Bücherschau der Woche
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Klappentext
Mit Zalman und Lea fängt sie an - die Geschichte einer bemerkenswerten, zerstrittenen und doch seltsam einigen jüdischen Familie, die sich zwischen Polen und Belgien und zwischen den Eckpunkten unseres Jahrhunderts abspielt. Diese Rabinovitchs schlagen und vertragen sich wie jede Familie, beäugen einander mißtrauisch, gehen sich aus dem Weg - und halten doch wie Pech und Schwefel zusammen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.12.2000
Mit einem Gewirr aus Figuren, Ereignissen und Katastrophen vom Vorkriegspolen bis ins heutige Israel beginnt Susanne Klingensteins Bericht von diesem Buch, in dessen Zentrum eine ostjüdische Familie namens Rabinovitsch steht. Jedes der dreizehn Kapitel, erfahren wir, werde von einem anderen Familienmitglied erzählt. Und aus dieser Stimmenvielfalt entstehe die "Sinfonie einer intensiv lebenden und leidenden Familie", die ihren Untergang als Erleichterung erlebe. Der Verlust der jüdischen Tradition wird erwähnt und irgendwie muss es auch um das Verschwinden der Juden in den Gesellschaften der Diaspora gehen. Ein "mutiges" Buch, findet die Rezensentin zum Schluss. Ganz genau hat man nicht verstanden, weshalb.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.07.2000
Um das Leben einer jüdischen Familie geht es hier, schreibt Elke Schubert, und um das, "was ihr im 20.Jahrhundert passieren" konnte: "Antisemitismus, Pogrome, Auswanderung und Scheitern in Palästina, Internierung und Tod in den Gaskammern". Im Moment seines Sterbens erzählt der alte Èlie die Geschichte, kommen alle Stimmen seiner Familienmitglieder noch einmal vor und die "Beschädigungen" werden deutlich. Verdrängung hat nicht geholfen, "die Lücken werden mit Lügen gestopft", keiner ist glücklich. Wer das Familienalbum durchblättert stößt nur auf schuldlos erlittenes Leiden... Etwas routiniert kommt einem das einschlägige Vokabular vor, in dem Elke Schubert über dieses Buch schreibt. Immerhin ein Hinweis auf das Wie: jeder erzählt "in der ihm eigenen Sprache seine Version" der Geschichte. Da sollte doch solches Routine-Vokabular, wie es die Rezensentin benutzt, sich eigentlich von selbst verbieten...
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.05.2000
Thomas Laux zeigt sich beeindruckt von der "ansprechenden Übersetzung" und dem "leichthändig, ja souverän" dirigierten Chor der verschiedenen Stimmen aus Philippe Blasbands polyphon komponierten Roman "Zalmans Album". Dreizehn jeweils in eigener Sache vorgetragene Biographien ergeben ein kaleidoskopähnliches Portrait einer jüdischen Familie im 20. Jahrhundert, tatsächlich auch anhand von Photos präsentiert, ein Suchbild, das immer wieder sich verschiebt, verwackelt, widerspricht. Was "Lüge oder Erfindung" ist, muss der Leser selbst herausfinden, schreibt der Rezensent. Das sei vergnüglich und erinnert Thomas Laux gelegentlich an die Romane von Philip Roth, da auch Blasbands Geschichten "komische und selbstironische Momente" aufweisen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2000
Scheinbar hat man es bei dem Album mit einer "Herausgeberfiktion" zu tun: Dreizehn Personen einer jüdischen Familie erzählen nacheinander ihre Lebensgeschichte. Jakob Hessing lobt die "ungewöhnliche Erzählstruktur", warnt aber auch gleich, dass der Sache nicht nicht ganz zu trauen ist. Denn die Herausgeber berichten sogar über ihren eigenen Tod. Wie kann das sein? Die zentrale Aussage des Romans sei "die Existenz auf der Grenze von Sein und Nichtsein", schreibt Hessing. Auschwitz sei die eine große Bruchstelle in dieser "Chronik des zwanzigsten Jahrhunderts", die andere das Computerzeitalter, als dessen Vertreter die Enkel auftreten. "Sind die Erzähler dieses Albums eine Ausgeburt der virtuellen Welt, in der die Urenkel leben?" fragt daraufhin ein etwas verwirrter Hessing.
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