Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Sandra Luchsinger

Paolos Glück

Eine Geschichte zum Weinen

Cover: Paolos Glück

Orell Füssli Verlag, Zürich 2004
ISBN-10 3715204877
ISBN-13 9783715204871
Gebunden, 32 Seiten, 13,90 EUR

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Klappentext

Paolo Piangino ist ein sehr glücklicher Mann. Denn Paolo weint viel. Er kann bei Geschichten mit glücklichem Ende weinen und bei Geschichten mit traurigem Ende. Paolos Tränen sind sein Glück, er lässt seinen Gefühlen freien Lauf. Wenn er traurig ist, trösten ihn seine Tränen, wenn er glücklich ist, machen ihn seine Tränen noch fröhlicher. Fasziniert sehen die Leute in der Stadt eines Tages zu, wie aus Paolos Tränen rote Blumen wachsen. Seine Tränen machen Paolo berühmt. Alle wollen ihn zu sich einladen, alle erhoffen sich ein paar Tränen von ihm. Doch Paolo wird der Rummel bald zu viel. Heimlich, still und leise macht er sich davon. Zurück bleiben ein paar Blumen und viele Leute, die vor Traurigkeit bitterlich zu weinen beginnen. - Wer weiß, vielleicht werden aus ihren Tränen eines Tages echte Glückstränen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.07.2004

Christina Thurner ist schlichtweg begeistert: Auf den ersten Blick wird "feinsinnig und originell" die Geschichte von Paolo Piangino als "Erfolgsstory" erzählt, so die Rezensentin. Ein einfacher Mann, der aber mit seinen Tränen aus Glück oder Trauer "Blumen mit roten tulpenartigen Blüten" wachsen lassen kann und deshalb "gefeiert, gekrönt, gesucht (...) und bedrängt" wird. Der zweite Blick aber enthülle die Geschichte der "im grauen Alltag zurückgelassenen Menschen". Bild und Text, lobt die Rezensentin bewundernd, sind dabei in einem "raffinierten Spannungsverhältnis" abgestimmt, in dem das Bild auch erzählen darf und der Text "in seiner kargen Zurückhaltung feine Doppelbödigkeiten" aufweist. Diese sind auch "dramaturgisch bemerkenswert" miteinander verwoben. Auch das offenen Ende empfindet die Christina Thurner als "wohlweislich" gewählt: Der Leser entscheidet, ob die Menschen weiterhin dem Wunderweiner folgen, oder "sich mit ihren eigenen Wundern zufrieden geben".

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.05.2004

"Der jungen Schweizerin Sandra Luchsinger ist mit diesem Debüt ein Gesamtkunstwerk gelungen", staunt Bruno Blume. Einfach alles gefällt ihm: die wunderbaren Bilder und die Geschichte von Paolo, einem unscheinbaren, aber glücklichen kleinen Mann, der gerne weint. Wo immer seine Tränen hinfallen, wachsen große rote Blumen. Die Menschen in seiner Stadt sind begeistert, ein "Medien-Hype" entsteht, dem sich Paolo schließlich durch Flucht entzieht. Depression in der kleinen Stadt, die Menschen fangen an zu weinen - und plötzlich blühen die roten Blumen wieder, erzählt unser Rezensent. Kinder können sich hier ohne weiteres "von der Kraft des Weinens" überzeugen, lobt er. Das Buch, findet er, wurde "zu Recht mit dem Schweizer Bilderbuchpreis 2003 ausgezeichnet".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren