würdigt Allerts Untersuchung der Ausführungsbestimmungen und Formen dieser Geste nicht nur als eine "anthropologische Theorie sozialer Anerkennung", sondern auch als "ebenso kühne wie eindringliche Studie" zum totalitären Charakter der deutschen Gesellschaft im Nationalsozialismus. Überzeugt hat ihn die Studie insbesondere deswegen, weil sie nicht irgendwelche Kategorien von außen an den Gegenstand herantrage, sondern anhand der alltäglichen Korruption einer auf elementare Anerkennung zielenden leiblichen und sprachlichen Geste - des Grußes eben -die Zerstörung humaner Verhältnisse in Nazideutschland vor Augen führe.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.10.2005
Vollauf überzeugt hat Rezensent Hans-Ulrich Wehler dieser Essay von Tilman Allert über den "deutschen Gruß", das über zackig ausgestrecktem Arm gerufene "Heil Hitler". Er sieht darin eine "mustergültige Studie", ein "wahres Juwel von einem konzisen Essay". Der Autor analysiere den "deutschen Gruß", die im Nationalsozialismus zentrale Geste, eindringlich in ihren unterschiedlichen Aspekten. Die Einbettung der Geste in weitläufige anthropologische Überlegungen findet Wehler "durchweg überzeugend" und "erhellend". Als Kern der Argumentation nennt er indes den "geglückten Nachweis", dass es sich bei diesem Gruß um ein wesentliches Element der charismatischen Herrschaft Hitlers handelte. Wie er darlegt, diente die Geste, die an der Oberfläche primär "Loyalitätsbeweis" und "Zugehörigkeitsausweis" war, der Sakralisierung der Person Hitlers und mithin der Ordnung des Dritten Reiches. Seine Argumentation führt der Autor "ohne jeden menschenfeindlichen Jargon, vielmehr in souveränen Stil, begriffssicher und kenntnisreich", lobt der Rezensent.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Erhard Oeser: Das Reich des Mahdi
Mit 33 Abbildungen. 1885 erschütterte die westliche Welt die Nachricht vom Fall der Stadt Khartum und der brutalen ...
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








