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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Sari Nusseibeh

Es war einmal ein Land

Ein Leben in Palästina

Cover: Es war einmal ein Land

Antje Kunstmann Verlag, München 2008
ISBN-10 3888975107
ISBN-13 9783888975103
Gebunden, 527 Seiten, 24,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Katharina Förs, Gabriele Gockel und Thomas Wollermann. "Es war einmal ein Land" - wie der Anfang eines Märchens klingt der Titel von Sari Nusseibehs Autobiografie, die sich wie ein unvollendeter Roman aus dem 19. Jahrhundert liest und gleichzeitig ein lebendiges Bild der heutigen palästinensischen Gesellschaft zeichnet. Man versteht nach dieser aufwühlenden Lebensgeschichte Nusseibehs, Rektor der Al-Quds-Universität in Jerusalem, dass man das Leben der "anderen" kennen muss, um den israelisch-palästinensischen Konflikt überhaupt lösen zu können.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.07.2008

Sehr eingenommen ist Rezensentin Alexandra Senfft von dieser Autobiografie Sari Nusseibehs. Ausführlich zeichnet sie das Leben des palästinensischen Philosophen nach, der sich für eine Verbündung von Israelis und Palästinensern und eine Lösung der Vernunft im Nahen Osten einsetzt. Nusseibeh, der für sein Engagement und seinen zivilen Ungehorsam oft von beiden Seiten angefeindet wurde, steht in ihren Augen beispielhaft für jene "friedensbereiten Palästinenser, die es eben auch gibt". Gerade die vielen Widerspüche und Ambivalenzen, die der querdenkende Autor in seinem Leben aushalten musste, machen das Buch für Senfft "so lesenwert und ermutigend".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.05.2008

Renate Wiggershaus zeichnet in ihrer Besprechung der Autobiografie Sari Nusseibehs "Es war einmal ein Land" das Leben des palästinensischen Philosophen und Präsidenten der arabische Al-Quds Universität in Jerusalem nach. Vor dem Hintergrund der Überlegung Nusseibehs, ob die Unkenntnis des Lebens der jeweils anderen den Kern des israelisch-plalästinensischen Konflikts bilde, erschließt sich der Rezensentin das Buch als der fortgesetzte Versuch eines Weltbürgers, sich politisch mit den Mitteln der Vernunft für eine Zweistaatenlösung einzusetzen. Angesichts des gemeinsamen Interesses sehe der Autor in Israelis und Palästinensern eher Verbündete als Feinde. Wiggershaus lobt die Autobiografie am Ende mit den Worten Amos Oz', zu dessen "Geschichte von Liebe und Finsternis" sich das Buch ihrer Meinung nach komplementär verhalte, als "ein feinsinniges, trauriges und humorvolles Erinnerungsbuch".

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.05.2008

Sari Nusseibehs Autobiografie "Es war einmal ein Land - Ein Leben in Palästina" hat Rezensent Rudolf Walther recht beeindruckt. Ausführlich rekapituliert er die Lebensgeschichte des aus einer vermögenden, kosmopolitisch ausgerichteten Adelsfamilie stammenden palästinensischen Philosophen und Politikers, berichtet über dessen Studium in London und den USA und über seine Lehrtätigkeit in der Birzeit-Universität und an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Besonders unterstreicht Walther das politische Engagement Nusseibehs, sein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit und zivilem Ungehorsam und seine kritische Auseinandersetzung mit Israelis und Palästinensern, wegen der er immer wieder zwischen alle Fronten geriet. Dabei werde dem Leser auch die "Tragödie des Nahostkonflikts und der halbherzigen Friedensversuche" vor Augen geführt. Walthers Fazit: ein "ebenso spannender wie bedrückender Zeitzeugenbericht."

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 03.04.2008

Einen derart "erlebten und reflektierten Durchgang" durch die letzten sechs Jahrzehnte palästinensischer Geschichte wie diese Lebenserinnerungen des in Jerusalem geborenen palästinensischen Philosophieprofessors hat Rezensentin Bernadette Conrad noch nie gelesen. Wie einen Krimi kam ihr diese Lebensgeschichte außerdem mitunter vor, in dem ihr die dort geschilderte Kontinuität von Leiden, Lebensgefahr und dem ständigen Druck, existenzielle Entscheidungen zu treffen, mitunter fast unwahrscheinlich erschien. Der als Sohn eines jordanischen Ministers und Exilpalästinensers aufgewachsene Sari Nusseibeh sei immer wieder Berater sowohl Israels als auch Arafats gewesen, dem er den Informationen der Rezensentin zufolge bei Aufbau einer Zivilverwaltung geholfen hat, und am Ende umsonst gegen die korrupte Guerillamentalität des legendären Palästinenserführers kämpfte. Die Rezensentin zeigt sich immer wieder fasziniert von historischen, religiösen und politischen Lesarten der verhängnisvollen Affäre dreier Weltreligionen mit seiner Geburtsstadt, aber auch von der Radikalität, mit der Nusseibeh seine Standpunkte fern ab aller Ideologie und Parteinahme definiert.

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