Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Sudabeh Mohafez

Wüstenhimmel

Erzählungen

Cover: Wüstenhimmel

Arche Verlag, Zürich 2004
ISBN-10 3716023329
ISBN-13 9783716023327
Gebunden, 123 Seiten, 17,00 EUR

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Klappentext

Die Erzählungen der iranisch-deutschen Autorin Sudabeh Mohafez sind poetisch wie Märchen aus "Tausendundeine Nacht", aber ungeschönt und realistisch wie das Leben. Sie handeln von ungewöhnlichen Auswegen aus ausweglosen Situationen und von widersprüchlichen Wahrheiten. Sie beschreiben die Geduld, aber auch die Selbstgerechtigkeit von Frauen, sie schildern die Verlorenheit, aber auch den Überlebenswillen von Kindern, und sie sprechen von der Gewalt, die so oft von Männern ausgeht, sei es im Orient oder Okzident.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.07.2005

Die seit 26 JahrenDie seit 26 Jahren in Berlin lebende iranische Autorin Sudabeh Mohafez hat hier studiert und unterrichtet, als Lektorin und Übersetzerin gearbeitet. Dies ist ihre erste Buchveröffentlichung als Erzählerin. Nur zum geringeren Teil spielen die Geschichten, die sie darin erzählt, in Deutschland und durchweg geht es um die Verknüpfung westlicher und östlicher Erzählstile. So werde jedes Pathos sofort durch Lakonie gebremst, es geht immer, so die Rezensentin Barbara von Becker, um die "literararische Balance zwischen Kopf und Emotion". Kurz, oft sehr kurz, sind die Texte, Themen sind Gewalt gegen Frauen, Armut und Reichtum im Iran der siebziger Jahre. Die Rezensentin zeigt sich von den Texten sehr angetan und heißt die Autorin willkommen im "Kosmopolitismus der Literatur".

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.12.2004

Am besten gelungen sei die erste Erzählung des Bandes, findet Angela Schader, die ihre motivische und sprachliche Geschlossenheit rühmt. Sie zeuge auch aufs Schönste davon, dass selbst nach 25 Jahren die Erinnerung an die iranische Heimat lebendig sei und wie die Damawand, die 6000 Meter hohe "Krone Teherans", in die Gegenwart hineinrage. Sudabeh Mohafez lebt in Berlin, teilt Schader mit, wo sie lange Jahre ein Frauenhaus geleitet habe. Das Thema Gewalt gegen Frauen und vor allem gegen Kinder sei neben den Erinnerungen an die Heimat das zweite große Thema des Debütbandes, berichtet Schader, und auch wenn Mohafez gelegentlich zur Sozialromantik neige, handhabe sie Erzähltempo und Ton immer noch so geschickt, dass man die Lektüre nicht abbrechen wolle. Die kürzeren Texte, die in die iranische Kindheit der Autorin zurückführen, könnten allerdings mit der erwähnten ersten Erzählung nicht mithalten, meint sie, da Mohafez manchmal zu sehr die Moralkeule schwinge oder ihre poetische Ader zu forciert sprechen lasse. Insgesamt jedoch, fasst Schader zusammen, ein interessantes Debüt, das der Fortsetzung harrt.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.11.2004

Immerhin: Die erste Geschichte dieses Erzählbandes, "Sediment", findet Rezensent Hans-Peter Kunisch absolut überzeugend. Hier zeigt sich für ihn der ungewöhnliche, einprägsame Blick einer "begabten Autorin", die "klar und phantasievoll bilderreich" schreiben kann. Doch bei allem Lob, das er der deutsch-iranischen Autorin Sudabeh Mohafez zukommen lässt, erhebt er doch auch schwere Einwände gegen diesen Band. Vor allem mit den beiden Geschichten "Vor Allahs Thron" und "Die einzig gültige Perspektive", die um das Thema Kindesmisshandlung kreisen, hat sich Mohafez seiner Meinung nach gründlich verhoben. Unangemessen findet er, wie "spannend glatt" und "vorabendgerecht" sie hier schreibt, und auch die Zuschreibungen von Gut (arme iranische Familie) und Böse (reiche deutsche Familie) sind ihm einfach zu platt.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren