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Klappentext
Mit "Fernhandel" schickt Thomas Kling den Leser auf Sprach- und Geschichtsreisen, ins "sprachhaus" und "beinhaus", das Banale und das Grauen zwischen "laufsteg" und "laufgraben" vereint. Mit Thomas Kling bewegt sich der Leser auf ethnographischen oder archäologischen Erkundungen - immer "voll stoff schwappend". Klings Gedichte muß man hören. Dem Band liegt eine CD bei, auf der Thomas Kling seine Gedichte selber liest
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999
Einleitend äussert Günter Metken die Auffassung, das es sich hier genau genommen nicht um "Gedichte" handelt: "Wortveranstaltungen, sprachinstallationen" sind in seinen Augen die passenderen Begriffe. Und auch das Wort "lesen" ist ihm hier zu eindimensional: Kling gehe es um "3-D, um Mehr-, wo nicht Allsinnigkeit". Dabei zeige sich allerdings, dass Kling sprachlich weniger überzeugen als vielmehr überwältigen wolle. Sanfte Texte habe man hier nicht zu erwarten, stattdessen gewagte semantische Bögen und Gedichte, die sich randvoll mit Bildern (und Bildung) präsentieren.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.10.1999
"Das Gedicht duldet nur keine Unduldsamkeit", zitiert Cornelia Jentzsch den Lyriker Kling leider erst zum Schluss ihrer Rezension, es hätte Ermahnung und Ermutigung auch für ihre nicht leicht zu lesende Besprechung des Gedichtbandes "Fernhandel" sein können. Dieser lässt sich laut Jentzsch als eine "Art fotografisches Album" lesen, das "sprachliche Belichtungen von Marginalien" versammelt, die, von der Geschichtsschreibung ignoriert, dem poetische Auge in ganz anderer Helligkeit erscheinen. Die einzelnen Zyklen - Weltkrieg, Modefarben, Insekten, Catull, Schwarzwald, Annette von Droste-Hülshoff - erscheinen nur auf den ersten Blick willkürlich, meint Jentzsch, tatsächlich verbinden sie sich zu einem einzigen "epischen Gedicht, das dieses verplombte (zwanzigste) Jahrhundert kurz vor dem Übergang in ein neues Jahrtausend noch einmal sprachlich freilegt".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999
Verglichen mit seinen früheren Gedichten sind die von Kling hier vorgelegten deutlich "narrativer" geworden, meint Roman Bucheli. Allerdings bewege sich Kling immer noch im Grenzraum zwischen "Verständigung und Sprachstörung". Diese "Sprachstörung" bewertet Bucheli als durchaus ergiebig - wenngleich er Klings Sprache Schonungslosigkeit, Kälte und Zynismus attestiert. Gleichzeitig sieht er jedoch die Gefahr eines zu routinierten Umgang mit dieser Sprache: Klings Bilder des Schreckens gingen ihm manchmal fast zu mühelos von der Hand, fürchtet Bucheli. Darüber hinaus vermisst er manchmal hinter dieser Sprache einen Gedankengang, etwas, das über das Ästhetische hinaus geht: "Was bleibt, ist ein vielsagender Vers, der dann doch zu wenig sagt".
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