Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aktienabsturz, Massenentlassungen, Vormarsch der Rechten und eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich schöne neue Wirtschaftswelt? Thomas Frank räumt in seinem Buch mit zahl- reichen Wunschbildern und Schönfärbereien der New Economy auf. Denn es ist eben nicht so, dass von der Entwicklung des freien Marktes alle Beteiligten profitieren. Dieses Buch wird Wirtschaftsleute wütend machen. Genau deshalb sollten sie es lesen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.11.2001
Einigermaßen überraschend macht Thomas Frank in seiner Abrechnung mit der New Economy auch die amerikanischen Cultural Studies als Feind aus, da sie nämlich, als "modisch gewordener Populismus" immer nur einem in die Hände spielen: "dem Markt". Andreas Platthaus findet, dass das "schöne provozierende Ausführungen" sind, was er nicht von allen anderen Thesen und Polemiken des Buches behauptet. Vor allem ein Problem gibt es dabei, für das der Autor gar nicht viel kann: es kommt, in der deutschen Übersetzung, zu spät. Die New Economy hat kein langes Leben gehabt, die Zeit ihrer "quasireligiösen Apotheosen" ist aufs gründlichste vorbei. Nicht ganz uninteressant dennoch, so Platthaus, was Frank als Gegenmittel gegen die "Irrationalität des neoliberalen Marktes" vorschlägt: eine Stärkung ausgerechnet der Gewerkschaften nämlich. Diese und auch andere Passagen findet der Rezensent "überaus lesenswert", das Buch als ganzes "witzig geschrieben" und nur gelegentlich macht er "blanken Unsinn"aus.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.11.2001
Schade, meint Peter Felixberger, dass der Herausgeber des Magazins "The Baffler", Thomas Frank, sich zwar eines überaus spannenden Themas annimmt, aber in dessen Auseinandersetzung so sehr ins Polemische abgleitet, dass er mehr ein Teil der Debatte über New Economy und Neoliberalismus geworden ist, als dass er zu einer konstruktiven Analyse beitragen würde. Der Autor hat viel gelesen und schreibt aus einer breiten kulturellen, sozialen und ökonomischen Perspektive, erkennt Felixberger an, verliert sich aber dann in seinem schlichten antagonistischen Weltbild vom bösen Kapitalisten und dem guten Gewerkschafter. Mit dieser Sicht aber, meint der Rezensent, werde man den hochkomplexen modernen Gesellschaften nicht gerecht. Außerdem habe sich Frank allein auf die USA konzentriert. Gedanken über deutsche und europäische Verhältnisse zwischen New und Old Economy muss sich der Leser selbst machen, beschwert sich der Rezensent.
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