Bücherschau der Woche
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Rudolf Arnheim
Die Seele in der Silberschicht
Medientheoretische Schriften. Photographie - Film - Rundfunk
Klappentext
Herausgegeben von Helmut H. Diederichs. Rudolf Arnheim, der am 15. Juli 2004 seinen 100. Geburtstag feiert und heute in Ann Arbor lebt, hat sich zeit seines Lebens intensiv mit den Medien künstlerischer Produktion auseinandergesetzt. Seine wichtigsten medientheoretischen Aufsätze, entstanden über einen Zeitraum von 74 Jahren, stellen eine maßgebliche Ergänzung seiner Hauptwerke Film als Kunst und Rundfunk als Hörkunst dar und sind hier erstmals vollständig versammelt.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.07.2004
"Schwer zugängliche Vorkriegstexte" Rudolf Arnheims hat Helmut H. Diederichs zur Freude von Rezensent Jörg Becker jetzt herausgegeben und damit dem Leser die Tür zur Welt des heute 100-jährigen Gestaltpsychologen und Medientheoretikers geöffnet. In knapp 70 Aufsätzen sind die Betrachtungen Arnheims, der sich durch Filmkritiken und seiner Redakteurstätigkeit bei Kurt Tucholskys Weltbühne einen Namen gemacht hatte, zu Film, Fernsehen und vor allem dem Kino dargelegt, das der Autor "als bildende Kunst ernst" nahm. Besonderes Lob zollt der Rezensent der 1935 verfassten kritischen Einschätzung des Fernsehmediums - ein "wahrhafter Blick in die Ferne", da Arnheim bereits zu dieser Zeit auf die Gefahr der "individuellen Vereinsamung" des Betrachters hinweist. Obwohl der Leser aus den Schriften Arnheims hin und wieder "die Stimme eines konservativen Reformpädagogen" heraushört, der vor einer "kultur- und sittenwidrigen" Zerstreuungsflut warnt, gelten Teile der Arnheimschen Medientheorie als bis heute "modern".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.07.2004
Sehr angetan zeigt sich Jörg Becker von diesen medientheoretischen Texte des Filmtheoretikers Rudolf Arnheim, der in diesen Tagen seinen hundertsten Geburtstag feiert. Der Rezensent würdigt den Stummfilmverfechter als einen Pionier der Filmtheorie, der das Kino als bildende Kunst Ernst genommen und gegen eine inhaltsbezogene Filmkritik das Primat des Visuellen gesetzt habe. Zur Freude Beckers bietet der von Helmut H. Dietrichs herausgegebene Band, der fast siebzig Texte Arnheims versammelt, auch eine ganze Reihe von Erstübersetzungen sowie den Nachdruck schwer zugänglicher Vorkriegstexte. Becker hebt insbesondere die Studie "Neuer Laokoon" (1938) hervor, in der Arnheim den Vorrang des Visuellen vor der Rede im Film behauptet hat, und die er als "zentrale Filmpoetik" Arnheims wertet. Beeindruckend findet er auch den zeitlich jüngsten Text des Bandes, "Die Verkoppelung der Medien" aus dem Jahr 1999, in dem Arnheim einen Zeitraum von 74 Jahren medientheoretischer Reflexion überblicke.
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