Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Christina und Jens sind Anfang dreißig und könnten glücklich sein. Jens, Mathematiker an der Universität, hat gute Chancen auf einen angesehenen Lehrstuhl in den USA, Christina, eine Kunsthistorikerin, sehnt sich nach einem Kind. Sie könnten ihre Zukunft in Ruhe planen. Aber Christina hadert mit Jens, der sie betrügt, vor ihrem Kinderwunsch ausweicht und sich entzieht. Christina wirft sich vor, ihre Doktorarbeit nicht geschrieben zu haben und sich von Jens dominieren zu lassen. Christina begehrt auf und beginnt eine Therapie. Allmählich kommt sie zu sich, und als Jens beim Kurzurlaub in Holland plötzlich verschwindet, spitzen sich die Dinge zu. In seinem neuen Roman "Paare" wechselt Roland Koch zwischen Christinas Perspektive und Tagebuchaufzeichnungen von Jens, so dass das Typische dieser Ehe allmählich zu Tage tritt.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.10.2000
Kolja Mensing bezeichnet es in seiner kurzen Rezension als "schade", dass sich der Autor um seine Dialoge eine Romanhandlung gelegt hat, denn der "wahre deutsche Mittelstandsroman" unserer Zeit müsste seiner Ansicht nach ausschließlich aus Gesprächen bestehen, die sich um Alltäglichkeiten zwischen Kinderwunsch und ISDN-Anlage drehen, so wie das Gespräch, das er in seiner Kritik zitiert. Trotzdem wirkt er ganz zufrieden, wenn er meint, der Roman wirft mit dem an Updikes "Couples" erinnernden ambitionierten, wenngleich auch etwas "vermessenen" Titel einen "geweiteten Blick auf die engen Verhältnisse" in denen sich die Hauptfiguren bewegen.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2000
Für Martin Ebel ist der Roman von Roland Koch schlicht "gescheitert", obwohl er hoffnungsvoll begonnen hatte. Koch erweise sich als guter Beobachter eines life style-Milieus, in dem existenzielle Fragen von stilistischen abgelöst worden sind. Doch ein paar kluge Sätze und Beobachtungen zu diesem Thema genügen Ebel nicht, zumal sie für ihn von der falschen Person geäußert werden. Dem Autor sei sein Kunstgriff, abwechselnd aus der intimen Perspektive der beiden Protagonisten zu erzählen, völlig misslungen. Er verteile die Trümpfe falsch und ungerecht, empört sich der Rezensent. Die Frau versammelt alle Pluspunkte, der Mann entpuppt sich als Ekel - was Ebel inhaltlich vielleicht noch hinnehmen würde, wäre es nicht auch noch mit schlechtem Stil verbunden. Letzteres empfindet der Rezensent endgültig als Verrat des Autors an seinen Figuren. Für ihn liefert der Roman "Die Identität" von Milan Kundera ein Beispiel dafür, dass eine solche Konstruktion der Doppelperspektive sehr wohl gelingen kann.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.09.2000
Hannelore Schlaffer sieht den Autor gründlich gescheitert. Das Leben hat er in der Geschichte einer Ehekrise darstellen wollen und hat die Kunst damit "ganz verfehlt", tadelt die Rezensentin. Kochs Figuren könnten dem "Musterbuch des schwelenden Unglücks" entnommen sein, beschwert sich Schlaffer, derart häuften sich die negativen Attribute der Ehefrau. Durch das Auftürmen realistischer Details entsteht ihrer Ansicht nach nicht fiktive Realität, sondern "Unwirklichkeit". Schlaffer vermutet, dass das Thema Ehe eben nicht für die Literatur taugt, zumindest nicht in der vorliegenden Form.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.09.2000
Überschwänglich lobt Jochen Schimmang diesen Roman, der von nicht weniger als der "tragikomischen Sehnsucht nach dem richtigen Leben" erzählt. Wie der Titel sagt, werden dabei mehrere Paare beobachtet. Für viele der Beteiligten kann man, glaubt man der Schilderung des Rezensenten, kaum Sympathien haben, aber hier liegt dann wohl genau die Kunst des Autors: trotz mancher unfreundlichen Schilderung möchte er "niemanden denunzieren"; noch bei den unangenehmsten Figuren empfinde man, so Schimmang, eher "teilnehmende Rührung". Dass dabei die glaubhafte Verbindung von "Zärtlichkeit, Erbarmen und Groteske" gelinge, belege nur: Roland Koch ist "einer unserer Besten".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Theodor W. Adorno: Philosophie und Soziologie (1960)
Herausgegeben von Dirk Braunstein. Die Vorlesung über "Philosophie und Soziologie" aus dem Sommersemester ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








