Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Terry Eagleton

Die Wahrheit über die Iren

Cover: Die Wahrheit über die Iren

C. H. Beck Verlag, München 2000
ISBN-10 3406466370
ISBN-13 9783406466373
Taschenbuch, 171 Seiten, 15,24 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Voller Sprachwitz und mit einer Fülle liebenswerter Details breitet Terry Eagleton die Abstrusitäten, Abgründe und wunderbaren Eigenheiten der irischen Volksseele vor uns aus. Er serviert seine Einsichten in den irischen Nationalcharakter schlückchenweise, alphabetisch sortiert beginnend mit A wie Alkohol. Am Ende entsteht aus diesem mit jeder Seite überraschenden Puzzle ein ungemein witziges, sehr menschliches und tief gründendes Portrait der Iren.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.01.2001

Ein launiges Porträt ist das, meint Hans-Christian Oeser. Eagleton schwanke in seinen Artikeln zu Irland und den Iren zwischen Information und Ironie und unterbreite dem Irland-Liebhaber so ein Vademecum bzw. Satire, je nachdem, in jedem Fall aber, so Oeser, eine vergnügliche Lektüre. Nur eines gibt der Rezensent zu bedenken: Wer, wie Eagleton hier, einen Mythos zu dekonstruieren suche, müsse damit rechnen, denselben hinterrücks wiederzubeleben. Als mit Poststrukturalismus und Postmoderne vertrauter Literaturwissenschaftler der er sei, meint Oeser, hätte Eagleton das wissen müssen.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.11.2000

Terry Eagleton, bekannt vor allem als marxistischer Literaturtheoretiker, beschäftigt sich in seinem neuesten Buch mit Klischees und Wahrheiten über die Iren. Er tut dies, und zwar sehr überzeugend, wie Rolf-Bernhard Essig findet, mit der "Mosaik-Methode", kurze und längere Texte zu 97 Stichworten aneinanderreihend. Auf der einen Seite werden Vorurteile zurechtgerückt - kaum ein europäisches Volk etwa trinkt weniger Alkohol als die Iren und der Ulysses war in Wahrheit auch nie verboten - auf der anderen erweist sich doch manches als wahr, was man immer schon wissen glaubte. Das betrifft insbesondere den unerfreulichen Einfluss der katholischen Kirche. Eagleton, so Essigs Fazit, "bleibt keine Antwort schuldig" und alles, was ihm zum Glück noch fehlt, wäre ein Fortsetzungsband "Die Wahrheit über die Deutschen".

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2000

Martina Bretz hat Spaß gehabt. Das ist ganz offensichtlich. Gern hat sie sich von Terry Eagleton die Seele der Malones und Molloys auseinandersetzen lassen, die noch immer die irischen Hügel rauf und runter ziehen. Das wird nicht zuletzt am ironischen Blick gelegen haben, mit dem Eagleton sich den Iren nähert und, wo er schon mal da ist, gleich aus ein paar Mythen die Luft rauslässt. Manche Idylle bleibt dabei auf der Strecke. Bretz erkennt dahinter durchaus Ehrenhaftes: den Versuch, "das Irland-Bild vor der Geschäftstüchtigkeit der Tourismusbranche" zu retten, zum Beispiel, oder auf die "Traumata der Vergangenheit" und die aktuellen Probleme des Landes hinzuweisen. Dass die solches leistenden Abschnitte zur irischen Politik und Geschichte auch noch "klug und konzis" sind, wie die Rezensentin versichert, macht uns jedoch nicht annähernd so glücklich wie der Umstand, dass der Einband des Buches grün ist.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.10.2000

Alphabetisch geordnet ?von A ("Alkohol") bis Z ("Zoologischer Garten, Dublin"), schreibt Alexandra Senfft, führt uns der Autor vor, was wir über Irland zu wissen glauben und was die Wirklichkeit dagegen ausmacht. Dabei geht es nicht nur um das wahre Irland als ausgebeutete Kolonie der Briten sondern auch um den modernen EU-Staat, in dem die Kluft zwischen Arm und Reich gewachsen ist. Es geht um Einwanderung und Fremdenhass in der traditionellen Auswanderergesellschaft ebenso wie um den Bedeutungsverlust der Katholischen Kirche und das per Dienstanweisung verbotene Sich-Bekreuzigen der Air-Lingus-Stewardessen beim Flugzeugstart - und viele andere Widersprüche. Die Rezensentin hat es mit staunendem Interesse gelesen und staunt am Ende darüber, dass trotz "gigantischer Einkommenssteuer" und so manch anderem Missstand sich bei einer jüngsten Umfrage 90 Prozent der Iren als "glücklich" bezeichneten.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren