Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Pjotr Aleschkowski

Stargorod

Stimmen aus einem Chor. Erzählungen

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN-10 351839701X
ISBN-13 9783518397015
Taschenbuch, 131 Seiten, 6,60 EUR

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Klappentext

Aus dem Russischen von Alfred Frank. Stargorod: ein unbedeutendes Städtchen irgendwo in Russland, mit einigen Fabriken, einem Kreml, mit Kirchen, Klöstern und einer mit allen Wassern der Geschichte gewaschenen Bevölkerung. In dreizehn durch den Ort der Handlung und einzelne Figuren locker zu einem Zyklus verbundenen Erzählungen zeichnet Aleschkowski den Alltag in der Nach-Perestroika-Provinzialität. Aktualität und Tradition gehen eine reizvolle Synthese ein. Und es gibt auch was zu lachen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.09.2001

Der 1957 in Moskau geborene Schriftsteller Pjotr Aleschkowski ist als Literat kein Neuling, weiß Caroline Schramm zu berichten. Bereits mit seinen Romanen "Der Iltis" und "Der Erbe" habe sich der Autor als souveräner Nachkomme russischer Schreibtraditionen im Sinne von Turgenjew und Gogol einen Namen gemacht und sei in Russland für diverse Preise nominiert worden. So sehr die Rezensentin den Autor lobt, so kritisch ist ihre Besprechung des Erzählbands "Stargorod" ausgefallen. Das Provinzstädtchen, das dem Leser der früheren Romane bekannt sei, werde hier in seiner ganzen Folklore vorgeführt, so in Gestalt von alten, vermeintlich vom Teufel geschwängerten Jungfern, Dieben, Prostituierten, Bürgern, Schülern und Kindern. Und das mache der Autor unaufgeregt und heiter gelassen, denkt die Rezensentin, doch stört sie sich an der unterschiedlichen literarischen Qualität der einzelnen Erzählungen, die sie nicht nur auf die weniger gelungene Übersetzung zurückführt. An der Übertragung ins Deutsche stört Schramm die "behäbige Flippigkeit", die der russischen Mischung aus Umgangssprache, Dialekt und Slang überhaupt nicht gerecht werde.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.08.2001

Phöbe Pieper analysiert das Erzählprinzip der 13 Geschichten aus der russischen Kleinstadt Stargorod als ein archäologisches, denn ihrer Ansicht nach geht es dem russischen Autor darum, "Zeugen" für das "Leben in der Provinz" zu finden. Doch da grundsätzlich in der Provinz keine geschichtliche Entwicklung stattfindet, wie die Rezensentin argumentiert, fragt sie sich, ob es überhaupt lohnt, darüber neue Bücher zu verfassen, denn es bleibe ja ohnehin alles beim "Alten". Deshalb begrüßt es Pieper auch, dass von den 30 Erzählungen der russischen Originalausgabe von 1995 nicht ganz die Hälfte für die deutsche Ausgabe verwendet wurden, denn irgendwann sei das Immergleiche nun mal ziemlich "ermüdend".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2001

Stargorod ist ein fiktives russisches Dorf, dem der Autor bereits in seinem vorherigen Roman "Der Iltis" gehuldigt habe, informiert Sebastian Domsch den unkundigen Leser. Es geht um Folklore und Nostalgie als Antrieb des Erzählens, meint Domsch und erzählt, wie sich diese rückwärtsgewandte Haltung im Zusammenhang der miteinander verknüpften Geschichten doch als kleiner Scherz des Autors entpuppt. Seine dreizehn Episoden ergeben ein kleines Kalenderblatt, das lokale Begebenheiten, Lebensläufe und Lebensbilder schildert und geschickt miteinander verwebt. Im Kleinen kann Domsch den Geschichten viel abgewinnen, insbesondere der Erzählung "Stargoroder Vendetta", die ein präzises Porträt der gegenwärtigen russischen Gesellschaft zeichne; im Großen jedoch gibt ihm das ganze zu wenig her: etwas Folklore, die nicht durchgehalten wird, etwas Geschichtskritik, die zu schlicht ausfällt, und viel russische Seele, die sich im Wesen immer gleich bleibt.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren