Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Herausgegeben im Auftrag des Instituts für Zeitgeschichte. Die Reihe behandelt den Massenmord im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz erstmals im Kontext der nationalsozialistischen Besatzungs-, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik im eroberten Polen. Die Verbrechen werden dabei in Bezug gesetzt sowohl zur Alltagsrealität der Häftlinge als auch zum politischen Geschehen in der zivilen Umgebung des Lagers. Im Mittelpunkt des Forschungsprojektes stehen Fragen nach dem ideologischen Zusammenhang zwischen "Germanisierung" und Vernichtung, nach der Verstrickung der deutschen Privatwirtschaft in den systematischen Massenmord und nicht zuletzt nach dem Verhalten der deutschen Bevölkerung angesichts von Terror und Mord.
Die Reihe umfasst vier Bände:
Band 1: Standort- und Kommandanturbefehle des Konzentrationslagers Auschwitz 1940-1945.
Band 2: `Musterstadt` Auschwitz. Germanisierungspolitik und Judenmord in Oberschlesien.
Band 3: IG Auschwitz. Zwangsarbeit und Vernichtung von Häftlingen des Lagers Monowitz 1941-1945.
Band 4: Ausbeutung, Vernichtung, Öffentlichkeit. Neue Studien zur nationalsozialistischen Lagerpolitik.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.09.2000
Werner Renz bespricht die vier Bände der "Darstellungen und Quellen zur Geschichte von Auschwitz", zu denen der vorliegende Band gehört, im Zusammenhang, ohne im einzelnen zwischen den Bänden zu unterscheiden. Dabei begnügt er sich mit einer sachlichen und wohlwollenden Skizzierung des Inhalts dieser Bände, nicht ohne anzumerken, dass die deutsche Zeitgeschichtsforschung fünfzig Jahre brauchte, um solch ein ausführliches Werk zu Auschwitz vorzulegen. Die "sorgfältig edierte" Quellensammlung des ersten Bandes zeigt nach Renz zwar nichts über die Befehle zur Ermordung der Juden, wirft aber ein um so schlagenderes Licht auf den Alltag der in Auschwitz stationierten SS-Soldaten und ihrer Familien, die sie gerne an diesen Standort nachziehen ließen. Aus Band 2, der sich mit der "Musterstadt" Auschwitz befasst, lernt man nach Renz einiges über die Geschichte der Stadt selbst und besonders über die Deportationspolitik und die geplante Eindeutschung dieser Region, während sich in Band 3 ("IG Auschwitz - Zwangsarbeit und Vernichtung von Häftlingen des Lagers Monowitz") die aktive Beteiligung der deutschen Wirtschaft am Mordprogramm der Nazis zeigt. Über Band 4 mit "neuen Studien zur nationalsozialistischen Lagerpolitik" lässt sich Renz nicht im einzelnen aus.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.06.2000
Arno Orzessek liefert weniger eine Kritik als zunächst einmal einen Hinweis auf die vier Bände dieses monumentalen neuen Geschichtswerks zu Auschwitz. Der Name dieses Lagers sei zur Metapher des Nazi-Grauens schlechthin geworden, bemerkt Orzessek, aber erst in den letzten Jahren zeige sich wieder eine konkrete Hinwendung der Historiker auf das Lagerleben selbst. Besonderer Trumpf der bisher vier vorliegenden Bände, die Orzessek in seinem Artikel nicht näher differenziert, sei dabei eine Auswertung von osteuropäischen Quellen, die der bisherigen Forschung nicht zugänglich gewesen seien und die die künftige Forschung nach Orzessek wesentlich beeinflussen werden. Auch einen Generationsbruch stellt Orzessek angesichts dieser vier Bände fest. Die meisten der Autoren seien unter 40 und wendeten sich wieder verstärkt den Quellen zu als dies ihre Mentoren getan hätten.
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