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Klappentext
Aus dem Russischen von Alfred Frank. Stargorod: ein unbedeutendes Städtchen irgendwo in Russland, mit einigen Fabriken, einem Kreml, mit Kirchen, Klöstern und einer mit allen Wassern der Geschichte gewaschenen Bevölkerung. In dreizehn durch den Ort der Handlung und einzelne Figuren locker zu einem Zyklus verbundenen Erzählungen zeichnet Aleschkowski den Alltag in der Nach-Perestroika-Provinzialität. Aktualität und Tradition gehen eine reizvolle Synthese ein. Und es gibt auch was zu lachen.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.09.2001
Der 1957 in Moskau geborene Schriftsteller Pjotr Aleschkowski ist als Literat kein Neuling, weiß Caroline Schramm zu berichten. Bereits mit seinen Romanen "Der Iltis" und "Der Erbe" habe sich der Autor als souveräner Nachkomme russischer Schreibtraditionen im Sinne von Turgenjew und Gogol einen Namen gemacht und sei in Russland für diverse Preise nominiert worden. So sehr die Rezensentin den Autor lobt, so kritisch ist ihre Besprechung des Erzählbands "Stargorod" ausgefallen. Das Provinzstädtchen, das dem Leser der früheren Romane bekannt sei, werde hier in seiner ganzen Folklore vorgeführt, so in Gestalt von alten, vermeintlich vom Teufel geschwängerten Jungfern, Dieben, Prostituierten, Bürgern, Schülern und Kindern. Und das mache der Autor unaufgeregt und heiter gelassen, denkt die Rezensentin, doch stört sie sich an der unterschiedlichen literarischen Qualität der einzelnen Erzählungen, die sie nicht nur auf die weniger gelungene Übersetzung zurückführt. An der Übertragung ins Deutsche stört Schramm die "behäbige Flippigkeit", die der russischen Mischung aus Umgangssprache, Dialekt und Slang überhaupt nicht gerecht werde.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.08.2001
Phöbe Pieper analysiert das Erzählprinzip der 13 Geschichten aus der russischen Kleinstadt Stargorod als ein archäologisches, denn ihrer Ansicht nach geht es dem russischen Autor darum, "Zeugen" für das "Leben in der Provinz" zu finden. Doch da grundsätzlich in der Provinz keine geschichtliche Entwicklung stattfindet, wie die Rezensentin argumentiert, fragt sie sich, ob es überhaupt lohnt, darüber neue Bücher zu verfassen, denn es bleibe ja ohnehin alles beim "Alten". Deshalb begrüßt es Pieper auch, dass von den 30 Erzählungen der russischen Originalausgabe von 1995 nicht ganz die Hälfte für die deutsche Ausgabe verwendet wurden, denn irgendwann sei das Immergleiche nun mal ziemlich "ermüdend".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2001
Stargorod ist ein fiktives russisches Dorf, dem der Autor bereits in seinem vorherigen Roman "Der Iltis" gehuldigt habe, informiert Sebastian Domsch den unkundigen Leser. Es geht um Folklore und Nostalgie als Antrieb des Erzählens, meint Domsch und erzählt, wie sich diese rückwärtsgewandte Haltung im Zusammenhang der miteinander verknüpften Geschichten doch als kleiner Scherz des Autors entpuppt. Seine dreizehn Episoden ergeben ein kleines Kalenderblatt, das lokale Begebenheiten, Lebensläufe und Lebensbilder schildert und geschickt miteinander verwebt. Im Kleinen kann Domsch den Geschichten viel abgewinnen, insbesondere der Erzählung "Stargoroder Vendetta", die ein präzises Porträt der gegenwärtigen russischen Gesellschaft zeichne; im Großen jedoch gibt ihm das ganze zu wenig her: etwas Folklore, die nicht durchgehalten wird, etwas Geschichtskritik, die zu schlicht ausfällt, und viel russische Seele, die sich im Wesen immer gleich bleibt.
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