Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Sabine Mangold

Eine weltbürgerliche Wissenschaft

Die deutsche Orientalistik im 19. Jahrhundert

Cover: Eine weltbürgerliche Wissenschaft

Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2004
ISBN-10 3515085157
ISBN-13 9783515085151
Gebunden, 330 Seiten, 69,00 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Die Orientalistik gilt heute als exotisches Orchideenfach. Dieses Urteil kursierte bereits im 19. Jahrhundert. Trotzdem gehörte das Fach bis zum Ersten Weltkrieg zur festen Grundausstattung der Philosophischen Fakultäten. Die vorliegende Studie geht daher der Frage nach, wie es der Orientalistik in Deutschland gelang, sich im Geflecht von Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit an den Universitäten nicht nur zu etablieren, sondern langfristig zu verankern. Wie gingen die deutschen Orientalisten mit dem Vorwurf um, eine "Luxuswissenschaft" zu sein, und worin begründete sich dieser?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.11.2004

In ihrer "exzellenten Studie", so der mit "wgs" zeichnende Rezensent, zeichnet Sabine Mangold die Geschichte der europäischen Orientalistik zwischen 1800 und 1914 nach und macht deutlich, welche Sonderstellung dabei die deutsche Orientalistik einnimmt. In der Tat, so der Rezensent, sei die deutsche Beschäftigung mit dem Orient mehr im Sinne eines "von Politik und Macht freien Strebens nach humanistischer Aufklärung" verlaufen, im Gegensatz zu den eher "kolonialen Zielen" der französischen oder britischen Orientalistik. Diese deutsche Besonderheit spiegele sich zum Beispiel auf der zum 25-jährigen Bestehen der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft angefertigten Medaille: "Die eichenbekränzte Germania reicht die Fackel der Wahrheit dem muskulösen Orientalen, der, unter seiner Palme auf einem Löwen dösend, erwacht." Hier werde der Orientale nicht "gebieterisch verklärt, feminisiert und penetriert", wie es außerhalb Deutschlands der Fall war. Was allerdings zu kurz kommt, so der einzige Kritikpunkt des Rezensenten, ist der Wandel, der mit 1914 einsetzt, als die Islamforschung mit aufrührerischen Wissenschaftlern wie Carl Heinrich Becker ihre Unschuld verliert.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren