Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Stephan Braese
Die andere Erinnerung
Jüdische Autoren in der westdeutschen Nachkriegsliteratur. Habil.
Klappentext
Braese untersucht die charakteristische Stellung jüdischer Autoren im westdeutschen Literaturbetrieb. Grundsätzlich erinnerten sich Deutsche und Juden unterschiedlich an die Jahre von 1933 - 1945. Diese Differenz der Erinnerungen, ja deren Unvereinbarkeit, wird in der westdeutschen Literatur nach 1945 als Erinnerungskonkurrenz konstitutiv. Die Reaktionen und "Antworten" - bezogen auf die nationalsozialistische Herrschaft - abzurufen, nimmt sich der Autor mit der Einordnung auf den Zeitraum von 1945/47 bis 1980 vor.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.11.2002
Jakob Hessing verneigt sich in seiner Rezension vor diesem "ausgezeichneten" Buch. Denn Nationalsozialismus und Verdrängung, das sei auf dem deutschen Buchmarkt kein Nischenthema. Aber wie holprig in der Nachkriegszeit der Weg für jüdische Literatur in die deutschen Buchläden war, darüber gebe es weniges zu lesen. In seinem ausführlichen Text beschreibt der Rezensent, ähnlich wie der Buchautor, das Überleben dreier Autoren - Weil, Hilsenrath, Hildesheimer - in der Nazi-Zeit, ihre weltweit anerkannten Bücher und die Knüppel, die ihnen im Nachkriegsdeutschland von Verlegern und öffentlicher Meinung in die Beine geworfen wurden. Die "Kontinuität der Verdrängung", so der Rezensent, beschreibe der Germanist Stephan Braese klug und einleuchtend, und mit dem Reichtum, "den das Aufbrechen von Verdrängungen freigibt", öffne der Autor ein neues Feld der Literaturgeschichte.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.08.2002
Großes Lob spricht Hanno Loewy der Studie von Stephan Braese aus, dem es gelungen sei, "ohne Larmoyanz und Prätention" ein Kapitel deutscher Literaturgeschichte aufzuarbeiten. Ein Kapitel, das es in sich hat: die Konfrontation der unterschiedlichen Erfahrungen deutscher und jüdischer Autoren direkt nach 1945. Braese geht dabei exemplarisch vor und zeigt anhand der drei jüdischen Autoren Grete Weil, Edgar Hilsenrath und Wolfgang Hildesheimer die Schwierigkeiten, überhaupt eine Position im deutschen Literaturbetrieb behaupten zu können, erklärt Loewy. So rolle er die literaturpolitischen Debatten von 1947 wieder auf, werte Briefe, Tagebücher, Verlagsnotizen, Rezensionen aus und verflechte auf diese Weise Werk- und Rezeptionsgeschichte. Alles ist dicht und spannend erzählt, lobt der Rezensent weiter und spottet, dass man in diesem Intellektuellen-Drama einige "überraschende wie bezeichnende Auftritte" bekannter Akteure wie Walser, Handke, Rühmkorf, Enzensberger erleben könne sowie einen Rezensentenchor, der alles, was ihm unbekannt ist, schlicht einebnet.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Von Lesern empfohlene Bücher
Erhard Oeser: Das Reich des Mahdi
Mit 33 Abbildungen. 1885 erschütterte die westliche Welt die Nachricht vom Fall der Stadt Khartum und der brutalen ...
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen







