Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Philippe Delmas

Über den nächsten Krieg mit Deutschland

Eine Streitschrift aus Frankreich

Cover: Über den nächsten Krieg mit Deutschland

Propyläen Verlag, Berlin - München 2000
ISBN-10 3549060068
ISBN-13 9783549060063
Gebunden, 224 Seiten, 17,38 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Caroline Gutberlet. Die Angst vor Deutschland sei "das größte Problem Frankreichs am Übergang zum 21. Jahrhundert", so Delmas. Er diagnostiziert bei den wiedervereinigten Deutschen eine kollektive Identitätskrise, die nur durch die enge Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern, vor allem den Franzosen, kontrollierbar sei. Der Buchtitel ist nur die aktuelle Pointe eines Rückblicks auf das spannungsvolle Verhältnis der beiden Nachbarn, die über die Jahrhunderte immer wieder Krieg gegeneinander führten. Als Kern all dieser Konflikte sieht Delmas das notorisch schwankende nationale Selbstbewusstsein der Deutschen, ein Unruheherd erster Güte. Der europäische Einigungsprozess biete erstmals in der Geschichte die Chance, die Deutschen mit sich selbst und ihrer Rolle in Europa zu versöhnen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.07.2000

Etwas süffisant ist die Besprechung von Rudolph Chimelli geraten; wer bestimmte Sätze Delmas` (und den Titel des Buches liest), so der Rezensent, muss wissen "dass sich in der Pariser Publizistik um das öffentliche Ansehen bringt, wer nüchtern schreibt". So besteht das Buch für Chimelli denn auch aus einem "soliden Gerüst" historischer Fakten zum Verhältnis Frankreich-Deutschland (23 Kriege in 400 Jahren), über dem ein "historisch-literarisches Gewebe" liegt, das vor allem die historische Angst der Franzosen vor den Deutschen beschwört. Diese Beschwörung der Geschichte als Erbfeindschaft ist für den Autor jedoch nur dazu da, so Chimelli, den Nachbarn am Ende ein politisches und wirtschaftliches Zusammengehen zu empfehlen. Besonders nötig ist das laut Delmas, um einen "Folkloremix unter amerikanischem Patronat" zu verhindern. An den Schluss seiner Besprechung stellt Chimelli recht unverbunden einige Stationen aus der Biografie des Autors: Eliteschule ENA, Regierungsberater in Verteidigungsfragen, Arbeit bei Airbus und Beteiligung an der Gründung der Organisation "SOS Prostituierte". Was er damit wohl sagen will?

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.07.2000

Der Sinn dieses "dramatischen" Titels, schreibt Rezensent Heinrich Maetzke, ist für den Autor, von 1991 bis 1993 Sicherheitsberater des französischen Außenministers Roland Dumas", seine Landsleute aufzurütteln, sich endlich für ein starkes Europa zu entscheiden. Hierfür sei jedoch ein Verzicht auf die politische Souveränität der Grande Nation von Nöten, so wie Deutschland - in Gestalt des damaligen Kanzlers Kohl - auf die ökonomische Macht der Deutschen Mark seinerzeit zu Gunsten des Euro verzichtet hat. Die Einbindung Deutschlands in Europa, so argumentiere der Autor, sei nach dem Krieg bekanntermaßen als notwendig erachtet worden, um einen neuerlichen Versuch deutscher Hegemonie zu vereiteln. Aber was ist aus all dem für heute zu schließen? Nach einem Hinweis auf die auch von Dumas festgestellte, gewissermaßen gegen Churchill einzuwendende "nicht verjährende Verpflichtung", sich an Auschwitz zu erinnern, schließt die Besprechung mit der Überlegung, dass man eigentlich nicht an etwas erinnern müsse, das nie vergessen wurde.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren