Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Die Einheit von Kunst und Leben ist eine der meisterhobenen und doch nur selten erfüllten Forderungen der Kunst der Moderne. Ralf Beil richtet den Blick auf den Einsatz von realen Lebensmitteln als Kunstmaterial und überrascht den Leser mit einer Topologie von Kreativität, der sich bisher noch kein Autor in dieser speziellen Form gewidmet hat. Von Egon Schiele, der 1912 in einer Gefängniszelle aus geknetetem und eingeritztem Brot das Bildnis eines St. Pöltner Häftlings formt, über den Futuristen Marinetti ('Obstbomben für Italien'), Salvador Dali ('Der surreale Hummer'), Meret Oppenheim, Dieter Roth, Joseph Beuys und Jason Rhoades geleitet Ralf Beil seine Leser. Dabei findet er Berührungspunkte zwischen der Kunst und der Literatur, schaut auf Psychologie, Alltagskultur und religiöse Rituale.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2003
Dass von Künstlern in Museen gekocht werde, stellt dem Rezensenten, Rudolf Schmitz, zufolge einen aktuellen Trend dar, der durch das Buch von Beil nun allerdings "als Jahrhundertphänomen" ausgewiesen und relativiert werde. Das Buch geht offenbar zum einen der Frage nach, wo überhaupt Lebensmittel als künstlerisches Material vorkamen, und zum anderen untersucht es die besondere Rolle, die sie bei ausgewählten Künstlern spielten. Aus der Rezension erfährt man, dass es so dann unter anderem um Lebensmittel bei Beuys, Bourgeois, Dali, Duchamps, Manzoni, Rhoades, Schiele und Spoerri geht, sowie um ihre Rolle in Futurismus, Surrealismus und Neuem Realismus. Die so gebotene "anekdotenreiche Gemengelage" wird vom Kunsthistoriker und Kurator Beil, lobt Schmitz, "mit kunsthistorischem Besteck aufschlussreich seziert".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.06.2002
Ralf Beil ist der besonderen Verbindung von Kunst und Küche, Kunst und Lebensmitteln bereits in einer Dissertation nachgegangen, berichtet Nico Bleutge, die er für diesen, wie man so schön sagt, kulinarischen Kunstführer überarbeitet hat. Zum einen ist dieser Führer durch die Künstlerküche nun üppig bebildert worden, zum anderen hat Beil, so Bleutge, den akademischen Rahmen einer klassischen Abhandlung des Themas verlassen und erörtert stattdessen in elf monografischen Kapiteln den künstlerischen Einsatz von Lebensmitteln in Bild und Skulptur quer durch das 20. Jahrhundert. Schon die Futuristen hätten die ästhetisch-politische Botschaft der Nahrung erkannt und diese für ihre Programmatik instrumentalisiert. Weiter dabei: natürlich Salvador Dali, Marcel Duchamp, Joseph Beuys und Dieter Roth. Roth überließ, erzählt Bleutge, seine Zuckergussbüsten dem natürlichen Zerfall. Spätestens hier hat dem Rezensenten Beils These eingeleuchtet, dass alle Arten von kulinarischem Material durch Tabus und Rituale kulturell unterlegt sind.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Erhard Oeser: Das Reich des Mahdi
Mit 33 Abbildungen. 1885 erschütterte die westliche Welt die Nachricht vom Fall der Stadt Khartum und der brutalen ...
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








