Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Rohinton Mistry

Die Quadratur des Glücks

Roman

Cover: Die Quadratur des Glücks

Krüger Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN-10 3810512737
ISBN-13 9783810512734
Gebunden, 640 Seiten, 24,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Rainer Schmidt. Als geachteter Patriarch der Familie: so würde Nariman Vakeel in Bombay gern seinem Alter entgegensehen. Aber die Harmonie in seiner Familie ist brüchig. Er lebt bei seinen Stiefkindern, die ihm vorwerfen, ihre verstorbene Mutter nie richtig geliebt zu haben. Als er nach einem Unfall gepflegt werden muss, schieben sie ihn zu seiner Tochter Roxana ab, die mit ihrem Mann Yezad und zwei Kindern in einer engen Wohnung lebt. So sehr Roxana ihren Vater liebt, so sehr auch Yezad und die Kinder versuchen, den alten Mann in ihr Leben aufzunehmen, wird die Situation doch zur Belastung - und die Versuche, das Leben zu bewältigen, haben dramatische Folgen...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.06.2003

Wie mannigfaltig das Unglück ins Leben Einzug finden kann, hat die Rezensentin Angela Schader in Rohinton Mistrys indischem Familienroman erfahren: als schleichende Krankheit, als schrittweise Umkehrung aus dem Guten, als "mörderischer Schlagschatten über eine ganze Stadt" oder als brutaler Angriff aus dem "Hinterhalt". Das Gute, das Glück erscheine dagegen auf eher diskrete, zufällige Weise, im Hintergrund, was die Rezensentin lobenswert findet. Mistry sei zu sehr Realist, um die Spannung zwischen Glück und Unglück zum genauen Gleichgewicht führen zu wollen.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.10.2002

Rezensentin Renate Schostack ist von der "märchenhaften Einfachheit" des Menschenbildes dieses indischen Autors beeindruckt, und erkennt hinter dem "Hohelied auf die Familie" auch ein Gegenprogramm zur "Bosheit, Machtgier, Rätselhaftigkeit der Welt". Dennoch teilt sie die angelsächsische Begeisterung für den Autor nicht ganz, dessen Roman es ihren Informationen zufolge auf die "Shortlist für den Brookerpreis" 2002 geschafft hat. Zu naiv erscheint der Rezensentin das Weltbild des Autors, kann man aus ihren Schilderungen der in Bombay angesiedelten Geschichte lesen. Zwar gibt, wie wir lesen, die "Hektik und Nervosität der von Menschen berstenden Metropole" dem Roman seine moderne Färbung, erklingen in längeren Passagen deren Stimmen und Geschichten. Auch die Hauptpersonen findet Klett "voller Humor und mit einer Begabung für lebensnahe Dialoge" geschildert. Doch besitze der Roman weder die philosophische Tiefe der russischen Romanciers noch biete er ein Gesellschaftspanorama wie Dickens oder Balzac.

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