Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Es ist Sommer geworden. Auf der kleinen Insel in der Elbmündung sind die ersten Feriengäste angekommen, und für den Wirt der Gaststätte Blinkfeuer hat die Saison begonnen. Da peitscht ein Unwetter von der Nordsee über die Insel, und als die Menschen sich wieder an den Strand trauen, liegt dort eine große Kiste, im Sturm über Bord gegangen von einem Schiff der China Shipping Container Lines. Darin befinden sich Masken, bestimmt für das Völkerkundemuseum in Hamburg. Die Menschen probieren die Masken an, sind plötzlich selbst Drache, Tiger oder Puma. Die vermeintliche Maskierung bringt das wahre Gesicht zum Vorschein. Daraus ergeben sich Komplikationen ... "Der Mensch ist am wenigsten er selbst, wenn er für sich selbst spricht. Gib ihm eine Maske, und er wird dir die Wahrheit sagen." Oscar Wilde
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.12.2011
Fünf Erzählungen umfasst dieser Band, informiert Rezensent Florian Kessler. Vier sind ihm etwas zu harmonieselig, aber die fünfte ist eine "Meistererzählung", lobt er. An eine norddeutsche Insel wird eine Kiste mit asiatischen Masken angeschwemmt, die fürs Hamburger Völkerkundemuseum bestimmt waren. Die Bewohner fackeln nicht lange, setzen sie auf und feiern Maskenbälle. Auch zwei junge Menschen sind darunter, die sie verlieben - aber nur, solange sie die Masken aufhaben, so Kessler. Lenz erklärt nichts und harmonisch bleibt es auch nicht. Dem Rezensenten imponiert das ebenso wie Lenz' Erzählungskunst.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2011
Wolfgang Schneider hat im neuen Erzählungsband von Siegfried Lenz eine "verschmitzte Altmeisterlichkeit" und einen Hang zum Surrealen gefunden, die ihm durchaus zusagen. In seiner Titelerzählung "Die Maske" lässt der Autor, der wie kein zweiter Küsten- und Meeresatmosphäre zu evozieren weiß, wie der Rezensent schwärmt, einen angespülten Schiffscontainer mit chinesischen Masken eine ganze Insel in dionysischen Rausch geraten. Deutlich macht Rezensent Schneider, dass sich der späte Autor von "psychologischer Plausibilität" nicht mehr einengen lässt. Überhaupt enthält der Band in seinen Augen einige bemerkenswerte Erzählungen, wie "Der Entwurf", in dem ein Schriftsteller seiner Frau das tragische Ende des gemeinsamen Sohnes erzählt, der doch, wie am Ende klar wird, bereits bei der Geburt gestorben war. Das Konstruierte dieser Schlusspointe nimmt der Rezensent umso williger hin, als dass er die Geschichte einfach "gut erzählt" findet. Und wenn er eine Erzählung wie "Antonia mit dem blauen Schal" wegen ihrer allzu klappernden Mechanik mal für nicht so gelungen hält, dann sieht er sich von der nächsten Geschichte schon wieder durch die "originelle Erzählidee" entschädigt.
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