Bücherschau der Woche
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Klappentext
Kern des Sammelbandes ist Hochhuths neues Theaterstück "Heil Hitler!". Hinzu kommen Essays und Reden, Erzählendes und Gedichte - insgesamt Auskunft über das Schaffen der letzten Jahre.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.03.2005
Es gibt ein paar sehr schöne Sätze in der Rezension von Burkhard Müller, die wir zitieren: "Hochhuth, möchte man sagen, kommt teils vor, teils nach dem Fall, aber den Fall selbst ist er zu verpassen verdammt und wird darum selbst zum Fall." Der Rezensent bringt damit zugleich sein Unbehagen wie seine Achtung vor dem Autor zum Ausdruck, der, wie er an anderer Stelle respektlos äußert, seine einzigartige publizistische Stellung in der Bundesrepublik zwar durch die Literatur, aber nicht in ihr erlangt habe. Kurzum, Hochhuths Texte seien nicht als literarische Produkte zu werten, was sich seines Erachtens auch in der Verlagsankündigung widerspiegelt, "Auskunft über das Schaffen der letzten Jahre" geben zu wollen. "Nietzsches Spazierstock" bietet ein wahres Sammelsurium, so Müller: Gedichte, die keine seien; ein "läppisches" Kurzstück namens "Heil Hitler!", an dessen Aufführbarkeit wohl selbst Hochhuth nicht glaube, wie der Rezensent durchblicken lässt; Notizen jeder Art, die Müller mit Gewinn gelesen haben will. Und einen Essay aus dem Jahre 1963, der ein humanistisches Credo beinhaltet, wie man es heute in dieser Entschiedenheit nur noch selten zu hören bekäme, betont Müller. Diese "unbedingte Ehrlichkeit" macht für ihn die Qualität des Nicht-Schriftstellers Hochhuths aus.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.12.2004
Ein Sammelsurium an Texten, einen Steinbruch an Stilen, Genres und Textsorten bietet dieser Band, schreibt Rezensent Gregor Schuhen. Trotz einer fehlenden Systematik des Buchs lobt der Rezensent die einzelnen Beiträge als "eindrucksvolle Zeugnisse eines der letzten deutschen Sozialkritikers", für den das Medium der Literatur in all ihren Formen immer noch den Zweck einer moralischen Minensuche erfülle. Besonders gefallen hat Schuhen das Herzstück des Bandes, die groteske Komödie "Heil Hitler!", bei der ihm gelegentlich das Lachen im Halse stecken blieb. Aber auch manch anderes Stück wird sehr gelobt, zum Beispiel das "wunderbar böse Sonett" "Kein künstliches Hüftgelenk" oder die stilsichere Pointierung einer Abhandlung über Jacob Grimm, die der Rezensent auch als Plädoyer gegen die staatliche Rechtschreibreform gelesen hat.
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