Bücherschau der Woche
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Klappentext
Aus dem Englischen übertragen und mit einem Nachwort versehen von Norbert Hummelt. "The Waste Land" (erschienen 1922) ist das Langgedicht des 20. Jahrhunderts, jedenfalls das mit der größten Wirkung in der westlichen Welt. Ein Blick in Norbert Hummelts schwungvoll rhythmische, "direkte" Neuübertragung und das Original macht ohne weiteres verständlich, warum. Der puritanischen Traditionslinie der amerikanischen Literatur - über Emerson, Thoreau, Dickinson und Whitman - folgend, bezieht Eliots bewußt fragmentarisch gehaltenes Krisengedicht den Leser geradezu szenisch mit ein. Es lässt ihn mitarbeiten, innehalten, überlegen: Selbsterforschung - des Lesers mehr als des Sprechenden - ist gefragt. Auch dies hat "Das öde Land" über all die Jahre hinweg lebendig gehalten.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.01.2009
Recht weit holt Rezensentin Stefana Sabin aus, um erst einmal das Original, T.S. Eliots von seinem Freund Ezra Pound in die klassische Form gebrachtes Jahrhundertgedicht "The Waste Land", in der Geschichte der modernen Lyrik zu verorten. Sie holt aber auch deshalb so weit aus, um umso klarer machen zu können, wie schrecklich Norbert Hummelts Neuübertragung im Grunde alle Ebenen des Werks verfehlt. (Sabin sagt es eine Spur freundlicher, meint es aber offenkundig genau so.) Der Zugriff seiner Übersetzung ist die geschwinde Versetzung des Texts in die Gegenwart - per bedenkenloser Verwendung schnoddrigen Gegenwartssprachmaterials. So wird der "typist" zur "Tippse" und "lovely woman" zur "Pretty Woman". All das gehe nicht an, so Sabin, weil es den Text auf eine ganz andere, ganz schiefe Ebene bringt. Sie rät entschieden ab und empfiehlt statt dessen die bis heute weitaus brauchbarere Erstübersetzung durch Ernst Robert Curtius.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.09.2008
Höflich im Ton, gnadenlos in der Sache. Werner von Koppenfels' Rezension lässt kein gutes Haar an Norbert Hummels Neuübersetzung dieses Schlüsselwerks der Moderne. Erst einmal nimmt der Rezensent freilich T.S. Eliot selbst gegen mancherlei, wie er meint, in Zeiten der Popliteratur und der "Poetry Slams" naheliegenden Vorwürfe in Schutz: Hermetik, hoher Ton und wahnwitziger Anspielungsreichtum machten dies Meisterwerk nun einmal aus. Viel übrig ist davon in der Übersetzung scheint's nicht. Es beginnt - aber endet leider noch lange nicht -, klagt Koppenfels, mit dem ersten Satz: "April is the cruellest month", das mit "April ist der übelste Monat von allen" einfach nicht adäquat ins Deutsche gebracht sei. Des weiteren gehen ein Sonett, diverse raffiniert gegeneinander gesetzte Tonlagen und auch fremdsprachliche Zitate verloren. Die Reime glücken, wo sich Hummelt an ihnen versucht, in der Regel nicht. Kurzum: Der Rezensent rät entschieden ab.
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