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Klappentext
Aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz und Willi Zurbrüggen. Chirbes nimmt seine Leser mit auf literarische Spaziergänge durch 42 Städte: durch die tausendfach belebten Straßen von Peking, über die Märkte von Kanton, zur Pracht des Hamburger Hafens oder dem betörenden Glanz der Hochhäuser in Hongkong. Man erlebt das Fließen der Zeit auf der Plaza Major von Salamanca, taucht in die schwermütige Musik der Mariachis in Guadalajara ein und lässt sich von der Unordnung des Lebens in Mailand anstecken.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.10.2006
Wer Rafael Chirbes kennt, weiß, dass es ihm uns Erinnern geht, erklärt der Rezensent Hilmar Klute. Und vom Erinnern, ob historisch, kulturell oder auch literarisch, ist auch Chirbes' Blick auf jene Städte geprägt, denen er sich im vorliegenden Buch nähert, so der Rezensent. Zufriedenheit will sich aber dennoch nicht bei ihm einstellen. Auch wenn Chirbes' besonderes Interesse für Phänomene der Macht dem Rezensenten gefallen hat, ist für ihn das, was der Autor seinem Leser über diese Städte zu erzählen hat, nichts weiter als "das Erwartbare", wie auch schon der Titel andeute. In der Tat scheine Chirbes immer schon im Voraus zu wissen, was ihn in einer Stadt erwartet, Überraschungen ausgeschlossen. Darüber hinaus bedauert der Rezensent, dass alle Städtebilder in einem einheitlichen Ton verfasst sind, der ihre Besonderheit verschluckt. Trotzdem empfiehlt er das Buch jedem, der in Reiseführern "sprachlichen Genuss und Reflexionsvermögen" vermisst.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.08.2006
Sinnliche und philosophische Eindrücke von den in dieser Sammlung beschriebenen Städten gibt Rezensent Klaus Meyer-Minnemann zu Protokoll. Es handelt sich seinen Informationen zufolge um Städteporträts, die zuerst in einer spanischen Gourmetzeitschrift publiziert und für die Buchausgabe noch einmal überarbeitet wurden. Als Qualität des Buches beschreibt der Rezensent die Tatsache, das "Museumsstädte", also Orte, die zu "Ansichtskarten geronnen" sind, fast gänzlich fehlen. Stattdessen werde einem Ort wie Ibiza und seinen "vielen kulturellen Ablagerungen" von den Phöniziern bis zu den Hippies ein Text gewidmet. Es ist vor allem der individuelle und unkonventionelle Zugang des Autors zu den beschriebenen Städten, der für den Rezensenten den Reiz des Buches ausmacht.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2006
Hin- und hergerissen ist Kersten Knipp von diesen Städteporträts. Zu sehr, findet er, stützt sich der Romancier Rafael Chirbes auf die Manierismen des Genres Reiseliteratur, meidet die stilistischen Experimente eines Claudio Magris; als hätte er selbst mehr gelesen als erfahren. Knipp hegt einen Verdacht: Ist es vielleicht so, dass die Orte (noch) sind, wie sie sind, weil es die Reiseliteratur immer wieder beschwört? Wiens Kaffeekultur, Hamburgs Hafenduft eine Oper, für die Autoren wie Chirbes seit ewigen Zeiten das Libretto liefern? Die Anrufung der Ahnen von Goethe bis Pessoa weist in die Richtung. Und doch. Knipp kann dem Zauber der stimmungsvollen Bilder und der kunstvollen Komposition nicht widerstehen. Die alten Topoi entfalten ihre Wirkung, ob er es nun mag oder nicht: Es ist ein "buntes", ein "sinnliches" Buch, schreibt er, und es macht ihm Lust aufs Reisen. Und für alle Fälle gibt es ja noch Chirbes' Romane. Die, meint Knipp, sind wieder ganz anders.
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