Bücherschau der Woche
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Klappentext
Der 25jährige Raphael Urweider bringt Leben in das Wachsfigurenkabinett vergangener Größen. Er entdeckt "Lichter in Menlo Park", dem Ort, wo Thomas A. Edison seinen legendären Think Tank gründete. Von Gutenberg bis Neil Armstrong reicht die Galerie der Ahnen, denen er über die Schulter guckt. Raphael Urweider faszinieren die Übergänge von Alltagswahrnehmung zu wissenschaftlicher Weltsicht. Andere Gedichte des Bandes schwingen sich mit Chopins Präludien durch die Tonarten, blicken auf die Kontinente hinunter und verfolgen Kleinbauern.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.07.2000
Sibylle Cramer nutzt diese Rezension in erster Linie dazu um klarzustellen, dass auch sie dialektisch geschult ist. Da werden dem Leser dutzendweise Sätze zugemutet, wie: ?Dass der Verdacht Adornos, das Ganze sei das Unwahre, dass die Scheu vor Zusammenhang bildenden Zugriffen auf Wirklichkeit, vor Totalisierungen, synthetisierenden Instanzen, regulativen Ideen ein Reflex auf das vergangene Jahrhundert der Totalitarismen gewesen sein könnte, zeitbedingt und eine Episode, dieser Eindruck drängt sich bei der Lektüre von Raphael Urweiders Gedichten auf?. Warum einfach, wenn`s auch verschwurbelt geht, denkt sich da der Leser, der schon den Bleistift anspitzt, um zu Sätzen wie diesem eigens ein Organigramm anzufertigen. An anderer Stelle erfährt man, dass der Autor aus einzelnen Wörter ?die Vorstellung von einem Ganzen? machen kann. Das verstehen wir sofort. Aber ist das bei Dichtern nicht immer so? Egal, weiter geht?s. Der Text ist noch lang. Da ist von Panegyrikern, Distichen, Quantenmechanik, fraktalen Strukturen und Thermodynamik die Rede, und am Ende weiß der Leser doch so einiges über die Hobbies der Rezensentin. Die Gedichte? Ach so, ja die... . Eins steht allerdings fest: egal, wie die ausgefallen sind. Sie können nur besser sein.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.07.2000
Er preist, er lobt, er zitiert, er freut sich: der geneigte Rezensent. Es steht sogar zu vermuten, dass Rolf-Bernhard Essig die Gedichte von Raphael Urweider am liebsten laut verlesen würde, so begeistert zeigt er sich von dessen Sprachreichtum und Humor. Der vorliegende Gedichtband enthält verschiedene Gedichtzyklen wie z.B. den über die Erfinder, den Essig am liebsten in jedem Schulbuch sähe. Trotz eines gewissen Hangs zum Kalauern oder einer Vorliebe für bestimmte Vokale, Wortspiele, Binnenreime, Alliterationen und was sonst noch zu eines Dichters Handwerkzeug gehört, sieht Essig keine Gefahr des zu schnellen Konsums: Urweider hat kleine Irritationen eingebaut, die "den Lesefluss stauen" und in "Sinnstrudel geraten" lassen, um dann wohlgelaunt und ungebremst wieder stiften zu gehen.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 01.04.2000
Kolja Mensing findet diese Gedichte, um es kurz und knapp zu sagen, einfach lustig. Die "`kleinbauern` hüpfen wie Comic-Figuren durch die Terzette" und stellen dabei alles mögliche an, "mal am Anfang, dann am Ende einer Zeile", so Mensing. Allzu analytisch-wissenschaftlich mag der Rezensent allerdings nicht zu Werke gehen, da das Lesevergnügen seiner Ansicht nach dadurch nur Schaden nehmen würde. Dass DuMont in letzter Zeit Gedichtbände in "lustigen Wellpappschubern" heraus bringt, findet er in diesem speziellen Fall angemessen: Die einfarbigen Einbände im Frankfurter Design hätten hier einfach nicht gepasst, meint Mensing.
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