Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Shashi Tharoor

Bollywood

Roman

Cover: Bollywood

Insel Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN-10 3458173129
ISBN-13 9783458173120
Gebunden, 413 Seiten, 22,80 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Englischen von Peter Knecht. Vom Aufstieg und Fall eines Filmhelden mit großen Ambitionen und zweifelhafter Moral erzählt Shashi Tharoor in diesem tragikomischen Roman über das Showgeschäft Indiens: Alles ist inszeniert, Drehbuch und Wirklichkeit gehen nahtlos ineinander über. Eine groteske Maskerade von Verführung und Intrige zwischen Macht und Privilegien, Politik und Medien - die Mega-Filmindustrie Bombays ("Bollywood") als Metapher für die moderne Gesellschaft.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.12.2006

Shashi Taroor beziehe sein Tempo und seinen erzählerischen Witz allein aus der Vorlage der indischen Traumfabrik, meint Tanya Lieske. Der Autor schreibe "amüsant, aber nicht despektierlich" und mache aus der unterhaltsamen Vorlage eine distanzierte Analyse der Traumfabrik. Wie in den Filmen Bollywoods, so siegt in der Geschichte über Aufstieg und Fall des Schauspielers Ashok Banjara das Gute. Die Regeln gelten auch für den Roman, der damit zum Lehrstück, zur Bühne eines Welttheaters, wird, wie Lieske interpretiert. "Die Kulissen sind klar ausgeschildert, und es besteht keine Gefahr, dass der Leser sich darin verirrt." Ob sich die Lektüre des Romans tatsächlich lohnt, bleibt offen.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.10.2006

Film und Wirklichkeit nebeneinander herlaufen und gegenseitig befruchten zu lassen, das ist die Idee von Shashi Taroors Buch, erklärt Maike Albath - und sie funktioniert. Taroor habe die Geschichte um den Aufstieg und Fall des Filmstars Ashok Banjara dann auch wie ein Drehbuch angelegt, mit diversen Außen- und Innensettings sowie Monologen der Figuren, ergänzt durch Zusammenfassungen anderer Drehbücher. Taroor bewege sich souverän in diesem Stil, anders als im klassischen Bollywood-Film gebe es für den Helden kein Happy-End, aber auch keine zu strikte Moral, was den "Slapstick"-Einlagen und "Deus-ex-macchina-Coups" zu verdanken sei. Albath hat sich offenbar in nicht geringem Maße unterhalten und in dieser "aufschlussreichen kleinen Gesellschaftsstudie" schließlich sogar etwas über den Subkontinent erfahren.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006

Sabine Löhr schätzt Shashi Tharoors satirischen Roman als ein gelungenes Abbild der indischen Traumfabrik. Nicht mehr und nicht weniger, als in diesem Buch steht, möchte sie erfahren über Bollywood und seine Produkte. Als Fan outet sie sich damit nicht gerade. Schon weil sie die Lektüre einer dreistündigen Kinovorstellung vorzieht. Dafür allerdings entdeckt sie dann doch erstaunlich viel Bollywoodeskes: Den Helden enttarnt sie als den Leinwandstar Amitabh Bachchan, Anspielungen auf alte Filme und Schauspieler entgehen ihr nicht, die Verschachtelung der Story hält sie für "filmgerecht", und die sprachliche Plattheit, findet sie, steht der zweidimensionalen Figurenzeichnung ganz gut. Dass Löhr ausgerechnet die für diese Art von Unterhaltung so unentbehrlichen Musikszenen mit ihren "Liebesschmerzfamilienglücktexten" überblättert, führt zurück zu unserer Eingangsthese: Ein Fan ist diese Frau nicht.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.09.2006

Einen zwiespältigen Eindruck hat Shashi Tharoors Roman "Bollywood" bei Rezensentin Susanne Messmer hinterlassen. Sie attestiert dem Buch durchaus einigen Unterhaltungswert. Auch viele aufschlussreiche Beobachtungen über das reale Indien habe es zu bieten: so erfahre der Leser eine Menge über die indische Filmindustrie und ihre Verwicklungen in die Politik, über Armut in Indien und die Auseinandersetzung der verschiedenen Volksgruppen und Kasten. Allerdings stört sich Messmer an Tharoors wohlfeiler Ironie, mit der er Bollywoodfilme immer wieder karikiert. Dabei beschleicht sie nämlich das Gefühl, der Autor schmücke sich mit "fremden Lorbeeren", um sie dann zu zerrupfen.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.09.2006

Burkhard Müller bewundert in Shashi Tharoors Roman "Bollywood" einen gekonnt ausgeführten "Unterhaltungsroman", der darüber hinaus auch auf vergnügliche Weise in indische Filmwelt und Politik blicken lässt. Der in London geborenen Autor habe in Indien und den USA gelebt und kenne sich damit in der Welt der Filmproduktionen aus, meint der Rezensent, der zudem glaubt, dass sich dieser Roman vor allem an ein westliches Lesepublikum wendet. Es geht um einen jungen Mann, der durch Bestechung an eine Filmrolle gelangt und schließlich in einer Verwechslung von Rolle und wirklichem Leben im indischen Parlament landet, aus dem er bald wegen eines Korruptionsskandals wieder herausgeworfen wird. Auch im Roman lassen sich die Figuren kaum von ihren Filmrollen trennen, bemerkt der Rezensent vergnügt, was, wie er findet, dem Buch einen besonderen Reiz verleiht.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren