Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Roberto Alajmo

Es war der Sohn

Roman

Cover: Es war der Sohn

Carl Hanser Verlag, München 2011
ISBN-10 3446236279
ISBN-13 9783446236271
Gebunden, 251 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Italienischen von Anette Kopetzki. Ein Familienmord im ärmsten Viertel Palermos in Italien gibt der Polizei Rätsel auf. Die ganze Familie gibt Tancredi die Schuld am Tod seines Vaters Nicola, und nach einer Weile sturen Schweigens gesteht der Sohn auch. Doch es gibt zu viele Ungereimtheiten. In Wahrheit war alles ganz anders: Im Streit um einen Kratzer im Auto des Vaters mischt sich ein Cousin ein, es löst sich ein Schuss. Nur ist der Cousin mit Job und Verdienst ein ungleich nützlicheres Familienmitglied als der Taugenichts Tancredi. Und so beschließt der Familienrat, der Polizei einen ganz anderen Tathergang zu erzählen.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Roberto Alajmo:Es war der Sohn - Leseprobe beim Hanser Verlag

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.10.2011

Rezensentin Maike Albath ist begeistert von Roberto Alajmos neuem Roman. Er spielt in Sizilien, wie sie mitteilt, wo Clans über die Stadtviertel herrschen, die Familie über allem steht und staatliche Institutionen prinzipiell den Feind verkörpern. Die "chirurgische Präzision", mit der Alajmo die Anatomie einer sizilianischen Familie analysiere, beeindruckt die Rezensentin ebenso wie die perspektivenreiche Erzählweise. Die uneingeschränkte Dominanz der Familie spiegelt sich in Albaths Interpretation selbst in der Schilderung der Schauplätze - verkommen sind die Treppenhäuser, die zu makellosen Salons führen. Der absolute Gegensatz zwischen Gemeingut und Privatem werde hier sinnfällig und verrate viel über die typisch sizilianische Mentalität. Insgesamt sind es derlei soziologische Einsichten, die das Buch für die Rezensentin so lesenswert machen. Denn obschon Mord und Totschlag darin vorkommen, handle es sich mitnichten um einen typischen Mafiaroman.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.09.2011

Robert Alajmos Roman "Es war der Sohn" ist mehr als nur ein Krimi, er führt den Einbruch der Moderne in die archaischen süditalienischen Familien- und Gesellschaftsstrukturen vor, meint ein faszinierter Henning Klüver. Ausgehend von einem realen Fall erzählt der Autor von einem Vatermord, für den der Sohn der in einem Armenviertel von Palermo lebenden Familie verantwortlich gemacht wird. Das Buch führt einerseits die Vorgeschichte vor und geht parallel dazu den Mordermittlungen nach, erfahren wir. Klüver preist Alajmos gekonnte Erzähltechnik, mit der er mal das Tempo anzieht und mal die erzählte Zeit ins schier unermessliche ausdehnt. Sein Bild der palermitanischen Gesellschaft könnte ins Zynische geraten, wäre da nicht Alajmos feiner, mitunter ziemlich böser Humor, freut sich der eingenommene Rezensent.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren