Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Till Bastian

Niemandszeit

Deutsche Porträts zwischen Kriegsende und Neubeginn

C. H. Beck Verlag, München 1999
ISBN-10 3406421318
ISBN-13 9783406421310
Taschenbuch, 200 Seiten, 10,17 EUR

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.04.2000

In einer Doppelrezension bespricht Sabine Fröhlich zwei Bücher, die von den Folgen der Nazizeit handeln:
1) Irene Eckler: "A Family Torn Apart by `Rassenschande`" (Horneburg Verlag)
Sabine Fröhlich erzählt im wesentlichen die Geschichte der Irene Eckler nach, doch wird dabei deutlich, wie sehr sie diese Geschichte beeindruckt hat. Eckler, die sich an ihre Eltern nicht erinnern kann, hat mithilfe alter Dokumente deren Geschichte bruchstückhaft zusammengetragen. Weil die Mutter Jüdin war, durften die Eltern nicht heiraten und wurden später wegen "Rassenschande" verhaftet. Der Vater fiel an der Front, die Mutter starb in der Gaskammer. Die Tochter war derweil bei Pflegeeltern untergebracht. Diese gaben das Kind nach dem Krieg - Irene Eckler war sieben Jahre alt - in ein Waisenhaus. Später gelang Eckler die Ausreise in die USA, doch litt sie ihr Leben lang an den Folgen der Misshandlungen in dem Kinderheim. Eckler trage die Ergebnisse ihrer Spurensuche "sachlich distanziert" vor, so als würde sie über eine dritte Person berichten. Doch gerade dies, stellt die Rezensentin fest, mache dem Leser begreiflich, was es für Irene Eckler bedeutet haben muß, ihre Familiengeschichte aus "gleichgültig abgestempelten Papieren" zu erfahren.
2) Till Bastian: "Niemandszeit" (Beck Verlag)
Diesem Buch, dass die Zeit zwischen dem 8.5.1945 (Kriegsende) und dem 8.5.1949 (Abstimmung des Parlamentarischen Rates über das neue Grundgesetz) als "Niemandszeit" zu definieren sucht, kann Sabine Fröhlich nur wenig abgewinnen. Bastian versuche mit Ausschnitten aus Selbstzeugnissen, diversen Zitaten und zeitgenössischen Schlagzeilen ein Bild der "Stunde Null" zu zeichnen. Auch Irene Eckler taucht in diesem Band auf, doch bleibe sie wie alle anderen Protagonisten "blass und schemenhaft". Die autobiografischen Passagen haben nach Fröhlich "kräftigere Konturen". Alles in allem ist es Bastian ihrer Ansicht nach nicht geglückt, ein Zeitporträt zu schaffen. "Etwas "Beliebiges" hafte dem Band an.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren