Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Lange Gespräche, die sie mit Eva Brauns Cousine Marlene führte, inspirierten Sibylle Knauss zu diesem Roman. Marlene hatte sich während der letzten neun Monate von Hitlers Herrschaft zusammen mit Eva Braun am Obersalzberg aufgehalten. Mehr als fünfzig Jahre schwieg sie über ihre Erlebnisse dort, die sie erst jetzt Sibylle Knauss anvertraute. Die äußert sich folgendermaßen über das Buch: "Die Geschichte ist so wahr wie die ihr zugrunde liegenden Tatsachen und so frei erfunden, wie es Romane sind."
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.06.2001
Der richtige Name von Eva Brauns legendärer Cousine Marlene, die ab Juli 1944 mehrere Monate bei jener in Berchtesgaden verbracht hat, ist Gertrud Weisker, berichtet Susanne Balthasar, und seit sie mit ihrem Bericht über diese Zeit an die Öffentlichkeit getreten sei, stehe sie im Zentrum des Medieninteresses. Dabei ist ihre Geschichte eigentlich unspektakulär, findet Balthasar. Als Zeitzeugin sei sie eher zweitrangig, denn Hitler habe sie persönlich nie getroffen. Aber "Evas Cousine" ist für die Rezensentin "ein gelungenes Beispiel für Realfiktion". Der mitreißende Erzählstrom entstehe zum einen durch den flüssigen Erzählstil, zum anderen aber durch den makaber-voyeuristen Blick auf Hitlers Privatleben, angereichert durch historische Fakten. Das Buch habe Vieles von einem guten Film: ein anstößiges Thema, etwas Sex und die richtigen Bilder, resümiert Balthasar. Die Autorin verstehe es, "das Kino im Kopf anzukurbeln". Eines mache der Roman jedoch deutlich, bemerkt die Rezensentin: während Marlene eine Entwicklung durchmachte, habe Eva bis zum Schluss an ihrer Rolle festgehalten. Insgesamt, stellt sie abschließend fest, erscheine alles in diesem Buch ziemlich simpel - sogar die Liebesgeschichte zwischen Hitler und Eva Braun sei letztendlich allein in ihrer Konsequent außergewöhnlich gewesen.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.02.2001
An diesem Roman lässt Christiane Schott kein gutes Haar. Sie wirft der Autorin nicht nur "emsiges Schwadronieren" vor, sondern wird mitunter gar von "Grausen" erfasst. Der Roman stützt sich auf die authentischen Erinnerungen von Gertraud Weisker, eine Cousine Eva Brauns, die 1944 einige Monate mit ihr auf dem Obersalzberg verbracht hat. Die Rezensentin moniert, dass Knauss aus der naiven Weisker eine fiktive Protagonistin Marlene geschaffen hat, der die "Tendenz zur Heroisierung" anzumerken ist. Damit, so die Rezensentin ungehalten, trage Knauss zur "Geschichtsklitterung" bei, auch wenn das Buch als Roman ausgewiesen sei, der natürlich nicht der Pflicht unterliege, sich an historische Fakten zu halten. Insgesamt, findet sie, neigt die Autorin zur Verharmlosung, beispielsweise, wenn sie den Obersalzberg mit den fiktiven Machtzentren des Bösen in James-Bond-Filmen vergleicht oder wenn sie es "mächtig menscheln" lässt bei der Beschreibung eines im "geblümten Sessel" schlummernden Hitler. Die Rezensentin wünscht sich, die Autorin hätte die Finger von dem Stoff gelassen.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.11.2000
Schon ungewöhnlich in heutigen Zeiten, dass eine ihre spektakuläre Geschichte nicht an eine Zeitung verkauft, sondern einer Romanautorin freie Hand lässt, ihre Geschichte auch noch zu fiktionalisieren. Für Albert von Schirnding jedenfalls konnte die Lebensgeschichte von Gertrud Weisker, der Cousine von Eva Braun, in keine besseren Hände gelangen als die von Sybille Knauss, die ihre "Kunst der Balance von Recherche und Phantasie" auch in ihrem achten Roman meisterlich umsetze. Ihr Erkenntnisinteresse gilt in erster Linie Eva Braun selbst, die ihre Kusine zur Gesellschaft kommen lässt, und ihrer Umgebung, dieser ganzen Pseudoidylle am Obersalzberg, wo sich das "gnädige Fräulein" vor der ungnädigen Welt verborgen hält. "Ein Bollwerk gegen die Zumutungen der Moderne", erläutert der Rezensent. Zur Kontrastierung dieses Nazimilieus habe die Autorin eine Nebenhandlung dazuerfunden, in der ein ukrainischer Zwangsarbeiter die Welt jenseits des Obersalzbergs verkörpere; erst durch diesen Gegensatz, so von Schirnding, gehe der Ich-Erzählerin die schreckliche Abgründigkeit der Berghofidylle auf.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Theodor W. Adorno: Philosophie und Soziologie (1960)
Herausgegeben von Dirk Braunstein. Die Vorlesung über "Philosophie und Soziologie" aus dem Sommersemester ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








