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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Quim Monzo

Hundert Geschichten

Cover: Hundert Geschichten

Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2007
ISBN-10 362700146X
ISBN-13 9783627001469
Gebunden, 795 Seiten, 25,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Katalanischen von Monika Lübcke. In diesem Buch sind erstmals alle Erzählungen des katalanischen Schriftstellers Quim Monzo gesammelt. Sie wurden zum Teil für diesen Band erstmalig ins Deutsche übersetzt, bzw. erscheinen hier in neu überarbeiteter Übersetzung. Der Band ist chronologisch nach dem Entstehen der Erzählungen geordnet. Er beginnt mit den frühen Erzählungen Monzos, die unter dem Titel "Uff, sagte er" erschienen: Hominiden, die Katalonien entdecken, Bankräuber, die im Volltrunk eine Fleischbank überfallen, Literophagen, die Spaß daran finden, Buchstaben zu verschlingen. In den weiteren Kapiteln finden wir frischverliebte und erfahrene Ehepaare, Singles, Liebe und Liebesschmerz, Glück und Eifersucht, Sex und erotische Spielerei, aber auch immer wieder sehr märchenhafte Figuren. Heldengeschichten und Mythen werden vom Kopf auf die Füße gestellt (Was wäre geschehen, wenn die Trojaner das Pferd einfach draußen stehen gelassen hätten? Oder was, wenn Gregor aus "Die Verwandlung" erst ein Käfer gewesen wäre, bevor er sich in einen fetten Jungen verwandelte?). Der Leser muss mit Überraschungen rechnen. Und über allen schwebt der mehr oder minder eingestandene Wunsch nach einem großen Zusammenhang, einem Sinn dieses zerfahrenen Lebens.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.03.2008

Rezensent Merten Worthmann ist begeistert von diesem dicken Band, der Erzählungen aus den verschiedenen Schaffensphasen des katalanischen Autors Quim Monzo kompiliert. Der Rezensent hat zwar Zweifel, dass Monzo, dem Meister der Verknappung, diese voluminöse - immerhin sechs Zentimeter dicke - Aufbereitung seines Werkes recht wäre. Doch für den Leser sei es faszinierend, die Entwicklung des Autors zu verfolgen, die nicht weniger als eine "stilistischen Reinigung und Konzentration, eine thematischen Vertiefung, eine kontinuierlichen Arbeit am eigenen Ton" dokumentiert. Der Rezensent kommt zu dem Fazit: "Mit den Jahren schreibt Monzã immer gelassener und immer abgründiger."

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.02.2008

Recht neutral, ohne großes Lob, aber auch ohne jeden Tadel berichtet Kersten Knipp über diesen Band mit Geschichten des katalanischen Schriftsteller Quim Monzo. Er erzählt einige der Geschichten nach, hebt hervor, für die Figuren sei nichts im Leben wirklich von Belang, und erklärt den Modus des "Als ob" in Monzos Schreibkunst, ein Verfahren, das dieser auch bei seiner Eröffnungsrede zur Frankfurter Buchmesse im vergangenen Herbst angewandt habe. Weiterhin konstatiert Knipp einen gewissen Nihilismus in den Geschichten, der seiner Vermutung nach biografisch bedingt ist, und verweist in diesem Zusammenhang auf die zahllosen Vanitas-Motive, die sich in den Erzählungen finden. Außerdem würdigt er den Autor als einen Meister in der Kunst, das Ende seiner Geschichten offen zu lassen.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2007

An sechs Geschichten beziehungsweise Motiven versucht Rezensent Paul Ingendaay uns die Kunst dieses Autors näher zu bringen, der auf der Frankfurter Buchmesse 2007 die katalanische Literatur an vorderster Stelle zu repräsentieren hatte. Da ist die ins Schräge gehende Schneewittchengeschichte, ein den Nobelpreis erwartender katalanischer Autor, ein Trojanisches Pferd, das nicht in die Stadt geholt wird, und ein in einen Jungen verwandelter Käfer. Die grotesken Fallstricke des Alltags holen die Literatur ein. Geschult an "den Argentiniern", so Ingendaay, sei dieser Autor aber nicht etwa "postmodern", Gottseidank, sondern eher ein Anteil nehmender Beobachter, dem es zudem um "die vollkommene Schönheit des Textes" gehe. Das fast 800 Seiten starke Werk umfasst Geschichten aus dreißig Jahren, und so sind, laut Ingendaay, "Niveauunterschiede" selbstverständlich. Umso mehr aber könne man die Entwicklung des Autors nachvollziehen, der immer deutlicher zur "klassisch nüchternen" Story gekommen sei. Eine ganz unmissverständliche Leseempfehlung, die auch die "großartige Übersetzung von Monika Lübcke" würdigt.

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