Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Ferraghani ist Perser, Sanda ist Deutsche. Sie begegnen sich als Studenten in Wien. Ihre Geschichte ist so alt wie die von Romeo und Julia: Sie handelt von den Wonnen und Schrecken der großen Liebe, vom Inbegriff der Seligkeit und vom Absturz in die Realität. Und von der Ergründung dieser Gefühle.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.07.2001
Die Rezension von Helmuth Kiesel liest sich, als stamme sie vom Papst der Literaturkritik höchstpersönlich: von "einem literarischen Meisterwerk" ist da die Rede. Da hat man doch gleich MRRs Stimme im Ohr, die reklamiert, viel zu oft würde dieser Begriff strapaziert, aber manchmal müsse er eben herhalten. An der Erzählung von Mulot stimmt einfach alles, schwärmt Kiesel, kein überflüssiges Wort, eine runde Handlung, ein literatur- und mythengetränktes literarisches Spiel, das die paar Tropfen Kitsch vergessen macht, die der Liebesgeschichte unweigerlich beigemengt sind. Was den Kitsch angeht, bemüht Kiesel Hermann Broch und Gottfried Benn als Zeugen, dass sich Kitsch und Literatur, Literatur und Klischee keinesfalls ausschließen. Der Erzählung angehängt ist ein "Hafis-Orakel", das von dem berühmten persischen Dichter stammt und in dieser Form, so Kiesel, erstmals in deutscher Übersetzung vorliegt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.05.2001
So richtig deutlich wird nicht, ob Wolfgang Werth Sibylle Mulots neuen Roman wirklich gelungen findet, aber zumindest fühlt er sich gut unterhalten - und sei es nur vom sanft-ironischen Spiel mit Orakeln. Insgesamt findet der Rezensent Mulot und ihren Erzählstil "schlau und einfallsreich". Die Geschichte handelt von einem Liebespaar (später retrospektiv von der weiblichen Protagonistin erzählt), das aufgrund von Unterschieden in Kultur und Erwartungshaltung nicht zueinander finden bzw. nicht beieinander bleiben kann - und schließlich sein Schicksal im Orakelspruch bestätigt findet.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.05.2001
Von Mal zu Mal werde Sibylle Mulots Prosa knapper, dichter, präziser, schreibt Martin Ebel begeistert anlässlich ihres neuesten Buches, eines Romans, der aus 20-jähriger Distanz eine leidenschaftliche Liebe aus der Studentenzeit schildert und die Protagonistin im Rückblick ihre eigene Geschichte begreifen lässt. Laut Ebel ist dies das geheime Thema des Buchs: Kleinigkeiten, Zufälle stellen die oft entscheidenden Weichen im Leben wie in der Liebe. Zufrieden geben, meint Ebel der Autorin zustimmend, könne man sich mit dieser Erkenntnis natürlich nicht. Anhand eines persischen Orakels, das dem Roman angehängt ist, spiele die Autorin "leichthändig" mit diesem Erkenntnis- und Wahrnehmungsprozess, der nach Ebel letztlich auch einen Reifeprozess darstellt: das Orakel verbreitet Lebensweisheiten, die persönliche Wahrheiten im gegebenen Moment erkennen lassen. Spät, aber nicht zu spät.
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