Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Susanne Knecht

Lady Sophia Raffles auf Sumatra

Ein wagemutiges Leben, wiederentdeckt und aufgeschreiben in Sumatra, London, Berlin von Susanne Knecht

Cover: Lady Sophia Raffles auf Sumatra

Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2000
ISBN-10 3434504885
ISBN-13 9783434504887
Gebunden, 276 Seiten, 19,43 EUR

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Klappentext

Lady Sophia Raffles war die zweite Frau von Sir Thomas Stamford Raffles, der im Auftrag der East India Company Anfang des 19. Jahrhunderts bei Singapur die englische Fahne hisste und damit den Briten den Handelsweg nach China sicherte. Lady Sophia begleitete ihn bei seinen Unternehmungen. Sie überquerte als erste Europäerin tollkühn die Vulkanketten Sumatras und sucht im noch unentdeckten Zentrum nach dem sagenhaften Reich der Minangkabau, das sie als erste findet und dokumentiert...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.01.2001

Laut Rezensentin Sonja Zekri hat die Autorin hier eine durchaus "kurzweilige (...) Chronik der Chronistin" Sophia Raffles vorgelegt. Denn Sophia Raffles hat - wie der Leser erfährt - die Memoiren ihres Mannes verfasst, in denen sie selbst allerdings merkwürdig unfassbar bleibt. Die Quellen zu Sophia sind spärlich, so Zekri. Umso mehr weiß es die Rezensentin zu schätzen, dass die Autorin und Ethnologin Susanne Knecht in verschiedenen Archiven gestöbert und private Schreiben Sophias gefunden hat, die diese auch als "beherzte, humorvolle, sogar ironische Frau" zeigen. Auch die Tatsache, dass die Knecht auf Sumatra selbst den Spuren des Ehepaar Raffles nachging, gehört für Zekri zu den Stärken des Buchs. Dass das Porträt insgesamt unvollständig bleibt, sei der Autorin nicht anzulasten. Das "Lesevergnügen" der Rezensentin wurde dadurch nicht getrübt.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.08.2000

In einer Doppelrezension bespricht der Rezensent mit dem Kürzel "maha" zwei Bücher, die sich mit Sophia bzw. ihrem Ehemann Thomas Stamford Raffles beschäftigen. In beiden sieht er ein Beispiel dafür, "wie leicht sich ein Leben literarisch manipulieren, besser: eliminieren lässt". Beiden gemeinsam ist darüber hinaus, wie er betont, dass sie eine Mischung zwischen Biografie und Reiseliteratur darstellen.
1) Susanne Knecht: "Lady Sophia Raffles auf Sumatra" (Europäische Verlagsanstalt)
Die Autorin ist nach Ansicht des Rezensenten mit ihrem Wunsch gescheitert, eine Ehrenrettung zugunsten Sophia Raffles zu unternehmen und dabei gleichzeitig ihren Mann zu "demontieren". Denn die von ihr angeführten Originalzitate können, wie er feststellt, ihren Versuch "in keiner Weise stützen". Allerdings findet er das Buch durchaus aufschlussreich, wenn man etwas über Sophias Leben erfahren möchte.
2) Nigel Barley: "Der Löwe von Singapur" (Klett-Cotta)
Auch von diesem Buch über Thomas Stamford Raffles ist "maha" offensichtlich nicht begeistert, zumal Sophia dem Autor "schlicht egal" ist. Die Anekdoten, die Barley erzählt, scheinen ihm zwar zu gefallen. Allerdings stammen sie, so "maha", zum großen Teil "aus der Gegenwart".

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.05.2000

Susanne Mayer ist hin und her gerissen zwischen den spannenden und berührenden Quellentexten, die das Leben von Lady Raffles dokumentieren und dem gegenübergestellten Reisebericht der Autorin Susanne Knecht. Raffles Geschichte, so die Rezensentin, "möchte man immer weiter lesen". Wären da nicht die "ärgerlichen Störungen durch Knecht-Passagen", so die aufgebrachte Rezensentin. Während in den Briefen und der Biographie ihres Mannes, die Lady Raffles nach dessen Tod verfasst hat, das bewegte Leben und die Schicksalsschläge des Ehepaares farbig geschildert würden, wirke die Reisebeschreibung der Autorin "banal". Dazu komme die Diskrepanz zwischen der "weichen Feder" Lady Raffles und den hölzernen Kommentaren der Autorin. Besonders ärgerlich findet es Mayer, dass Knecht "mit feministischem Eifer ein moralisierendes Kapitel" angehängt habe. Mayer scheint in Gedanken die Hände zu ringen, wenn sie schreibt: "wie schön wäre es gewesen, hätte Frau Knecht sich entschlossen, die Originaltexte zu edieren". Aber in die Vergangenheit kann man ja bekanntlich nicht wünschen, und so bleibt der Rezensentin nur der Verriss, um ihrer Enttäuschung Luft zu machen.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.05.2000

Was für eine Frau muß diese Lady Sophia bloß gewesen sein! Die Autorin des Buches wollte, laut Rezensentin Manuala Reichart, lediglich ihre Südostasienreise vorbereiten . Dabei habe sie die Spuren einer ungewöhnlichen britischen Dame entdeckt - Lady Sophia Raffles. Reichart nutzt ihre Kritik vor allem, um das Leben von Sophia Raffles nachzuerzählen: Diese "couragierte Abenteurerin, Kolonistin und Mutter" war Gattin des englischen Kolonisten Sir Thomas Stamford Raffles, der unter anderem in Singapur die englische Flagge hisste. Als zweite Gattin des "hohen Beamten der East India Company" habe die damals 30jährige die untypische Entwicklung von alterndender, stillen Jungfer zur mutigen Weltentdeckerin und Lebenspartnerin durchgemacht. Sie sei mit ihrem Gatten schwanger "um die halbe Welt" gesegelt, habe ihre fünf Kinder auf "hoher See" oder in der Fremde zur Welt gebracht, und - natürlich- ihren Ehemann bei der Bekämpfung der Sklaverei unterstützt. Und wie es die Geschichte will - die Aufmüpfigen räumen vorzeitig die Bühne. Nach dem frühen Tod des Gatten im 1826 habe sich Lady Raffles zur mutigen Chronistin der englischen Kolonialzeit gemausert. Ihre Brief- und Textsammlung hat wiederum die Ethnologin Susanne Knecht zu einer Neulektüre, Kommentaren und Reisenrouten inspiriert. Knecht konfrontiere den heutigen Blick mit der damaliger Lage Raffles, schreibt die Rezensentin. Was dabei genau herausgekommen ist, verrät sie uns leider nicht.

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