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Klappentext
Die Erzählungen der iranisch-deutschen Autorin Sudabeh Mohafez sind poetisch wie Märchen aus "Tausendundeine Nacht", aber ungeschönt und realistisch wie das Leben. Sie handeln von ungewöhnlichen Auswegen aus ausweglosen Situationen und von widersprüchlichen Wahrheiten. Sie beschreiben die Geduld, aber auch die Selbstgerechtigkeit von Frauen, sie schildern die Verlorenheit, aber auch den Überlebenswillen von Kindern, und sie sprechen von der Gewalt, die so oft von Männern ausgeht, sei es im Orient oder Okzident.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.07.2005
Die seit 26 JahrenDie seit 26 Jahren in Berlin lebende iranische Autorin Sudabeh Mohafez hat hier studiert und unterrichtet, als Lektorin und Übersetzerin gearbeitet. Dies ist ihre erste Buchveröffentlichung als Erzählerin. Nur zum geringeren Teil spielen die Geschichten, die sie darin erzählt, in Deutschland und durchweg geht es um die Verknüpfung westlicher und östlicher Erzählstile. So werde jedes Pathos sofort durch Lakonie gebremst, es geht immer, so die Rezensentin Barbara von Becker, um die "literararische Balance zwischen Kopf und Emotion". Kurz, oft sehr kurz, sind die Texte, Themen sind Gewalt gegen Frauen, Armut und Reichtum im Iran der siebziger Jahre. Die Rezensentin zeigt sich von den Texten sehr angetan und heißt die Autorin willkommen im "Kosmopolitismus der Literatur".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.12.2004
Am besten gelungen sei die erste Erzählung des Bandes, findet Angela Schader, die ihre motivische und sprachliche Geschlossenheit rühmt. Sie zeuge auch aufs Schönste davon, dass selbst nach 25 Jahren die Erinnerung an die iranische Heimat lebendig sei und wie die Damawand, die 6000 Meter hohe "Krone Teherans", in die Gegenwart hineinrage. Sudabeh Mohafez lebt in Berlin, teilt Schader mit, wo sie lange Jahre ein Frauenhaus geleitet habe. Das Thema Gewalt gegen Frauen und vor allem gegen Kinder sei neben den Erinnerungen an die Heimat das zweite große Thema des Debütbandes, berichtet Schader, und auch wenn Mohafez gelegentlich zur Sozialromantik neige, handhabe sie Erzähltempo und Ton immer noch so geschickt, dass man die Lektüre nicht abbrechen wolle. Die kürzeren Texte, die in die iranische Kindheit der Autorin zurückführen, könnten allerdings mit der erwähnten ersten Erzählung nicht mithalten, meint sie, da Mohafez manchmal zu sehr die Moralkeule schwinge oder ihre poetische Ader zu forciert sprechen lasse. Insgesamt jedoch, fasst Schader zusammen, ein interessantes Debüt, das der Fortsetzung harrt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.11.2004
Immerhin: Die erste Geschichte dieses Erzählbandes, "Sediment", findet Rezensent Hans-Peter Kunisch absolut überzeugend. Hier zeigt sich für ihn der ungewöhnliche, einprägsame Blick einer "begabten Autorin", die "klar und phantasievoll bilderreich" schreiben kann. Doch bei allem Lob, das er der deutsch-iranischen Autorin Sudabeh Mohafez zukommen lässt, erhebt er doch auch schwere Einwände gegen diesen Band. Vor allem mit den beiden Geschichten "Vor Allahs Thron" und "Die einzig gültige Perspektive", die um das Thema Kindesmisshandlung kreisen, hat sich Mohafez seiner Meinung nach gründlich verhoben. Unangemessen findet er, wie "spannend glatt" und "vorabendgerecht" sie hier schreibt, und auch die Zuschreibungen von Gut (arme iranische Familie) und Böse (reiche deutsche Familie) sind ihm einfach zu platt.
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