Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Paolo Piangino ist ein sehr glücklicher Mann. Denn Paolo weint viel. Er kann bei Geschichten mit glücklichem Ende weinen und bei Geschichten mit traurigem Ende. Paolos Tränen sind sein Glück, er lässt seinen Gefühlen freien Lauf. Wenn er traurig ist, trösten ihn seine Tränen, wenn er glücklich ist, machen ihn seine Tränen noch fröhlicher. Fasziniert sehen die Leute in der Stadt eines Tages zu, wie aus Paolos Tränen rote Blumen wachsen. Seine Tränen machen Paolo berühmt. Alle wollen ihn zu sich einladen, alle erhoffen sich ein paar Tränen von ihm. Doch Paolo wird der Rummel bald zu viel. Heimlich, still und leise macht er sich davon. Zurück bleiben ein paar Blumen und viele Leute, die vor Traurigkeit bitterlich zu weinen beginnen. - Wer weiß, vielleicht werden aus ihren Tränen eines Tages echte Glückstränen.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.07.2004
Christina Thurner ist schlichtweg begeistert: Auf den ersten Blick wird "feinsinnig und originell" die Geschichte von Paolo Piangino als "Erfolgsstory" erzählt, so die Rezensentin. Ein einfacher Mann, der aber mit seinen Tränen aus Glück oder Trauer "Blumen mit roten tulpenartigen Blüten" wachsen lassen kann und deshalb "gefeiert, gekrönt, gesucht (...) und bedrängt" wird. Der zweite Blick aber enthülle die Geschichte der "im grauen Alltag zurückgelassenen Menschen". Bild und Text, lobt die Rezensentin bewundernd, sind dabei in einem "raffinierten Spannungsverhältnis" abgestimmt, in dem das Bild auch erzählen darf und der Text "in seiner kargen Zurückhaltung feine Doppelbödigkeiten" aufweist. Diese sind auch "dramaturgisch bemerkenswert" miteinander verwoben. Auch das offenen Ende empfindet die Christina Thurner als "wohlweislich" gewählt: Der Leser entscheidet, ob die Menschen weiterhin dem Wunderweiner folgen, oder "sich mit ihren eigenen Wundern zufrieden geben".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.05.2004
"Der jungen Schweizerin Sandra Luchsinger ist mit diesem Debüt ein Gesamtkunstwerk gelungen", staunt Bruno Blume. Einfach alles gefällt ihm: die wunderbaren Bilder und die Geschichte von Paolo, einem unscheinbaren, aber glücklichen kleinen Mann, der gerne weint. Wo immer seine Tränen hinfallen, wachsen große rote Blumen. Die Menschen in seiner Stadt sind begeistert, ein "Medien-Hype" entsteht, dem sich Paolo schließlich durch Flucht entzieht. Depression in der kleinen Stadt, die Menschen fangen an zu weinen - und plötzlich blühen die roten Blumen wieder, erzählt unser Rezensent. Kinder können sich hier ohne weiteres "von der Kraft des Weinens" überzeugen, lobt er. Das Buch, findet er, wurde "zu Recht mit dem Schweizer Bilderbuchpreis 2003 ausgezeichnet".
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