Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Rolf Hochhuth

Nietzsches Spazierstock

Gedichte, Tragikomödie

Cover: Nietzsches Spazierstock

Rowohlt Verlag, Reinbek 2004
ISBN-10 3499234858
ISBN-13 9783499234859
Taschenbuch, 429 Seiten, 12,90 EUR

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Klappentext

Kern des Sammelbandes ist Hochhuths neues Theaterstück "Heil Hitler!". Hinzu kommen Essays und Reden, Erzählendes und Gedichte - insgesamt Auskunft über das Schaffen der letzten Jahre.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.03.2005

Es gibt ein paar sehr schöne Sätze in der Rezension von Burkhard Müller, die wir zitieren: "Hochhuth, möchte man sagen, kommt teils vor, teils nach dem Fall, aber den Fall selbst ist er zu verpassen verdammt und wird darum selbst zum Fall." Der Rezensent bringt damit zugleich sein Unbehagen wie seine Achtung vor dem Autor zum Ausdruck, der, wie er an anderer Stelle respektlos äußert, seine einzigartige publizistische Stellung in der Bundesrepublik zwar durch die Literatur, aber nicht in ihr erlangt habe. Kurzum, Hochhuths Texte seien nicht als literarische Produkte zu werten, was sich seines Erachtens auch in der Verlagsankündigung widerspiegelt, "Auskunft über das Schaffen der letzten Jahre" geben zu wollen. "Nietzsches Spazierstock" bietet ein wahres Sammelsurium, so Müller: Gedichte, die keine seien; ein "läppisches" Kurzstück namens "Heil Hitler!", an dessen Aufführbarkeit wohl selbst Hochhuth nicht glaube, wie der Rezensent durchblicken lässt; Notizen jeder Art, die Müller mit Gewinn gelesen haben will. Und einen Essay aus dem Jahre 1963, der ein humanistisches Credo beinhaltet, wie man es heute in dieser Entschiedenheit nur noch selten zu hören bekäme, betont Müller. Diese "unbedingte Ehrlichkeit" macht für ihn die Qualität des Nicht-Schriftstellers Hochhuths aus.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.12.2004

Ein Sammelsurium an Texten, einen Steinbruch an Stilen, Genres und Textsorten bietet dieser Band, schreibt Rezensent Gregor Schuhen. Trotz einer fehlenden Systematik des Buchs lobt der Rezensent die einzelnen Beiträge als "eindrucksvolle Zeugnisse eines der letzten deutschen Sozialkritikers", für den das Medium der Literatur in all ihren Formen immer noch den Zweck einer moralischen Minensuche erfülle. Besonders gefallen hat Schuhen das Herzstück des Bandes, die groteske Komödie "Heil Hitler!", bei der ihm gelegentlich das Lachen im Halse stecken blieb. Aber auch manch anderes Stück wird sehr gelobt, zum Beispiel das "wunderbar böse Sonett" "Kein künstliches Hüftgelenk" oder die stilsichere Pointierung einer Abhandlung über Jacob Grimm, die der Rezensent auch als Plädoyer gegen die staatliche Rechtschreibreform gelesen hat.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren