Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Pierette Fleutiaux

Fass Dich kurz, Liebes

Roman

Cover: Fass Dich kurz, Liebes

C. H. Beck Verlag, München 2003
ISBN-10 3406509738
ISBN-13 9783406509735
Gebunden, 231 Seiten, 17,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller. Was ist, wenn Vater und Mutter alt werden? Dieses autobiografische Buch beschreibt die letzten Lebensjahre der alternden Mutter, die Zuwendung der Tochter und die ewigen Kämpfe mit der Mutter, die widersprüchlichen Gefühle, wenn die Eltern hilflos und bedürftig werden und doch weiterhin die alte Autorität beanspruchen. Präzise und ehrlich beschreibt Pierrette Fleutiaux die Einzelheiten des Weges von der Auflösung des einstigen Hauses zum Umzug in das passende Altersheim, die alltäglichen Kleinigkeiten, an denen sich der Wandel vom Früher zum Heute ablesen lässt, aber auch die Konflikte und Schuldgefühle, die sich zwangsläufig einstellen. Die Tochter lebt weit entfernt von Paris und besucht die Mutter regelmäßig, aber für die Mutter eben nicht oft genug. Der Zwiespalt für die Tochter wird so groß, dass sie zeitweilig nicht mehr schreiben kann.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Fass Dich kurz, Liebes - Info bei C.H. Beck

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.02.2004

Thomas Laux attestiert der französischen Autorin Pierrette Fleutiaux in seiner knappen Kritik Kenntnisreichtum bei der Beschreibung einer höchst ambivalenten und "überaus prekären" Mutter-Tochter-Beziehung. In ihrem Roman, der sich als Bericht der Tochter über ihre verstorbene Mutter herausstellt, entwickelt die Autorin ein "kniffliges Spiel" zwischen Macht und Ohnmacht, Herrschaft und Unterdrückung, so der Rezensent angetan. Dabei zeige Fleutiaux, wie schwierig das Verhältnis von Müttern und Töchtern noch bis über den Tod hinaus sein kann, lobt Laux beeindruckt.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.01.2004

Nicht als Roman, wie vom Untertitel des Buches behauptet, aber immerhin als autobiografische Skizze über Altwerden und Sterben einer Mutter will Rezensent Josef Hanimann den vorliegenden Text gelten lassen. Das Beste an der "Kapitelkaskade dieses Buches" stellt für ihn die Feinheit des Blicks für "all die unscheinbaren aber bedeutsamen Details im gleichförmigen Tagesablauf einer alternden Frau" dar. Auch die Balance der Verstrickung zwischen Zuneigung und Schlagfertigkeit in der Beziehung der alten Frau zu ihrer Tochter vermag Autorin Pierrette Fleutiaux nach Ansicht des Rezensenten ohne Abgleiten in Gefühlsmief sicher zu halten. So richtig große Literatur (etwa wie der im Klappentext vergleichsweise angeführte Philip-Roth-Roman "Mein Leben als Sohn") mag der Rezensent in dem "eher situationhaften" Buch trotzdem nicht erkennen.

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