Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Eine Studie im Auftrag d. Stiftung Liber'all. Mit Abbildungen. Politik ist immer auch eine Auseinandersetzung um die Auslegung von Begriffen. Traditionelle Bedeutungen konkurrieren mit Slogans der Werbeleute und mit parteipolitischer Polemik. Nach 1989 ist es weltweit zu unterschiedlichen neuen Positionierungen im herkömmlichen parteipolitischen Rechts-Mitte-Links-Spektrum gekommen. Dies hat auch in der Schweiz Impulse für neue Koalitionen und Abgrenzungen ausgelöst. Zunächst werden die ideengeschichtlichen und terminologischen Voraussetzungen unvoreingenommen geklärt. Dann gilt es, anhand von Grafiken die Orientierung innerhalb von Grundoptionen zu erleichtern und in einem Glossar die wichtigsten Begriffe kurz zu erläutern. Schließlich werden mögliche liberale Positionen zu aktuellen Grundsatzfragen exemplifiziert. In der Studie wird eine klare Unterscheidung von zwei linken und zwei rechten Flügeln begründet.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.06.2002
Die Stiftung Liber'all hat Robert Nef, dem Leiter des Liberalen Instituts in Zürich, den Auftrag erteilt, eine "Übersicht über die wichtigsten politischen Grundbegriffe" zu vermitteln, berichtet der Rezensent Kurt Müller. Nun legt er ein Buch vor, lobt der Rezensent, das neben einer "grundsatzorientierten Auslegeordnung" auch ein Glossar und "anregende" Essays beinhaltet. Autor und Herausgeber, so Müller, waren sich der Schwierigkeit einer solchen Begriffsklärung bewusst: Die zunehmend "entideologisierte" politische Diskussion dränge immer mehr zur Mitte, wo sich die Begriffe "radikal" und "liberal" ansiedeln. Die allerdings bedeuten je nach Land und politischer Kultur Verschiedenes. Nef gehe aus von einer Dreiteilung der Wirklichkeit in Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft und stelle fest, dass sowohl die Zivilgesellschaft als auch die Wirtschaft auf Netzwerken beruhten, in die der Staat, so Nef in seiner liberalen Überzeugung, so wenig "übergeordnete Eingriffsmöglichkeit" wie möglich haben sollte. Anstelle der "klassischen politischen Fragestellungen" seien neue gerückt, wie auch Peter Groß im Vorwort schreibt, etwa Einwanderungs- und Asylpolitik, Drogenpolitik, Verkehrspolitik, Gesundheits- und Sicherheitspolitik, die nicht einfach mit "mehr oder weniger Staat" beantwortet werden können. Doch auch diese neuen Fragenstellungen hätten das "Links-Rechts-Schema" nicht aufgehoben. Auch wenn über Begriffe und Ziele Einigkeit herrsche und für Gerechtigkeit plädiert werde, werde jedoch Gerechtigkeit unterschiedlich aufgefasst. Müller gefällt Nefs "erfrischend offene Haltung" und er rechnet ihn zu den "unbequemen" Radikalliberalen, die den Machern immer noch geistig-politische Leitsätze vor Augen führen.
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