Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Italienischen von Anette Kopetzki. Ein Familienmord im ärmsten Viertel Palermos in Italien gibt der Polizei Rätsel auf. Die ganze Familie gibt Tancredi die Schuld am Tod seines Vaters Nicola, und nach einer Weile sturen Schweigens gesteht der Sohn auch. Doch es gibt zu viele Ungereimtheiten. In Wahrheit war alles ganz anders: Im Streit um einen Kratzer im Auto des Vaters mischt sich ein Cousin ein, es löst sich ein Schuss. Nur ist der Cousin mit Job und Verdienst ein ungleich nützlicheres Familienmitglied als der Taugenichts Tancredi. Und so beschließt der Familienrat, der Polizei einen ganz anderen Tathergang zu erzählen.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Roberto Alajmo:Es war der Sohn - Leseprobe beim Hanser Verlag
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.10.2011
Rezensentin Maike Albath ist begeistert von Roberto Alajmos neuem Roman. Er spielt in Sizilien, wie sie mitteilt, wo Clans über die Stadtviertel herrschen, die Familie über allem steht und staatliche Institutionen prinzipiell den Feind verkörpern. Die "chirurgische Präzision", mit der Alajmo die Anatomie einer sizilianischen Familie analysiere, beeindruckt die Rezensentin ebenso wie die perspektivenreiche Erzählweise. Die uneingeschränkte Dominanz der Familie spiegelt sich in Albaths Interpretation selbst in der Schilderung der Schauplätze - verkommen sind die Treppenhäuser, die zu makellosen Salons führen. Der absolute Gegensatz zwischen Gemeingut und Privatem werde hier sinnfällig und verrate viel über die typisch sizilianische Mentalität. Insgesamt sind es derlei soziologische Einsichten, die das Buch für die Rezensentin so lesenswert machen. Denn obschon Mord und Totschlag darin vorkommen, handle es sich mitnichten um einen typischen Mafiaroman.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.09.2011
Robert Alajmos Roman "Es war der Sohn" ist mehr als nur ein Krimi, er führt den Einbruch der Moderne in die archaischen süditalienischen Familien- und Gesellschaftsstrukturen vor, meint ein faszinierter Henning Klüver. Ausgehend von einem realen Fall erzählt der Autor von einem Vatermord, für den der Sohn der in einem Armenviertel von Palermo lebenden Familie verantwortlich gemacht wird. Das Buch führt einerseits die Vorgeschichte vor und geht parallel dazu den Mordermittlungen nach, erfahren wir. Klüver preist Alajmos gekonnte Erzähltechnik, mit der er mal das Tempo anzieht und mal die erzählte Zeit ins schier unermessliche ausdehnt. Sein Bild der palermitanischen Gesellschaft könnte ins Zynische geraten, wäre da nicht Alajmos feiner, mitunter ziemlich böser Humor, freut sich der eingenommene Rezensent.
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