Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Litauischen von Akvile Galvosaite. Eine junge Schriftstellerin flieht vor ihrer ländlichen Einöde in die Hauptstadt Vilnius und findet Arbeit in der Redaktion einer populären Zeitung. Als ihr eines Tages der Chefredakteur eine dicke Mappe überreicht, nimmt ihr Leben eine überraschende Wendung: Sie soll aus den literarischen Versuchen eines finanzkräftigen Sponsors ein paar Texte zur Veröffentlichung auswählen - und vertieft sich immer mehr in die schaurigen Geschichten. Die Mappe beginnt, sich buchstäblich in ihr Leben einzumischen ...
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2002
Die Erzählerin des Romans wächst auf dem Dorf auf, wo es so dumpf und trostlos ist, dass sich ihr die Grenzen zwischen Realität und Fiktion auflösen, sie flieht in eine phantastische "Traum- und Zauberwelt". Später dann entkommt sie wirklich, in die Hauptstadt Vilnius, ein Engel in ihrem Zimmer gibt ihr als einziger Halt. Am Ende ist er weg, dafür hat die Erzählerin einen "vegetarischen Dämon" am Hals. Der Rezensent Reinhard Veser lobt, dass das Dorf hier, anders als in manch verklärender Darstellung der litauischen Tradition, "keine Quelle ästhetischer und sittlicher Kraft" sei. Gelegentlich gelingt der Autorin, wie er einräumt, ein überzeugender Ton, der die Schwebe zwischen Magie und Wirklichkeit aufrecht erhält. Fürs ganze gilt das, bedauert er, leider nicht: Metaphern und Bilder werden übermächtig, der "Spannungsbogen" bricht.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.10.2002
Als "postsowjetischen Herzensbildungsroman" bezeichnet Petra Kohse diesen Roman der jungen Litauerin Renata Serelyte, was allerdings bei weitem nicht so negativ gemeint ist, wie es sich zunächst anhört. Allerlei Merkwürdigkeiten fänden sich in der Lebensgeschichte der Protagonistin, von ihrer trübseligen Kindheit auf dem Lande über ihre Entwicklung zur intellektuellen Sowjetbürgerin bis zu ihrer Arbeit als Redakteurin im unabhängigen Litauen. Diese eigentlich handfeste Handlung lese sich zum Teil "wie ein Traumbuch oder die Notizen einer der Welt Entrückten", so die Rezensentin, dies alles gespickt mit deutlich surrealistischen Einschlägen. Dies sei manchmal fast ein bisschen viel und manchmal fast ein bisschen albern. Dennoch vermöge dies dem Leser ein Gefühl des Luxus durch den Überfluss zu vermitteln, so dass das Buch durchaus ein sehr lohnenswertes sei.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.10.2002
Zwischen der spätsozialistischen Phase und der Unabhängigkeitsphase Litauens ist der Roman der 1970 geborenen Schriftstellerin Renata Serelyte angesiedelt, berichtet Katharina Granzin, die sich in ihrer langen Besprechung anlässlich der Frankfurter Buchmesse gleich mehrere litauische Werke vorgenommen hat. Serelyte hat vom Sozialismus nicht mehr allzu viel mitbekommen, merkt die Rezensentin an. Das schlage sich auch in ihrem Roman nieder. Denn was der Autorin nicht recht gelingen wolle, sei der Kontrast zwischen einem "rückständigen" sowjetischen Landleben und dem "pulsierenden Nachwende-Vilnius". Zu "überschäumend" poetisch, metaphern- und symbolgetränkt findet Granzin Sprache und Stil Serelytes und zeigt sich etwas unglücklich darüber, dass hier "dörfliche Säufer", "Funktionäre" und "Schläger" genauso verklärt würden wie ein "städtischer Barkeeper".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.10.2002
Dorothea Diekmann zeigt sich insbesondere von der Schreibweise begeistert, die Renata Serelytes in ihrem zwischen einer düsteren Sowjet-Kindheit in der Provinz und dem Leben im postkommunistischen Vilnius angesiedelten Roman "Sterne der Eiszeit" an den Tag legt. Zwischen Erzählung und Reflexion, Beschreibung und Metamorphose, Lyrismus und Sentenz, elegischer Hoch und salopper Niedrigstimmung wechsle Serelyte "so exzessiv wie sorglos" hin und her und schöpfe dabei aus einem "unendlichen Bilderfundus". Zum Bedauern der Rezensentin lässt der Roman im zweiten Teil, der im Nachwende-Vilnius spielt, nach. Solange er sich im Bereich der Vergangenheit aufhält, erklärt die Rezensentin, verbindet eine kohärente Motivik die "glänzenden Bilder" und "lyrischen Ellipsen". Im zweiten Teil jedoch gerinnen sie laut Diekmann oft zu bloßen Einfällen. "Ratlos" und "überholt" wirkt ihrer Ansicht nach die postmodernistische Zertrümmerungsgestik, die Serelyte hier bemüht. Nichtsdestoweniger: Serelyte ist eine Entdeckung, findet die Rezensentin, die sich schon jetzt auf die Kurzgeschichten und Gedichte der Autorin freut.
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Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
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