Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Theophile Gautier

Avatar

Roman

Cover: Avatar

Matthes und Seitz, Berlin 2011
ISBN-10 3882215488
ISBN-13 9783882215489
Kartoniert, 200 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen und mit Anmerkungen von Jörg Alisch. Mit einem Nachwort von Michael Roes. "Niemand wusste so recht etwas anzufangen mit der Krankheit, die Octave de Saville langsam von innen heraus zerfraß. Er hütete nicht das Bett, sein Leben verlief in den gewohnten Bahnen, und obwohl nie eine Klage über seine Lippen kam, ging er doch für jedermann wahrnehmbar zugrunde." Doch dann bekommt Octave eines Tages Besuch von einem geheimnisvollen Heiler, dem er sein Herz ausschüttet. Es entspinnt sich eine höchst unterhaltsame Geschichte, mit Körpertausch und Liebesverwirrungen, die alles in Frage stellt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.09.2011

Theophile Gautiers 1851 erschienener Roman "Avatar", der anlässlich des 200. Geburtstages des Dichters neben vielen weiteren Werken neu übersetzt worden ist, wirft für Rezensent Thomas Laux die Frage nach der eigenen Identität auf. Gautier erzähle die Geschichte des lebensmüden, totalem Nihilismus verfallenen Octave de Saville, der sich in seiner Verzweiflung an Doktor Cherbonneau, einen Fachmann für indische Mythologie, wende. Nachdem dieser Octaves Seele mit der des Grafen Labinski ausgetauscht hat und Octave seine Leidenschaft für Labinskis Frau ausleben kann, stellt sich ihm beim Sich-nicht-Wiedererkennen im Spiegelbild schließlich doch die Frage nach dem eigenen Ich. Wenn der Protagonist diese Identitätskrise daraufhin mit Doktor Cherbonneau bespricht, sieht der Rezensent hier die Psychoanalyse bereits vorweggenommen.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.08.2011

Die Neuübertragung dieses Romans von Theophile Gautiers kommt Niklas Bender gerade recht. Passend zum 200. Geburtstag des Autors und als so freigeistiges wie freizügiges Werk passend zu einem federleichten Stil, scheint das Buch dem Rezensenten nahezu perfekt. Es geht um eine absurde mesmerianische Seelenverpflanzung mit Hoffmann'schen Nussknackerfiguren. Bender empfiehlt den zwischen Schauerromantik und Farce sich bewegenden launischen Roman als guten Einstieg in Gautiers Werk.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.08.2011

Gar nicht recht fassen kann Rezensent Thomas Laux, wie modern ihm der französische Schriftsteller Theophile Gautier in gleich mehreren neu übersetzten Werken vorkommt. Das hat nicht nur mit den sehr freigeistigen Ansichten, sondern schon ganz grundsätzlich mit seiner Erzählhaltung zu tun, damit vor allem, dass dem Erzähler ein weiterer Kommentator des Erzählens mit einiger Herablassung gerne ins Wort fällt. Aber auch mit den Inhalten selbst. In "Avatar" geht es um einen recht frivolen Seelentausch zwischen einem Mann, der alle Lust am Leben verloren hat, und einem anderen, den die Frau des ersteren, weil er so ganz und gar gegensätzlich auftritt, nach dem Seelentausch trotz äußerer Gleichheit sofort als den falschen erkennt. Es folgt ein Duell, geht aber - soviel verrät der Rezensent noch - "glimpflich" aus. Erstaunlich bleibe das dennoch und die Psychoanalyse werde so nebenbei auch noch vorweggenommen.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren