Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Sammy Gronemann

Tohuwabohu

Roman

Cover: Tohuwabohu

Reclam Verlag, Leipzig 2000
ISBN-10 3379016888
ISBN-13 9783379016889
Taschenbuch, 378 Seiten, 10,12 EUR

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Klappentext

"Berli Weinstein hatte sich wieder einmal taufen lassen, und diesmal mit Erfolg." So beginnt einer der originellsten Romane des 20. Jahrhunderts. 1920 erschienen, erlebt er bis 1925 sechzehn Auflagen. Das "Tohuwabohu" beginnt damit, dass ein junger Ostjude nach Berlin und ein vornehmer, getaufter Berliner Jude nach Borytschew kommen. Mit von der Partie sind Ostjuden und Reformierte, Getaufte und Antisemiten, Fromme und Liberale.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2001

Beatrix Langner nutzt die Besprechung der beiden Romane, um allgemein die Situation von Juden in Berlin vor 1933 zu beschreiben. Sie empfiehlt, die beiden Bücher zusammen zu lesen, da sie zwei Seiten jüdischen Lebens beleuchteten. Auch finde man in beiden Büchern Argumente für eine internationale zionistische Bewegung.
1.) Sammy Gronemann: "Tohuwabohu"
Diesen Roman, der bereits 1920 in Berlin erschien und nun neu aufgelegt wurde, lobt die Rezensentin als präzisen Blick auf die "Nahtstelle zwischen assimilierten und traditionellen Judentum". Er spielt auf "engstem Raum", nämlich im Berliner Scheunenviertel und beleuchtet, so Langner, vor allem das Zusammentreffen der ansässigen Juden mit den meist bettelarmen Zuzüglern aus Osteuropa. Gronemann schildere auch, wie erfinderisch Letztere waren, um ihren Glauben mit kapitalistischen Geschäftspraktiken unter einen Hut zu bekommen.
2.) Martin Beradt: "Die Strasse der kleinen Ewigkeit"
Dieser Roman, der ebenfalls im Berliner Scheunenviertel spielt, zeigt die Innenperspektive jüdischer Gemeinschaft, wie Langner meint. Die Rezensentin weist auf die "sanfte Melancholie jiddischer Alltagspoesie" hin, die den Ton dieses Buches ausmacht. Abschließend wendet sie sich noch dem "umfangreichen", wenn auch schwierigen Nachwort von Eike Geisel zu, das sich u. a. mit der touristischen Wiederbelebung des Scheunenviertels beschäftigt und seine "Wut" über städtebaulichen Entscheidungen in dem Bezirk nicht verhehlen kann.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2000

Thomas Rietzschel merkt an, dass man heute eigentlich nur wenig über das jüdische Leben in Deutschland zu Beginn des Jahrhunderts weiß. Um so mehr begrüßt er die Neuauflage des bereits 1920 erschienenen Bandes. Schon damals war das Buch erfolgreich, wie der Leser erfährt, zumal es "Deutsche wie Juden in fremde Bereiche führte, in Kreise, die sie gegenseitig mieden". Besonders begeistert ist Rietzschel von dem Facettenreichtum des Buchs, in dem sowohl "orthodoxe Fanatiker" und Assimilierte auftauchen, Rabbiner und auch Juden, die ihre Herkunft verleugneten.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.06.2000

1920 ist dieser Roman über das Leben des jüdischen Antihelden Heinz erstmals erschienen; in ihm beschäftigt sich der 1875 geborene Autor mit dem Assimilationszwang des jüdischen Bürgertums vor der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Und das tut er, meint K.H. Kramberg, mit "schwarzem Humor" und einem "zum Heulen schönen" Deutsch. Der Autor selbst war überzeugter Zionist, schreibt Kramberg, und wanderte 1933 zunächst nach Paris und drei Jahre später nach Tel Aviv aus, wo er 1952 starb. Aber auch dem "jüdischen Vaterland" ist das große Durcheinander nach Sammy Gronemann nicht fremd, befindet Kramberg, ohne allerdings mehr zu verraten über Inhalt, Form und Stil des Romans. Ein Lob, dessen Begründung in dieser Besprechung leider nicht zugänglich gemacht wird.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren