Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Französischen von Caroline Gutberlet. Die Angst vor Deutschland sei "das größte Problem Frankreichs am Übergang zum 21. Jahrhundert", so Delmas. Er diagnostiziert bei den wiedervereinigten Deutschen eine kollektive Identitätskrise, die nur durch die enge Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern, vor allem den Franzosen, kontrollierbar sei. Der Buchtitel ist nur die aktuelle Pointe eines Rückblicks auf das spannungsvolle Verhältnis der beiden Nachbarn, die über die Jahrhunderte immer wieder Krieg gegeneinander führten. Als Kern all dieser Konflikte sieht Delmas das notorisch schwankende nationale Selbstbewusstsein der Deutschen, ein Unruheherd erster Güte. Der europäische Einigungsprozess biete erstmals in der Geschichte die Chance, die Deutschen mit sich selbst und ihrer Rolle in Europa zu versöhnen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.07.2000
Etwas süffisant ist die Besprechung von Rudolph Chimelli geraten; wer bestimmte Sätze Delmas` (und den Titel des Buches liest), so der Rezensent, muss wissen "dass sich in der Pariser Publizistik um das öffentliche Ansehen bringt, wer nüchtern schreibt". So besteht das Buch für Chimelli denn auch aus einem "soliden Gerüst" historischer Fakten zum Verhältnis Frankreich-Deutschland (23 Kriege in 400 Jahren), über dem ein "historisch-literarisches Gewebe" liegt, das vor allem die historische Angst der Franzosen vor den Deutschen beschwört. Diese Beschwörung der Geschichte als Erbfeindschaft ist für den Autor jedoch nur dazu da, so Chimelli, den Nachbarn am Ende ein politisches und wirtschaftliches Zusammengehen zu empfehlen. Besonders nötig ist das laut Delmas, um einen "Folkloremix unter amerikanischem Patronat" zu verhindern. An den Schluss seiner Besprechung stellt Chimelli recht unverbunden einige Stationen aus der Biografie des Autors: Eliteschule ENA, Regierungsberater in Verteidigungsfragen, Arbeit bei Airbus und Beteiligung an der Gründung der Organisation "SOS Prostituierte". Was er damit wohl sagen will?
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.07.2000
Der Sinn dieses "dramatischen" Titels, schreibt Rezensent Heinrich Maetzke, ist für den Autor, von 1991 bis 1993 Sicherheitsberater des französischen Außenministers Roland Dumas", seine Landsleute aufzurütteln, sich endlich für ein starkes Europa zu entscheiden. Hierfür sei jedoch ein Verzicht auf die politische Souveränität der Grande Nation von Nöten, so wie Deutschland - in Gestalt des damaligen Kanzlers Kohl - auf die ökonomische Macht der Deutschen Mark seinerzeit zu Gunsten des Euro verzichtet hat. Die Einbindung Deutschlands in Europa, so argumentiere der Autor, sei nach dem Krieg bekanntermaßen als notwendig erachtet worden, um einen neuerlichen Versuch deutscher Hegemonie zu vereiteln. Aber was ist aus all dem für heute zu schließen? Nach einem Hinweis auf die auch von Dumas festgestellte, gewissermaßen gegen Churchill einzuwendende "nicht verjährende Verpflichtung", sich an Auschwitz zu erinnern, schließt die Besprechung mit der Überlegung, dass man eigentlich nicht an etwas erinnern müsse, das nie vergessen wurde.
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