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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Manfred Allie und Gabriele Kempf-Allie. Ralph Ellison arbeitete nahezu zwei Jahrzehnte an seinem zweiten Roman, als Ende der sechziger Jahre Ellisons Sommerhaus abbrannte, und mit dem Haus verbrannte das Typoskript, von dem es keine Kopie gab. Ellison machte sich erneut an die Arbeit und schrieb bis zu seinem Tod am 16. April 1994 an diesem zweiten Werk, das schon zu seinen Lebzeiten zu einem Mythos wurde. John F. Callahan, der Nachlassverwalter Ellisons, hat aus den zahllosen nachgelassenen Manuskriptteilen den Mittelpunkt der geplanten Romantrilogie herauskristallisiert: die Geschichte von Reverend Hickman und Senator Sunraider, von der Geburt des Senators als Bliss bis zu seinem Tod. Diese bildet den Mitteltrakt des großen unvollendeten Romangebäudes.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.01.2002
Nicht nur der Text selbst, sondern auch seine Entstehungsgeschichte darf wohl nach den Informationen von Uwe Pralle als ungewöhnlich bezeichnet werden, vielleicht auch der Autor selbst, der, wie der Rezensent informiert, 1952 seinen einzigen abgeschlossenen Roman veröffentlicht hat und allein dadurch in die Nähe von Twain, Melville und Faulkner gerückt sei. Das jüngst erschienene Romanfragment "Junetheeth" habe laut Angaben des Autors bereits 1967 kurz vor der Vollendung gestanden, sei aber durch den Brand des Sommerhauses des Autors , in dem sich das Manuskript befand, vereitelt worden. Einzelne Auszüge daraus erschienen bereits zwischen 1959 und 1977 in Zeitschriften, weiß Pralle. Das nun von John F. Callahan herausgebrachte und mit einem Vorwort versehene Gesamtfragment einige Jahre nach dem Tod des Autors ist sehr kritisch aufgenommen worden, merkt er an. Uwe Pralle hingegen steht ohne jeden Zweifel hinter der Entscheidung, das Fragment zu verlegen. Für ihn ist "Juneteenth "einer der ganz wichtigen Romane der afroamerikanischen Erfahrungswelten". "In der Sprache, den Motivgeschichten und der Erzählkomposition von Junetheenth" zeichnet sich für ihn "Ellisons zweiter großer Wurf" ab, dessen Lesbarkeit seiner Meinung nach zweifelsohne dem umstrittenen Herausgeber Callahan zu verdanken sei. Nur dass der jetzige Schluss tatsächlich der von Ellison vorgesehene sei, nimmt Pralle dem Herausgeber nicht ab.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.12.2000
Ein großes Potenzial der afroamerikanischen Literatur sieht Angela Schader in dem nachgelassenen Romanfragment Ralph Ellisons, der seit den fünfziger Jahren bis zu seinem Tod 1994 an diesem ehrgeizigen Großprojekt gearbeitet haben soll. Immer in der Furcht, dem durch seinen Debütroman "Der unsichtbare Mann" erworbenen Ruf und Ruhm nicht gerecht zu werden, berichtet Schader. Des nachgelassenen Romanentwurfs habe sich Ellisons Nachlaßverwalter John Callahan angenommen, der von der amerikanischen Presse für seine Überarbeitung des Textkonvoluts kritisiert worden ist. Zu Unrecht, findet Schader. Der fragmentarische Charakter des Textes sei erhalten geblieben und werde auch durch die Geschichte getragen: es geht um einen für seine rassistischen Ausfälle bekannten Senator, der in Wirklichkeit ein "weisser Neger" ist. Ellison tauche tief in die Welt afroamerikanischer Spiritualität ein, meint Schader, das Leben dieses weißen Schwarzen werde als fehlgeschlagene skurrile Heilsgeschichte geschildert. Das Übersetzerpaar wird für seine sorgfältige Arbeit gelobt, das nach Ansicht Schaders durch den weitgehenden Verzicht auf dialektale Experimente manchmal Abstriche im Vergleich zur Farbigkeit des amerikanischen Originals machen musste. Alles in allem: für Schader ein großes Stück afroamerikanischer Literatur trotz oder wegen seiner Unvollkommenheit.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2000
Hatte Ellinson in seinem Erstlingsroman von 1952, "The invisible Man", die Unsichtbarkeit zur "literarischen Chiffre der schwarzamerikanischen Identität" gemacht, so sei in "Juneteenth" die Sichtbarkeit das Thema, erklärt Friedmar Apel. Sichtbar ist die Hautfarbe, und der Kunstgriff Ellisons bestünde darin, erläutert Apel weiter, einen "weißen Neger" zur Hauptfigur zu machen, Adoptivsohn eines schwarzen Predigers, der sich zum Schwarzenhasser entwickelt. Apel leitet Ellisons Schreiben aus dem Geiste des afroamerikanischen Predigertums und der Musik eines Louis Armstrong ab; der Fragment gebliebene Text, der erst nach dem Tode Ellisons veröffentlicht wurde, sei strukturiert wie ein Wechselgesang zwischen den beiden Hauptpersonen. Wenn es um die Musikalität und Theatralität des Buches geht, gerät Apel ins Schwärmen: "mitreißend wie ein Gospel-Gottesdienst, provozierend und grotesk wie acht Neger in einem weißen Cadillac Fleetwood". Wow! Bloß den Schluss findet der Rezensent albern, womit er denjenigen Recht geben könnte, die die Veröffentlichung eines nachgelassenen Textes für unlauter halten. Der Verlag mache das aber durch eine sorgfältig dokumentierte Ausgabe wett.
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