Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Die 30-jährige Verena ist eine Diebin der besonderen Art: Sie stiehlt den Menschen ihre Gefühle.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.07.2000
Geteilter Meinung zeigt sich Charlotte Brombach hinsichtlich dieses Romans. Ihr gefällt die Idee, dass eine Frau sich des Privatlebens anderer Leute bemächtigt, um überhaupt wieder so etwas wie Gefühle empfinden zu können. Die Protagonistin Verena simuliert das Leben, ?zweckorientiert, sachlich, mit Kosten-Nutzen-Rechnung im Kopf, aber hoffnungslos romantisch?, wie die Rezensentin feststellt. Dass Verena schließlich über eine Anzeige den Anwalt Roland kennen lernt, der über die in Frage kommenden Kandidatinnen ?erst mal eine Datei? anlegt, bevor sich verliebt, findet Brombach ?ausgetüftelt und nicht unspannend zu lesen?. Voraussetzung sei allerdings, dass man eine Vorliebe für aufwändige Romankonstruktionen mitbringt. Bedauerlich findet die Rezensentin, dass sich beim Lesen nicht wirklich eine Nähe zu Verena und ihrer Welt einstellt. Auch an der Sprache der Autorin hat Brombach Kritik anzumerken: Der Roman ist unter einer ?Sprach-Oberfläche aus Kitschroman- und Psycho-Ratgeber-Versatzstücken versteckt?.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.05.2000
Ein Verriss, der mit einer im FAZ-Feuilleton sonst unbekannten Gehässigkeit endet: Die Handlung des Romans, in dem sich eine Sprechstundenhilfe einen Anwalt angelt, findet Burkhard Scherer "hirn- und sinnlos", in diesem Sinne aber "stilistisch kongenial ausgebreitet". Höhnisch zitiert der Rezensent einige besonders hölzerne Stellen (`Sie war es gewohnt, bei Männern über den Sex zu gehen, um ihnen die für sie wichtigen Gefühle abzutrotzen.`), um sich schließlich über den Klappentext zu mokieren. Der weist die Autorin als `freie Schriftstellerin` aus, was Scherer so nicht hinnehmen mag: "Kapiteldurchnummeriererin" schlägt er ersatzweise vor, denn die Autorin habe es immerhin geschafft, ihre 17 Kapitel korrekt mit eins bis siebzehn zu überschreiben.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.04.2000
Sonja Rudorf hat ihr Romandebüt reichlich versiebt, wie Andreas Nentwich ohne Gnade darlegt. Er findet nicht nur die Idee schwach. Ein Konzept mag er überhaupt nicht auszumachen und auch sprachlich zeige sich die Autorin völlig überfordert: "nur hilfloses Schlingern zwischen einem vage juvenilen Jargon und Gestelztheit", meint Nentwich und zählt dafür einige Beispiele auf. Die zerrüttete Psyche der Protagonistin Verena wird ihm viel zu klischeehaft und trivial begründet (Trennung der Eltern, Rabenmutter etc.). Er rät Rudorf, ihrer Menschenkenntnis etwas auf die Sprünge zu helfen. Überhaupt hat er einige Ratschläge für die Autorin parat: Unter anderem empfiehlt er ihr, sich etwas genauer mit "Erzählperspektiven und Gattungsregeln" auseinander zu setzen, von ihrer Vorliebe für Adjektive Abstand zu nehmen und es zunächst mit "kleineren Erzähl-Einheiten" zu versuchen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.03.2000
In einer sehr kurzen Kritik freut sich Agnes Hüfner über diesen kurzen Erstling von Sonja Rudorf. Knapp schildert die Rezensentin das kalte, aber liebesbedürftige Personal des Buchs und bewundert, wie böse und witzig Rudorf die Machtkämpfe in dieser Liebesunordnung schildert.
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