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Robert Musil
Der Mann ohne Eigenschaften
Zweites Buch. 2 MP3-CDs, gelesen von Wolfram Berger

Zweitausendeins Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN-10 3861506750
ISBN-13 9783861506751
CD, 34,95 EUR
Klappentext
2 MP3-CDs mit 27 Stunden Laufzeit. Gelesen von Wolfram Berger. Im Dezember 1932 veröffentlichte Musil auf Drängen seines Verlegers einen zweiten Band mit 38 Kapiteln. Er trägt den - aus heutiger Sicht - prophetischen Titel "Ins Tausendjährige Reich. Die Verbrecher". Als Musil im Mai 1933 in Berlin miterleben musste, wie die Bücher seines bereits emigrierten Mentors Alfred Kerr verbrannt wurden, entschloss er sich zu einer Rückkehr nach Österreich. Weitere 20 Kapitel des Romans waren bereits zum Druck vorbereitet, konnten jedoch nicht mehr erscheinen, da Österreich von den Nationalsozialisten okkupiert wurde. Bis zum Tag seines Todes am 15. April 1942 in Genf arbeitete Musil weiter an seinem Romanprojekt, entwarf neue Kapitel und überarbeitete bereits fertig geschriebene. Erst 1978 erscheint die Buchfassung, die den umfangreichen Nachlass in revidierter Form veröffentlicht.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.06.2007
Wolfram Berger hat Robert Musil wirklich verstanden, jubelt Rezensent Wilhelm Trapp, und deshalb ist aus einem der am wenigsten gelesenen Klassiker der Weltliteratur eine "unverkrampfte Plauderei" geworden, die Berger, Musil und vor allem Trapp sehr zupass kommt. Denn Musil habe trotz aller durchaus vorhandenen Kompliziertheit eigentlich einen "lichten, ironischen" Ton gepflegt. Den muss man nur finden, wie Sprecher Berger beweist, der zudem die "pure Leichtigkeit" bis zum Schluss durchhält. Dort, in den letzten Stunden des Hörvergnügens, findet Trapp in "Atemzüge eines Sommertags" auch sein Lieblingskapitel und den schönsten Beweis dafür, dass Musil nicht nur Grübler, sondern vor allem österreichischer Flaneur gewesen ist.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2007
Auch wenn er nicht alle 27 Stunden gehört hat, wie er durch die Blume zugibt, so kann Oliver Pfohlmann doch recht überzeugend von dieser "großartigen" Lesung schwärmen. Genauer gesagt von Wolfram Berger, dessen dialektgefärbtem "warmen Timbre" der Rezensent restlos verfallen ist. Der melancholische Stil Bergers harmoniere auch besser mit diesem zweiten Band des "Manns ohne Eigenschaften", da Musil hier die Ironie ein wenig gedrosselt hat. Die Vielseitigkeit Bergers, die bei den vielen Figuren aufs Schönste zur Geltung kommt, beeindruckt Pfohlmann, der "höhere Dilettantismus", mit dem Berger noch während des Vortrags nach der richtigen Intonation sucht, begeistert ihn ob seiner fruchtbaren Offenheit fürs Spontane. Mit der "hörerfreundlichen" Entscheidung, das Buch nur mit einer der vielen Varianten enden zu lassen, an denen Musil arbeitete, kann sich Pfohlmann ebenfalls anfreunden, die Auslassung der "Druckfahnen"-Kapitel, die Ulrichs Tagebuch-Reflexionen über die Psychologie der Gefühle enthalten, schmerzen ihn. "Doch man kann eben nicht alles haben."
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