Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Roland Barthes

Das Neutrum

Vorlesung am College de France 1977- 1978

Cover: Das Neutrum

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN-10 3518123777
ISBN-13 9783518123775
Kartoniert, 347 Seiten, 12,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Horst Brühmann. 1976 wurde Roland Barthes an das renommierte College de France gewählt. Zu seinen Aufgaben gehörte eine wöchentliche Vorlesung, in der er aus seiner aktuellen Forschung berichtete. Im akademischen Jahr 1977/78 behandelte Barthes "das Neutrale", den "dritten Begriff", der die binäre Opposition - das klassische Ordnungsprinzip des Strukturalismus - unterläuft. Das Neutrale entzieht sich der Spannung und dem Konflikt und läßt sich in zahlreichen Phänomenen wiederfinden: in der Müdigkeit, der Stille, in sozialen Bildern wie dem Apolitischen, in Haltungen wie dem Skeptizismus sowie schließlich im Sexuellen, in der Figur des Androgynen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.02.2006

Cord Riechelmann ist bemüht, uns Roland Barthes 1978 am College de France gehaltene Vorlesung nahe zu bringen. Kein ganz leichtes Unterfangen. Es gehe Barthes "um das Verhalten von Subjekten im Sprechen und zur Sprache von Anderen". Bei der Lektüre stößt Riechelmann auf "Gedanken zur Medienwirklichkeit in einer Zeit, als es das Privatfernsehen in seiner heutigen Gestalt noch nicht gab". Das vom Autor als paradigmatische Größe eingeführte "Neutrum" sieht der Rezensent eingespannt in einen Diskurs über Ethik als "Verhaltenslehre im Sinne von Gilles Deleuze". Für Riechelmann zeigt sich hier ein Rückzug des Autors aus den damals aktuellen marxistischen und psychoanalytischen Diskussionen, in denen Ethik nicht vorkam. Wie gestaltete sich die Vorlesungspraxis? Prallte die von Barthes zusammengestellte und im Spannungsverhältnis von Affekt und Abwehr agierende "unorganisierte Folge von Figuren" einerseits zusammen mit dem "strukturierten Raum der Vorlesung", so ergibt sich aus der freilich unsystematischen Einbeziehung von Hörerpost eine Chance zur methodologischen Nachbesserung und Ergänzung. Das dennoch Unabschließbare der Rede gibt sich dem Rezensenten zu erkennen als "Doppelpunkt, Klammer, Zitat".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.09.2005

"Gern", seufzt Julia Encke nach Lektüre der Vorlesungen von Roland Barthes, "hätte man im großen Hörsaal, seiner sonoren Stimme zugehört - und bei ihm leben gelernt". Nun muss sie mit der Schriftform vorlieb nehmen, die sie aber auch sehr beeindruckt zu haben scheinen. Barthes' Mutter war gerade gestorben, und er selbst fühlte sich in seiner Trauer um sie unglaublich erschöpft, erzählt Encke. Und so hat er die Bücher, die er im Ferienhaus seiner verstorbenen Mutter eher in die Hände zufällig in die Hände bekommen hat, in dieser Vorlesung verarbeitet. Herausgekommen ist dabei laut Encke mit diesen Vorlesungen aus den Jahren 1977/78 weniger Wissens- oder Theorievermittlung als eine literarische Autobiografie, "eine Gebrauchsanweisung zum Leben".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren