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Klappentext
Mit zahlreichen s/w-Abbildungen. Aus dem Amerikanischen von Cäcilie Plieninger und Anja Hansen-Schmidt. Die Biografie des genialen Mathematikers John Nash, der an paranoider Schizophrenie erkrankte, wahnsinnig wurde und nach seiner Heilung 1994 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhielt.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.10.1999
Gero von Randow hat in einer großen Sammelbesprechung acht neue Bücher zum Thema Mathematik vorgestellt. Wichtige Kriterien für seine Bewertung sind dabei einmal die Nachvollziehbarkeit für mathematisch wenig vorgebildete Leser und zum anderen die Berücksichtigung von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die direkt oder indirekt Einfluss nehmen auf mathematische Theorien.
1) K. C. Cole: "Das Universum in der Teetasse" (Aufbau)
An diesem Buch lässt von Randow kein gutes Haar. Es erscheint ihm zu eklektisch, bietet wenig Neues, und er hat den Eindruck, dass die Autorin wie auch die Übersetzerin in der Thematik selbst nicht sattelfest sind. Auch der Plauderstil missfällt ihm. Kurzes Fazit des Rezensenten: "Eine triste Veranstaltung".
2) Clifford A. Pickover: "Die Mathematik und das Göttliche" (Spektrum Akademischer Verlag)
Pickovers Idee, mathematische Fragen innerhalb einer erzählenden Rahmenhandlung zu erläutern, gefällt von Randow. Allerdings ist er der Ansicht, dass Pickover das nötige Talent zur Prosa fehlt. Darüber hinaus bemühe sich der Autor zu wenig, mathematische Erörterungen auch für Laien verständlich darzustellen. In anderen Bereichen wiederum führe das Buch "nicht über die Grenze des Small Talks hinaus."
3) Albrecht Beutelspacher: "Pasta all`Infinito" (C. H. Beck)
Dies sei das "Mathebuch der Saison", meint von Randow. Er lobt Beutelspachers Fähigkeit, dem Laien Mathematik mittels einer erzählten Geschichte nahe zu bringen. Damit die Motivation beim Lesen nicht nachlässt, achte der Autor auch auf kleine Erfolgserlebnisse, die er dem Leser vermittle. Allerdings ist auch in diesem Buch nicht immer jede mathematische Erläuterung für Laien nachvollziehbar. Als Ergänzung empfiehlt von Randow daher das folgende Buch:
4) Wolfgang Blum: "Die Grammatik der Logik" (dtv)
Für Nicht-Mathematiker sei "Die Grammatik der Logik" ein sehr nützliches Buch, das den Leser mit den wichtigsten Problemen der Mathematik bekannt mache.
Die anderen vier besprochenen Bücher sind Biografien berühmter Mathematiker. Die ersten beiden handeln von Leben und Werk des Mathematikers Paul Erdös.
5) Paul Hoffmann: "Der Mann, der die Zahlen liebte" (Ullstein) und
6) Bruce Schlechter: "Mein Geist ist offen" (Birkhäuser)
An der Erdös-Biografie von Paul Hoffmann lobt von Randow die Lebensnähe, die in der Biografie von Schlechter ein wenig fehle. Dafür jedoch findet er, dass Schlechter die mathematischen Gedankengänge nachvollziehbarer und besser erläutert. Allerdings hat der Rezensent den Eindruck, dass Schlechter im Verlauf des Buches ungeduldiger werde, so dass manche Stellen dann doch nur für mathematisch Versierte verständlich seien. Beide Biografien vermittelten eine gute Vorstellung davon, wie Mathematiker arbeiten. Bedauerlich findet von Randow allerdings, dass in beiden Büchern - wie in vielen anderen Mathematikbüchern - nicht darauf eingegangen wird, inwiefern sich gesellschaftliche Umstände und Inhalte mathematischer Theorien gegenseitig bedingen.
7) John W. Dawson jr.: "Das logische Dilemma". Leben und Werk von Kurt Gödel (Springer)
"Dröge" lese sich die Gödel-Biografie John W. Dawson, murrt von Randow. Darüber hinaus hält der Rezensent die mathematischen Erörterungen für unverständlich, es sei denn, der Leser ist selbst Mathematiker. Lobend hebt er jedoch hervor, dass Dawson Überlegungen darüber anstellt, inwieweit mathematische Inhalte wie Gödels "Unmöglichkeitstheoreme" durch soziale, gesellschaftliche und psychologische Umstände beeinflußt sind.
8) Sylvia Nasar: "Auf den fremden Meeren des Denkens" (Piper)
Über John Nashs mathematische Leistungen erfährt man in dieser Biografie fast nichts, meint von Randow. Dafür sei das Buch sehr professionell und packend geschrieben. Küchenpsychologische Interpretationen (z. B. in bezug auf Nashs jahrelange Geisteskrankheit) würden vermieden. Darüber hinaus könne man sich einen guten Eindruck davon verschaffen, inwiefern äußere Umstände (Zweiter Weltkrieg, Kalter Krieg, aber auch die Wiener Kaffeehauskultur) die Entwicklung von mathematischen Inhalten und Theorien beeinflußt habe.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
Als "Biografie von einem Lebenden" findet Reinhard Kaiser dieses Buch erstaunlich und fazinierend. Er lobt, mit welcher Sensibilität Sylvia Nasar Freunde und Familie dieses genialen Mathematikers interviewte, der lange Zeit als ein verrücktes Gepenst durch die Universität von Princeton irrte, denn Nash war nicht nur der Spezialist für "nicht-kooperative Spiele" - offensichtlich eine esoterische mathematische Theorie -, sondern er litt auch an einer "paranoiden Schizophrenie", aus der er nach Jahrzehnten der Umnachtung erst in den achtziger Jahren wieder auftauchte. Man dürfe von diesem Buch keine Einführung in Nashs mathematischen Funde erwarten, die für einen gewöhnlichen Leser nicht nachvollziehbar seien, aber dafür biete das Buch Einblicke in die amerikanische Wissenschaftsszene. Die Übersetzung tadelt Kaiser als unbeholfen.
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