Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Man verbringt seine Tage irgendwo im Herzen der Gesellschaft, richtet sich ein, lebt im Großen und Ganzen ein unauffälliges Leben, von außen ist nichts Ungewöhnliches zu bemerken. Und doch gibt es da in den schwachen Momenten etwas Befreiendes, auch seltsam Bedrohliches, etwas, das einen von einem Moment auf den anderen hinauskatapultieren kann aus diesem Alltag. Stephan Wackwitz' Essays erzählen von dieser anderen Welt, in der es nicht kalkuliert und kontrolliert zugeht, der Welt der Tagträume und Phantasien, der Kunst, einer Welt der Verausgabung und der Erkenntnis. Es ist die Welt neben der Welt, wie wir sie kennen, in der sich jedoch das Eigentliche ereignet. Und das kann überall sein: In einer Bank und dem Park daneben, in einem japanischen Buchladen, in dem Erwachsenen völlig unverständlichen Reich der Pokemons, beim morgendlichen Teetrinken oder beim Spazierengehen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.11.2002
Rezensent Rudolf Walther ist nach der Lektüre unversöhnlich: Wenn der Autor noch mal etwas veröffentlichen wolle, dann "soll er ruhig, aber - bitte sehr - der hochgeschätzte Fischer-Verlag sollte verhindern, dass wir das Geschriebene zu lesen bekommen". Stephan Wackwitz schreibt in zehn Geschichten aus seinem Leben und er bleibe, so der Rezensent, trotz oder gerade wegen der regelmäßigen Ausflüge in die Gesellschaftskritik sehr banal. Die zehn Essays wären nichts als "Peinlichkeiten und Plattitüden", schimpft Walther. Im ersten Text fragt eine Freundin einen Freund, ob eine Erektion weh tue, was den Buchautor dazu veranlasst einen kleinen Diskurs über die Erektionsliteratur zu führen. Den Rezensenten veranlasst das wiederum, den Autor "aufgedunsener Unerheblichkeiten" zu zeihen. In der Rezension wechseln sich Zitate aus dem Buch und zynische Kommentare des Rezensenten regelmäßig ab: "Und kaum hat sich der Vater, der seinen Baudelaire kennt und vom 'Einbruch des ennui in die Welt achtjähriger Kinder' berichtet, halbwegs erholt, ist er auch schon beim 'Zustand unserer modernen Gemeinwesen und unserer systemisch ausdifferenzierten Wirtschaft', bei Stalin, Trotzki und Heidegger."
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2002
"Gute Essays sind rar, weil gute Essayisten rar sind", findet Burkhard Scherer und hat sich mit einigem Misstrauen an die Essaysammlung von Stephan Wackwitz begeben. Der habe zwar schon lange gezeigt, dass er gute Essays schreiben könne, trotzdem aber, meint Scherer, bedeute das nicht, auch gelungene Sammlungen dieses Genres präsentieren zu können. Doch des Rezensenten Zweifel sind im Nu verflogen, das Buch als Ganzes sei "deutlich mehr" als die Summe der hier zusammengetragenen zehn Essays, lobt Scherer. Auch seien diese Texte so gut und "facettenreich", dass man sie ruhig öfter lesen könne und - das freut den Rezensenten am meisten - sie gingen auch noch weit über das Genre hinaus und ließen autobiografische Reflexionen des Autors mitlaufen, so dass, staunt Scherer, aus dieser Sammlung "ein sehr diskreter" Bildungs- und Erziehungsroman geworden sei.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2002
In dieser Essaysammlung aus zehn Jahren bricht Stephan Wackwitz eine Lanze für die "Dichter des Kleinen", freut sich der Rezensent mit dem Kürzel "sfr". Seine "luziden, wohlgeformten und oft anmutigen Texte", schwärmt "sfr", haben eine deutliche Botschaft: von der "Erektionsliteratur", jenen Schnellschüssen in der deutschen Literatur, für Wackwitz Zeichen einer "Überproduktionskrise", halten Autor wie Rezensent herzlich wenig. Als wohltuend erachtet "sfr" vielmehr Wackwitz' profunde Kenntnis der abendländischen Geistesgeschichte" und seine genaue Beobachtungsgabe gerade des Alltags. Nur ganz selten, merkt der Rezensent eine winzige Kritik an, verlasse sich der Autor aufs "fremde Wort" und verliere beim "akademischen Gewichtheben" seine "Leichtigkeit".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.06.2002
Sehr gefallen hat dem Rezensenten Dirk Knipphals Stephan Wackwitz' Essayband. Schmunzelnd freut er sich, dass es Wackwitz versteht, fernab von "schwerdenkerischen Posen" die "wirklich wichtigen Themen" anzuschneiden wie die "milde Asozialität der Männer" oder das Spazierengehen, mit unaufdringlicher Belesenheit und in angenehm "schweifenden Assoziationen". Hier begegneten sich "Ironie und Ernsthaftigkeit", "Melancholie und schierer Jux", aus denen der Leser sowohl Spaß als auch Erkenntnis gewinne. Ein Buch voller Überraschungen, befindet der Rezensent.
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