Bücherschau der Woche
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Klappentext
Aus dem Englischen von Peter Knecht. Vom Aufstieg und Fall eines Filmhelden mit großen Ambitionen und zweifelhafter Moral erzählt Shashi Tharoor in diesem tragikomischen Roman über das Showgeschäft Indiens: Alles ist inszeniert, Drehbuch und Wirklichkeit gehen nahtlos ineinander über. Eine groteske Maskerade von Verführung und Intrige zwischen Macht und Privilegien, Politik und Medien - die Mega-Filmindustrie Bombays ("Bollywood") als Metapher für die moderne Gesellschaft.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.12.2006
Shashi Taroor beziehe sein Tempo und seinen erzählerischen Witz allein aus der Vorlage der indischen Traumfabrik, meint Tanya Lieske. Der Autor schreibe "amüsant, aber nicht despektierlich" und mache aus der unterhaltsamen Vorlage eine distanzierte Analyse der Traumfabrik. Wie in den Filmen Bollywoods, so siegt in der Geschichte über Aufstieg und Fall des Schauspielers Ashok Banjara das Gute. Die Regeln gelten auch für den Roman, der damit zum Lehrstück, zur Bühne eines Welttheaters, wird, wie Lieske interpretiert. "Die Kulissen sind klar ausgeschildert, und es besteht keine Gefahr, dass der Leser sich darin verirrt." Ob sich die Lektüre des Romans tatsächlich lohnt, bleibt offen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.10.2006
Film und Wirklichkeit nebeneinander herlaufen und gegenseitig befruchten zu lassen, das ist die Idee von Shashi Taroors Buch, erklärt Maike Albath - und sie funktioniert. Taroor habe die Geschichte um den Aufstieg und Fall des Filmstars Ashok Banjara dann auch wie ein Drehbuch angelegt, mit diversen Außen- und Innensettings sowie Monologen der Figuren, ergänzt durch Zusammenfassungen anderer Drehbücher. Taroor bewege sich souverän in diesem Stil, anders als im klassischen Bollywood-Film gebe es für den Helden kein Happy-End, aber auch keine zu strikte Moral, was den "Slapstick"-Einlagen und "Deus-ex-macchina-Coups" zu verdanken sei. Albath hat sich offenbar in nicht geringem Maße unterhalten und in dieser "aufschlussreichen kleinen Gesellschaftsstudie" schließlich sogar etwas über den Subkontinent erfahren.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006
Sabine Löhr schätzt Shashi Tharoors satirischen Roman als ein gelungenes Abbild der indischen Traumfabrik. Nicht mehr und nicht weniger, als in diesem Buch steht, möchte sie erfahren über Bollywood und seine Produkte. Als Fan outet sie sich damit nicht gerade. Schon weil sie die Lektüre einer dreistündigen Kinovorstellung vorzieht. Dafür allerdings entdeckt sie dann doch erstaunlich viel Bollywoodeskes: Den Helden enttarnt sie als den Leinwandstar Amitabh Bachchan, Anspielungen auf alte Filme und Schauspieler entgehen ihr nicht, die Verschachtelung der Story hält sie für "filmgerecht", und die sprachliche Plattheit, findet sie, steht der zweidimensionalen Figurenzeichnung ganz gut. Dass Löhr ausgerechnet die für diese Art von Unterhaltung so unentbehrlichen Musikszenen mit ihren "Liebesschmerzfamilienglücktexten" überblättert, führt zurück zu unserer Eingangsthese: Ein Fan ist diese Frau nicht.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.09.2006
Einen zwiespältigen Eindruck hat Shashi Tharoors Roman "Bollywood" bei Rezensentin Susanne Messmer hinterlassen. Sie attestiert dem Buch durchaus einigen Unterhaltungswert. Auch viele aufschlussreiche Beobachtungen über das reale Indien habe es zu bieten: so erfahre der Leser eine Menge über die indische Filmindustrie und ihre Verwicklungen in die Politik, über Armut in Indien und die Auseinandersetzung der verschiedenen Volksgruppen und Kasten. Allerdings stört sich Messmer an Tharoors wohlfeiler Ironie, mit der er Bollywoodfilme immer wieder karikiert. Dabei beschleicht sie nämlich das Gefühl, der Autor schmücke sich mit "fremden Lorbeeren", um sie dann zu zerrupfen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.09.2006
Burkhard Müller bewundert in Shashi Tharoors Roman "Bollywood" einen gekonnt ausgeführten "Unterhaltungsroman", der darüber hinaus auch auf vergnügliche Weise in indische Filmwelt und Politik blicken lässt. Der in London geborenen Autor habe in Indien und den USA gelebt und kenne sich damit in der Welt der Filmproduktionen aus, meint der Rezensent, der zudem glaubt, dass sich dieser Roman vor allem an ein westliches Lesepublikum wendet. Es geht um einen jungen Mann, der durch Bestechung an eine Filmrolle gelangt und schließlich in einer Verwechslung von Rolle und wirklichem Leben im indischen Parlament landet, aus dem er bald wegen eines Korruptionsskandals wieder herausgeworfen wird. Auch im Roman lassen sich die Figuren kaum von ihren Filmrollen trennen, bemerkt der Rezensent vergnügt, was, wie er findet, dem Buch einen besonderen Reiz verleiht.
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