Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Robert Spaemann

Nach uns die Kernschmelze

Hybris im atomaren Zeitalter

Cover: Nach uns die Kernschmelze

Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2011
ISBN-10 360894754X
ISBN-13 9783608947540
Gebunden, 107 Seiten, 12,95 EUR

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Klappentext

Die Nutzung der Atomkraft ist ein Verbrechen. Seit über 50 Jahren spricht sich der Philosoph Robert Spaemann ausdrücklich gegen die Nutzung der Atomenergie aus. Als einer der führenden Skeptiker in dieser Debatte fühlt sich Robert Spaemann weniger durch politische Programme zu seiner Stellungnahme veranlasst, als vielmehr - philosophisch und theologisch - aus ethischen Gründen verpflichtet.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Robert Spaemann: Nach uns die Kernschmelze - Leseprobe beim Klett-Cotta Verlag

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.06.2011

Robert Spaemann argumentiert aus der Perspektive eines gläubigen Christen, der sich in vielen Stellungnahmen aber mit sich als links verstehenden, um Nachhaltigkeit besorgten Bürgern einig weiß. Rezensent Uwe Justus Wenzel zollt seinen Argumenten gegen die Atomkraft Hochachtung. Spaemanns Hauptargument ist das der Unrevidierbarkeit der Entscheidung für die Atomkraft, die späteren Generationen Handlungsmöglichkeiten nimmt und sie in Zwänge stürzt. Besonders der über Jahrtausende strahlende und belastende Atommüll repräsentiert ein solches, bereits geschaffenes Faktum, das auch durch den Ausstieg aus der Atomkraft nicht mehr aus der Welt zu schaffen ist. Wenzel gibt Spaemann weitgehend recht und bewundert seine "Unbeirrbarkeit" - auch dort, wo Spaemann sich von "linken" Weggenossen trennt, weil er auch das ungeborene Leben in seine Ehrfurcht vor allem Lebendigen einschließt.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.06.2011

Robert Spaemann hat früh, bereits in einem Aufsatz von 1979, gegen die Kernenergie Stellung bezogen, teilt Stephan Speicher mit. Die erneute Publikation des Textes, zusammen mit einem weiteren Aufsatz, einem Zeitungsartikel und drei Interviews, beschere Klett-Cotta nun so etwas wie "das Buch zum Ereignis" - wenngleich Fukushima nur am Rande vorkommt, so der Rezensent. In der Tat hält er Spaemanns Argumentation für tiefgründiger als so manche tagespolitische Debatte zum Thema. Spaemanns "katholisch inspirierte" Ablehnung der Atomkraft gründe in seiner Kritik an der Objektivierung der Natur durch die neuzeitliche Wissenschaft; in der Konsequenz dieser Kritik beziehe er beispielsweise auch Position gegen die Abtreibung. Dass sich Spaemanns Konservatismus folglich nur bedingt in den Mainstream der gegenwärtigen Kernenergie-Debatte einfügt, hebt der Rezensent hervor; nicht jedoch ohne eine Empfehlung auszusprechen: Wer, über die Angst vor einer Havarie hinaus, "grundsätzliches" Interesse für die Thematik aufbringe, könne hier vieles lernen.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren