Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Shulamit Lapid

Der tote Bräutigam

Roman

Cover: Der tote Bräutigam

C. Bertelsmann Verlag, München 2000
ISBN-10 3570003175
ISBN-13 9783570003176
Gebunden, 380 Seiten, 20,40 EUR

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Klappentext

Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler. Die Arbeiter der Textilfabrik Sargon streiken, und Lisi Badichis energische Mutter gehört zum Streikkomitee. Natürlich zitiert sie ihre Tochter herbei, aber als die Lisi nach einem Sandsturm auf dem Gelände der Fabrik eintrifft, findet sie ihre Mutter vor, sondern einen Sterbenden. Außerdem eine vom Sturm freigelegte Leiche. Zunächst glaubt Lisi, daß es bei dem Drama nur um lukrative Landkäufe und gestohlene Diamanten im Umfeld der reichen Familie Tarshish geht. Doch im Unterschied zu ihrem gewohnt jähzornigen Schwager, dem Polizeiinspektor Benzi Koresch, wachsen ihre Zweifel. Warum mußten drei Männer sterben? Wer versuchte die russische Einwanderin Luba mit ihrem Baby zu ermorden, und wer attackierte Lisi mit einer Eisenstange? Zum vierten Mal schickt Shulamit Lapid Lisi Badichi ins Rennen gegen Haß, Korruption, Mord. Und wieder ist die eigenwillige Lokalreporterin mit den großen Füßen der Polizei um Längen voraus.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.07.2000

Stefana Sabin bespricht in einer Sammelrezension fünf soeben ins Deutsche übersetzte Romane von israelischen Autorinnen.
1) Ruth Almog: "Ein Engel aus Papier"
Nur die Kunst verspreche Rettung aus der Alltagshölle des jungen des jungen Sha`ul, schreibt die Rezensentin, die die Beschreibung der Hölle offensichtlich beeindruckend fand. Die Sprache sei "lyrisch und unsentimental" und die Figuren seien so stark wie plausibel. Das Resultat: "dichte Atmosphäre".
2) Shulamit Lapid: "Der tote Bräutigam"
Der Roman ist die Fortsetzung einer Reihe, die die Reporterin Lisi Badichi zur Heldin hat. Die Rezensentin stellt fest, dass es der Autorin gelungen ist, den Provinzort Be`er Scheva zu einer "Hauptstadt der Kriminalliteratur" zu machen. Auch der neue Roman kann sie überzeugen: Lapid verfahre raffiniert und habe Überraschungen ebenso wie sympathische Helden zu bieten. An "flotten Sprüchen" fehle es ebensowenig wie an "Wirklichkeitstreue".
3) Zeruya Shalev: "Liebesleben"
Das Urteil der Rezensentin über diesen Liebesroman ist einigermaßen vernichtend: es handle sich um eine Mischung von inhaltlichen und formalen Klischees, die Sprache erhebe sich kaum über das Niveau von Trivialromanen. Der Weg von erotischer Leidenschaft zu Liebe, den der Roman ausmessen wolle, führe letztlich nur zu einem: "literarischem Kitsch".
4) Judith Katzir: "Fellinis Schuhe"
Die Flucht aus dem Alltag, die Malka, die Heldin von Katzirs Roman unternimmt, führt sie zu einem alternden Filmregisseur. Dessen Traum von einem großen Film wird zuletzt nichts an der Wirklichkeit verändert haben, wie die Rezensentin feststellt, sehr wohl aber einiges im Reich der Möglichkeiten. Die Mischung des Romans gefällt ihr, selbst die Slapstick-Szenen betonten noch die "impressionistisch-melancholische Note".
5) Yael Hedaya: "Liebe pur"
Die Figuren des Romans bleiben namenlos, in der Beschreibung ihrer Zerrissenheit jedoch würden sie zu "realistischen Gestalten". Sehr sensibel, so die Rezensentin, verfahre die Autorin, zudem mit einigem erzählerischen Geschick in der Wahl der Perspektiven. Wohltuend sei der Verzicht auf Pathos in der "schmucklosen Sprache" - denn gerade in ihrer Leichtigkeit sei die Geschichte irritierend.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren