Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
John Profumo, britischer Kriegsminister, stürzte 1963 über eine Affäre mit dem Callgirl Christine Keeler, die gleichzeitig ein Verhältnis mit einem sowjetischen Marineattache hatte. Schillernder Hintermann dieser Revolvergeschichte, in der es um Sex und Drogen, Poolparties und Parlamentarier, Meineide und Messerstechereien, britische Aristokratie und westindische Halbwelt, Politik, Spionage und Geldgier geht, war der Society-Osteopath, Portraitmaler und Gelegenheitsreporter Dr. Stephen Ward (1912-1963).
Mahatma Gandhi, Winston Churchill, Ava Gardner, Mel Ferrer, Lord Astor und Douglas Fairbanks jr. zählten zu seinen illustren Patienten. Er hatte Mitglieder der Royal Family porträtiert und für den Daily Telegraph über den Eichmann-Prozess berichtet. Im Zuge der Profumo-Affäre wurde er in einem umstrittenen Sensationsprozess wegen Zuhälterei angeklagt und starb am Vorabend des letzten Prozesstags an einer Überdosis Schlaftabletten.
Sybille Bedford (1911-2006) beschreibt in einer bislang unveröffentlichte Gerichtsreportage, wie Politik, Justiz und Presse einen unliebsam gewordenen Mann mit zwielichtigen Zeugen, prozessualen Finessen und geschickt lancierten Berichten zu Fall bringen. Ihre engagierte Reportage über den "öffentlichen, allzu öffentlichen Prozess" schließt mit der Frage: "Was war der Grund für die gnadenlose Verfolgung von Dr. Ward und warum verfing sie? Wenn wir hartnäckig genug fragen, werden wir ein paar Antworten bekommen. Der Rest darf nicht Schweigen sein."
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2011
Rezensentin Felicitas von Lovenberg kann gar nicht oft genug betonen, wie sehr ihre Weltläufigkeit, ihre Unangepasstheit, ihre Lebensfreude und natürlich ihre Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis der Autorin bei diesem Stück Literatur zupass kam. Einen Prozess wegen Zuhälterei gegen einen notorischen Lebemann verfolgen und beurteilen, das, versichert Lovenberg, vermochte Sybille Bedford wie keine zweite. Dass das Resultat dieser Arbeit zum 100. Geburtstag von Bedford nun erstmals auf Deutsch vorliegt, möchte die Rezensentin mit uns feiern.
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