Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Wie gelang Franz Josef Strauß sein kometenhafter Aufstieg vom kleinen Landrat zur Galionsfigur der bundesdeutschen Konservativen? Wer gab ihm den nötigen Rückhalt, um in der Öffentlichkeit wie ein Fels in der Brandung wirken zu können? Obwohl die Familie hinter seiner politischen Karriere oft zurückstehen musste, hätte Franz Josef Strauß seine ehrgeizigen Ziele ohne seine Frau Marianne und ohne die Kinder Monika, Franz Georg und Max nie erreichen können. Je mehr Strauß öffentlich unter Druck geriet, desto mehr hielt die Familie zusammen und ließ sie sich auch in politische Aktivitäten einbinden. Die Kinder übernahmen die Weltanschauung und den Ehrgeiz der Eltern und glaubten, an die Erfolge des Vaters anknüpfen zu können oder zu müssen. Warum ihnen das letztlich nicht gelungen ist, davon handelt diese Biografie.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006
Stefan Finger, selbst Autor eines Buchs über Franz Josef Strauß, hat zwei neue Biografien des Politikers und seiner Familie gelesen, was sich in einem vernichtenden Verriss und einem fast ungetrübten Lob niederschlägt. Thomas Schulers Lebensbeschreibung des bayerischen Politikers findet vor den Augen des zunehmend erzürnten Rezensenten keine Gnade. Er regt sich über die vielen wichtigen Stationen im Leben Strauß' auf, die der Autor mit keinem Wort erwähnt, beklagt fehlende Urteile und Einschätzungen und weist nicht ohne Spott auf den Mangel an Neuem und Überraschendem in dieser Biografie hin. Der von Schuler laut Finger ignorierte historisch-politische Kontext und seine völlige Abstinenz hinsichtlich von Kommentaren tun ihr Übriges, um den ärgerlichen Rezensenten weiter aufzubringen. Nur wenn der Autor einfühlsam hinter die "Kulissen der Familienidylle" schaut, wird ein Stück Familienbiografie sichtbar, was aber längst nicht ausreicht, um den grollenden Finger zu besänftigen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.10.2006
Zurückhaltend betrachtet Peter Fahrenholz diese Biografie über Franz Josef Strauß, die Thomas Schuler vorgelegt hat. Dem Ansatz einer Familienbiografie wird der Autor seines Erachtens nicht gerecht. So stammten die Ausführungen über das Scheitern der Strauß-Kinder nicht aus erster Hand, sondern aus Zeitungsartikeln, auch sei ein persönliches Gespräch mit Max und Monika über den Vater und dessen Einfluss auf den eigenen Lebensweg nicht zustande gekommen. Ohnehin überstrahlt Strauß nach Ansicht von Fahrenholz auch in diesem Buch alle anderen Beteiligten. Dabei bescheinigt der Rezensent dem Autor eine kritische Darstellung der zahllosen Skandale des Politikers. Trotz seiner Materialfülle liest sich das Werk für ihn immer wieder wie eine "Anekdotensammlung". Außerdem vermisst er eine Auseinandersetzung mit der Frage nach der enormen Faszination, die Strauß für seine Anhänger hatte.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.09.2006
Eher verhalten äußert sich Rezensent Thomas Kröter über diese Biografie der Familie Strauß, die Thomas Schuler vorgelegt hat. Die Geschichte des Franz Josef Strauß als Familiensaga zu erzählen, scheint ihm zwar naheliegend, aber letztlich hält er diesen Ansatz für ungeeignet, schon weil die Kinder des umstrittenen Politikers nicht annähernd so interessant sind wie der übergroße Vater. Die Darstellung des beruflichen Debakels von Sohn Max sowie des politischen Niedergangs von Tochter Monika langweilt Kröter ob der "endlos sich dehnenden Auswertung von Zeitungsartikeln" dann auch gehörig. Interessanter scheinen ihm die detaillierten Ausführungen über die zahlreichen Skandale des schillernden Politikers. Insgesamt findet Kröter aber kaum etwas, was dem zeitgeschichtlich kundigen Leser nicht schon bekannt wäre. Die große wissenschaftliche Strauß-Biografie steht seines Erachtens ohnehin noch aus.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.09.2006
Nicht wirklich überzeugt ist Rezensent Daniel Koerfer von dieser Biografie über den CSU-Politiker Franz Josef Strauß von Thomas Schuler. Den Schwerpunkt des Buchs sieht er in der ausführlichen Darstellung der zahllosen Skandalen des Franz Josef Strauß - auch wenn der Autor versucht, die Familie des umstrittenen Politikers, vor allem das politische und berufliche Scheitern seiner Kinder ins Blickfeld zu rücken. Abgesehen von seiner Chronik der Skandale hat das Buch die Erwartungen Koerfers nicht erfüllt. Neben einiger kleinerer sachlicher Fehler kritisiert er vor allem, dass viele wichtige Phasen in Strauß' Leben völlig unterbelichtet bleiben.
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