Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Eine junge Frau hüllt sich in Geschichten, phantasievolle, phantastische, kriminalistische Geschichten - Fragen nach dem Woher und Wohin, Wie und Warum. Meist im Zwiegespräch mit der Großmutter, deren Lebensweisheiten ihr helfen sollen, den Weg durchs Lebenslabyrinth zu finden. Die beste Freundin ist längst verheiratet, macht Karriere; alle scheinen ihren Weg gefunden zu haben. Nur Karin, die Erzählerin, kann sich nicht entscheiden: eine wirklich feste Beziehung einzugehen, sich berufllich zu engagieren - Fuß zu fassen im Leben, wie man so sagt. Wenn sie nur wenigstens das Verhältnis zur toten Großmutter in den Griff bekäme, bei der sie aufgewachsen ist und deren Sprüche sie ihr ganzes Leben begleitet haben. Die Großmutter war und ist Karins einzig wirklich fester Bezugspunkt, und so spiegelt das Verhältnis zu ihr Sicherheit und Unsicherheit ihres Selbstverständnisses.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.2000
Rezensentin Sanda Kerschbaumer hat wenig Sympathien für dies Buch, das der Autorin selber wohl ein wenig Lebenshilfe, dem Leser aber keine Literatur biete. "Vielleicht", nörgelt Kerschbaumer, "gibt es Menschen, denen es hilft, gemeinsam mit einer nicht mehr ganz jungen Erzählerin darüber nachzudenken, warum ausgerechnet die Freundinnen verheiratet sind." Ihr selbst hat es nicht geholfen. Autorin Alge und ihr Buch wird viel mit Susanna Tamaro verglichen. Auch in "Geh, wohin Dein Herz Dich trägt" habe eine beherzte Frau die früh verwaiste Enkelin erzogen. Einziger Unterschied: bei der "gedankentiefen und zartfühlenden" Tamaro schreibe die Großmutter "ihr poetisches Vermächtnis". Bei Alge nun erzähle die "flapsige Enkelin". Recht widerwillig präsentiert uns die Rezensentin dann eine gehörige Portion von Großmutterweisheit. "Wenn die Weisheit und die Großmutter Pause haben" komme wieder das Leben der Protagonistin dran - schwankend zwischen "Ich-Schwäche, Putzneurose und Biotechnologie".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.10.2000
Eine "Roman-Petitesse" nennt Andreas Nentwich diese Geschichte einer Erinnerung an die Großmutter, die mit "forcierter Munterkeit" aber unter dem "Diktat der späten Reue" von der Enkelin geschrieben ist, die nach dem Tod der Eltern eben bei dieser aufwuchs. Die "Lebensweisheiten" des Titels sind Sprüche á la "Jeder ist seines Glückes Schmied", mit der die alte Frau ihre Enkelin abgespeist und genervt hat. Das Ich der Erzählung wird durch den Ausdruck "Schubertine" als die in allem ewig unvollendete, das heißt sich mal mit diesem Hobby und jener Schreiberei beschäftigende Frau gekennzeichnet, schreibt Nentwich, und die "leitmotivischen Verweise auf Depressionen" funktionieren ein wenig wie ein "Running Gag", ohne jedoch tatsächlich auf etwas zuzulaufen. Was dem Rezensenten alles in allem fehlt, ist "Kenntnis und Erkenntnis", die jenseits dieser Ich-Erzählerin liegen müssten. So aber, urteilt Andreas Nentwich, ist das Ganze nur ein "in schicklichen Grenzen angeknackstes Idyll vor Backfischhorizont".
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