Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Rodolfo Enrique Fogwill

Die unterirdische Schlacht

Roman

Cover: Die unterirdische Schlacht

Rowohlt Verlag, Reinbek 2010
ISBN-10 3498021281
ISBN-13 9783498021283
Gebunden, 189 Seiten, 16,95 EUR

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Klappentext

Aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz. Desertierte argentinische Soldaten, die "Pichis", haben in dem wüstenartigen Gelände der Islas Malvinas großflächig unterirdische Gänge angelegt und warten dort auf das Ende des absurden Krieges. Nachts kommen sie an die Oberfläche und handeln mit Schmuggelwaren; sie verkaufen Zucker, Zigaretten, Kerosin an beide Seiten, die Engländer und die Argentinier. Tagsüber sitzen sie in ihren Höhlen, hören britische Nachrichten ab und erzählen sich Geschichten. Eine exzentrische Parabel auf die Militärdiktatur und gleichzeitig das skurrilste Kriegszeugnis der lateinamerikanischen Literatur.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.10.2010

Geradezu physisch mitgenommen hat Andreas Breitenstein nach eigenen Angaben Rodolfo Enrique Fogwills Roman über den Falklandkrieg, der gleichzeitig ganz nah an das Geschehen heranrückt und es aus der Entfernung betrachtet. Der argentinische Autor erzählt von dem absurden Krieg, der letztlich die Militärdiktatur in Argentinien zu Fall brachte, aus der Perspektive von Deserteuren, die sich in einer Höhle versteckt halten, erklärt der Rezensent. Der Autor soll diesen "kapitalen Roman" innerhalb von sechs Tagen im Drogenrausch zu Papier gebracht haben, berichtet Breitenstein, der sich gerade von der Aura des "Unbegreiflichen", die diese Kriegserzählung umgibt, tief beeindruckt zeigt. Die Deserteure haben sich in ihrem Höhlenreich, in dem sie unter schwierigsten Bedingungen hausen und das sie nur nachts verlassen können, in einem "tyrannischen Regiment" organisiert, das das Überleben garantieren soll, erklärt der Rezensent, der hier ein Abbild der militarisierten argentinischen Gesellschaft zu erkennen glaubt. Das Buch ist eine überaus in Bann ziehende "Verteidigung eines Defätismus, der jedes System untergräbt", so Breitenstein, der mit dem Roman einen "zeitlosen Wurf" feiert, in dem der Krieg eine "neue schaurig-schöne" literarische Facette abgewonnen wird.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren