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Rudolf Hildebrand, Kaspar Moosbrugger
Kaspar Moosbrugger - Rudolf Hildebrand: Briefe 1869 bis 1894
Klappentext
Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Jürgen Thaler. Ein Briefwechsel für Kenner des 19. Jahrhunderts und Genießer landsmannschaftlicher Unterschiede (hier die seltene Variante sächsisch-vorarlbergisch). Der Beamte Kaspar Moosbrugger, 1830-1917, gründete mit seinem Schwager Franz Michael Felder die "Vorarlberger Partei der Gleichberechtigung" und galt dem extrem reaktionären Klerus bald als subversiv. Rudolf Hildebrand, 1824-1894, war Professor in Leipzig und Herausgaber des Deutschen Wörterbuchs. Beide Briefpartner einte die Ablehnung des politischen Katholizismus, die Bestimmung des eigenen "Germanischen" verlief freilich in unterschiedlichen Bahnen: Der Leipziger Professor kämpfte von seinem Katheder aus gegen das "lateinische und das französische Römertum" und begrüßte den Krieg gegen Frankreich 1870/71, der Vorarlberger lehnte das nagelneue Dogma von der päpstlichen Infallibilität ab.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2000
Für Hansjörg Graf steht bei diesem Briefwechsel vor allem eines im Vordergrund: "das Alemannische als Ausdruck einer demokratischen Grundhaltung und einer Ästhetik, die sich an den Realien des bäuerlichen Alltags orientiert". Dass sich der Verlag mit diesem Band in erster Linie an Leser wendet, die sich für das Leben und Werk Michael Felders interessieren, findet Graf nachvollziehbar, da der Briefwechsel weitgehend von Felders Leben und der Resonanz auf dessen Werke geprägt ist. Thematisiert werde beispielsweise der Umgang mit Felders "literarischem Nachlass", vor allem mit seiner nie vollendeten Autobiografie. Dabei ist, so Graf, "die Verbindung von Idealismus und Pragmatismus, die den Weltbildern von Felder und seiner Freunde zu Grunde liegt, (...) ein Markenzeichen dieser Korrespondenz". Deutlich werde auch, welche Reformen Moosbrugger anstrebe: einerseits orientiere er sich an der "ungarischen Freiheitsbewegung", aber auch an den `weltregierenden Ideen des Kristenthums`, wobei er mit "Verknöcherungen" in Staat und Kirche aufräumen will. Die "Brisanz dieses Briefwechsels" sieht der Rezensent vor allem in den damals aktuellen "Auseinandersetzungen zwischen den Ultramontanen und ihren Gegnern im sozialdemokratischen und liberalen Lager", die seiner Meinung nach noch nicht abgeschlossen sind.
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