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Shmuel N. Eisenstadt
Die Vielfalt der Moderne
Klappentext
Übersetzt und bearbeitet von Brigitte Schluchter. Anders als Francis Fukuyama, der für die Zukunft mit einer Homogenisierung der modernen Welt in Richtung auf Liberalismus und Marktwirtschaft rechnet, oder Samuel P. Huntington, der durch die Globalisierung eher mit einem Kampf der Kulturen rechnet, ist Eisenstadts These, dass wir heute die oftmals konfliktreiche Entwicklung mehrerer Arten der Moderne beobachten. Diese Vorlesungen hat Eisenstadt im Sommer 1997 an der Universität Heidelberg gehalten.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.10.2000
Leonhard Neidhart ist äußerst angetan von der Studie über Entwicklung und unterschiedliche Ausprägungen moderner Zivilisationen. Der Autor wende sich gegen "klassische Modernisierungstheorien", kritisiere aber genauso neuere Ansätze wie die von Fukuyama und Huntington. Das Hauptanliegen Eisenstadts sieht der Rezensent in der Abkehr von der "Konvergenzannahme" gegen die sich Eisenstadt mit seiner These von der "Vielfalt" und Unterschiedlichkeit moderner Gesellschaftsentwicklungen wendet, wobei er sich exemplarisch mit den USA, Japan und Europa beschäftigt. Der Rezensent preist die gute Lesbarkeit der "komplexen und aktuelle" Untersuchung, die aus einem 1997 an der Universität Heidelberg gehaltenen Gastvortrag hervorgegangen ist und hebt die "vorzügliche" Übersetzung hervor. Er lobt den Verzicht auf unverständlichen Fachjargon mit dem Eisenstadt seine "theoretisch und empirisch fundierten" Überlegungen darlegt und betont nachdrücklich den "Reifegrad" dieser Studie.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.07.2000
Ein kleiner Satz, vom Rezensenten so mal eben hinterhergeschickt: Eisenstadts Aufsatzsammlung über "Die Vielfalt der Moderne" habe als "bislang gelungenste Revision der Modernisierungstheorie" zu gelten. Kenntnisreich erläutert Peter Vogt, was der Modernisierungstheorie bislang zu eigen war: eine angenommene Dichotomie von Moderne und Tradition, die allen soziologischen Ansätzen - so unterschiedlich sie auch sonst aussehen mögen - zugrunde lag. Mit dem Begriff der "Achsenzeit" kontere der israelische Soziologe dieses Modell und versuche seine Überlegungen auf die heutige Welt mit ihrer "Vielzahl von Modernen" anzuwenden: Vogt zufolge ist ihm das im Kapitel über Japan besonders gelungen. Für missraten hält Vogt dagegen den Abschnitt über den Fundamentalismus, auch wenn er Eisenstadts Definition des Fundamentalismus als einer "nicht-westlichen Vision von Moderne" teilt. Der Autor untergrabe seine Behauptung, schreibt Vogt, indem er immer wieder auf die religiös-jakobinischen Anteile des Fundamentalismus verweise - ein Analogie, die laut Vogt inhaltlich kaum weiterbringt. Ansonsten, wie bereits gesagt: volles Lob.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.03.2000
Die jüngste Studie von N. S. Eisenstadt, die auf 1997 an der Universiät Heidelberg gehaltene Vorlesungen zurückgeht, findet Thomas Krüger zwar grundsätzlich überzeugend, der hohe Abstraktionsgrad des Buches verdamme es allerdings dazu, "Lektüre für einen kleinen Kreis von Spezialisten zu werden". Krüger stellt zu Beginn kurz Autor und Werk vor, das wesentlich dazu beigetragen habe "das Verständnis der Moderne aus jener eurozentrischen Deutung herauszulösen", die westliche Entwicklungsmuster als allgemeingültig angesehen habe. Der Rezensent skizziert Eisenstadts Überlegungen zum islamischen Fundamentalismus und dessen Betrachtungen der amerikanischen und der japanischen Gesellschaft, "der ersten, nichtwestlichen modernen Kultur". Man spürt, daß Krüger das Buch theoretisch recht anregend, praktisch aber nicht überaus fesseln fand.
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