Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Rudolf Hildebrand, Kaspar Moosbrugger

Kaspar Moosbrugger - Rudolf Hildebrand: Briefe 1869 bis 1894

Cover: Kaspar Moosbrugger - Rudolf Hildebrand: Briefe 1869 bis 1894

Libelle Verlag, Lengwil am Bodensee 1999
ISBN-10 3909081177
ISBN-13 9783909081172
gebunden, 304 Seiten, 25,05 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Jürgen Thaler. Ein Briefwechsel für Kenner des 19. Jahrhunderts und Genießer landsmannschaftlicher Unterschiede (hier die seltene Variante sächsisch-vorarlbergisch). Der Beamte Kaspar Moosbrugger, 1830-1917, gründete mit seinem Schwager Franz Michael Felder die "Vorarlberger Partei der Gleichberechtigung" und galt dem extrem reaktionären Klerus bald als subversiv. Rudolf Hildebrand, 1824-1894, war Professor in Leipzig und Herausgaber des Deutschen Wörterbuchs. Beide Briefpartner einte die Ablehnung des politischen Katholizismus, die Bestimmung des eigenen "Germanischen" verlief freilich in unterschiedlichen Bahnen: Der Leipziger Professor kämpfte von seinem Katheder aus gegen das "lateinische und das französische Römertum" und begrüßte den Krieg gegen Frankreich 1870/71, der Vorarlberger lehnte das nagelneue Dogma von der päpstlichen Infallibilität ab.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2000

Für Hansjörg Graf steht bei diesem Briefwechsel vor allem eines im Vordergrund: "das Alemannische als Ausdruck einer demokratischen Grundhaltung und einer Ästhetik, die sich an den Realien des bäuerlichen Alltags orientiert". Dass sich der Verlag mit diesem Band in erster Linie an Leser wendet, die sich für das Leben und Werk Michael Felders interessieren, findet Graf nachvollziehbar, da der Briefwechsel weitgehend von Felders Leben und der Resonanz auf dessen Werke geprägt ist. Thematisiert werde beispielsweise der Umgang mit Felders "literarischem Nachlass", vor allem mit seiner nie vollendeten Autobiografie. Dabei ist, so Graf, "die Verbindung von Idealismus und Pragmatismus, die den Weltbildern von Felder und seiner Freunde zu Grunde liegt, (...) ein Markenzeichen dieser Korrespondenz". Deutlich werde auch, welche Reformen Moosbrugger anstrebe: einerseits orientiere er sich an der "ungarischen Freiheitsbewegung", aber auch an den `weltregierenden Ideen des Kristenthums`, wobei er mit "Verknöcherungen" in Staat und Kirche aufräumen will. Die "Brisanz dieses Briefwechsels" sieht der Rezensent vor allem in den damals aktuellen "Auseinandersetzungen zwischen den Ultramontanen und ihren Gegnern im sozialdemokratischen und liberalen Lager", die seiner Meinung nach noch nicht abgeschlossen sind.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren