Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Marion trifft Luna durch einen Zufall wieder - in Paris, wohin sich beide geflüchtet haben. Vor ihrem Leben, vor den Männern, vor der Vergangenheit. Bei ihrem letzten Treffen waren sie Freundinnen, aber das ist sechs Jahre her. Die Bilder eines rauschhaften Sommers sind nur noch Erinnerung. Die abgeklärte Marion verfällt ihrer Faszination für die Andere ein zweites Mal. Luna ist wie ein Schmetterling, flatterhaft, unberechenbar und schön, auf charmante Weise lebensunfähig. Sie ist auf der Suche nach Viktor, den sie in jenem vergangenen Sommer für sich gewonnen zu haben glaubte. Susanne Heinrich entwirft in ihrem ersten Roman zwischen Hamburg, Paris und der Provence ein Netz gefährlicher Liebschaften, ein unwiderstehliches Gespinst aus Sehnsucht, Intrige und Schein. Ein Netz, aus dem es nur einen gewaltsamen Ausweg geben kann.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.08.2007
Katharina Döbler zeigt sich enttäuscht von Susanne Heinrichs erstem Roman "Die Andere", der für sie eigentlich gar keiner ist. Auch wenn das Buch "mehr" sei als nur ein "schlichter Girlie-Roman" und sie ihm vor allem "sprachliche Qualitäten" zuschreiben kann (zuweilen fühlt sie sich im "Ambiente" und in der "Konstruktion" sogar an Fitzgeralds "Großen Gatsby" erinnert), ist es ihr am Ende doch zu "unfertig". So beschreibt die Autorin darin die Charaktere zweier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und zu denen der Rezensentin Gegensatzpaare wie "Intellekt versus Gefühl" und "Kontrolle versus Trieb" einfallen. Mehr erfahre man aber leider nicht über diese Figuren, die für Döbler viel zu blass gezeichnet sind und die leider "Entwürfe bleiben, eine Sammlung literarischer Absichten und Ambitionen". Für einen richtigen Roman hätte es einfach mehr gebraucht, findet die Rezensentin, die dieses Buch eher als "disparates Dokument einer kreativen Selbstfindung" gelesen hat.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.08.2007
Kein gutes Haar lässt Rezensentin Sabine Peters an Susanne Heinrichs erstem Roman über eine ungleiche Frauenfreundschaft. Schon für die Konstruktion des Romans und seine äußerlichen Ingredienzien wie ein luxuriöses Schloss, Männer auf der Jagd, Frauen in Cocktailkleidern aus rosa Seidentaft, eine "Landpartie" kann sie sich nicht erwärmen. Dabei geht es der Autorin in ihren Augen vor allem um innere Zustände: Liebe, Sehnsucht, Eifersucht, Schuld. Was die Sache für sie aber um keinen Deut besser macht. Denn diese Gefühle kann sie Heinrichs schablonenhaften Figuren einfach nicht abnehmen. Sie hält der Autorin vor, Gefühle "wortreich" zu beschwören und in "schwülen Bildern" zu malen, was auf sie wie eine "groteske Maskerade" wirkt. Auch sprachlich kann sie der Roman nicht überzeugen, scheint ihr die Autorin sich doch allzu oft direkt beim "Lore-Roman" zu bedienen, "unfreiwillige Komik" und "Kitsch" inklusive. Die Kritik der Rezensentin gilt allerdings nicht nur der Autorin, sondern auch dem Literaturbetrieb, dessen Logik alsbald nach dem ersten ein zweites Werk fordert, egal wie weit der Autor oder die Autorin sind. "Manchmal, so wie hier", schließt Peters, "lässt man sie ins offene Messer laufen."
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